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| 16:29 Uhr

Ich kaufe regional
Kundenfreundlichkeit ist A und O

Das Verkaufsteam bei Nah & Gut Schreiber in Weißwasser: Ines Tyra, Chefin Anett Schreiber und Marlies Elsner (v.l.n.r.). In dem Lebensmittelmarkt werden viele regionale Produkte angeboten, vor allem Obst und Gemüse.
Das Verkaufsteam bei Nah & Gut Schreiber in Weißwasser: Ines Tyra, Chefin Anett Schreiber und Marlies Elsner (v.l.n.r.). In dem Lebensmittelmarkt werden viele regionale Produkte angeboten, vor allem Obst und Gemüse. FOTO: Arlt Martina
Weißwasser. Anett Schreiber setzt in ihrem Lebensmittelmarkt in Weißwasser auf regionale Produkte.

Wie funktioniert ein Einkaufsmarkt und kann ein kleiner Lebensmittelmarkt, wie der von Anett Schreiber in Weißwasser, sich gegenüber den großen Supermarktketten in der Stadt behaupten? Dass das durchaus funktionieren kann, darauf hat die  54-jährige Geschäftsfrau eine klare Antwort. Denn seit nun 25 Jahren kennt sie sich in diesem Metier bestens aus und weiß genau, „wo der Hase lang läuft“, wie man volkstümlich gern sagt.

„Bei uns ist die Kundenfreundlichkeit das A und O. Hier sprechen Menschen miteinander. Wenn eine Oma den entsprechenden Artikel nicht findet, dann gehen wir mit ihr ans Regal. Von den Mitarbeitern ist immer jemand da zum Ansprechen. Doch ohne Stammkunden könnte ich mit diesem kleinen Markt nicht überleben, sie machen mehr als 80 Prozent aus“, so Anett Schreiber.Aus dem Weißwasseraner Wohngebiet wissen viele Leute diese Verkaufsstelle vor der Haustür zu schätzen. Doch auch aus anderen Gebieten Weißwassers oder Weißkeißel kommen Leute bei ihr einkaufen. Bei Schreibers geht alles sehr familiär zu, man kennt sich. Besonders ältere Leute suchen diesen Markt auf. „Hier weiß jeder, wo er was findet. Ein Griff genügt“, so die Chefin.

Sie bietet mehr als 4000 Artikel in ihrem Markt an. Beliefert wird sie aus dem Großlager von Edeka in Berbersdorf. Das muss alles gemanagt werden. Für die Angestellten beginnt der Tag um 5.30 Uhr, um die Waren einzuräumen.

Regionale Produkte sind immer wieder sehr gefragt. Gemüse und Säfte aus Rothenburg, Fleisch- und Wurstwaren von Willms aus Weißwasser. Rückt die Spargel- und Erdbeerzeit näher, werden das Obst und Gemüse, wenn möglich, aus der Region besorgt. Einheimische alte Apfelsorten oder auch Kohl kaufen die Leute gern und eben alles, was zur Jahreszeit passt.

Erst kurz vor den Feiertagen alles zu ordern, was die Kunden erfahrungsgemäß kaufen, funktioniere nicht.  Langfristige Planung sei  erfahrungsgemäß wichtig. Vor Ostern und Weihnachten muss ein halbes oder ein dreiviertel Jahr bestellt werden. So wird nun schon zu Ostern die Weihnachtsware geordert, berichtet Anett Schreiber. Dass vor Feiertagen, wie jetzt Ostern, schon auch Stress aufkommt, sei nicht ungewöhnlich. Dann müssen die Mitarbeiter eben etwas schneller laufen und die Kunden etwas Geduld haben, sagt die Marktinhaberin augenzwinkernd.

„In der Ruhe liegt die Kraft, denn der stetige Stress macht Menschen kaputt. Meine Kunden sind nett und freundlich, und das ist mir sehr wichtig“, hebt Anett Schreiber hervor. Noch heute geht sie gern zur Arbeit und pflegt mit ihren vier Mitarbeiterinnen eine familiäre Atmosphäre und nette Umgangsformen.

Lebensmittel haben die niedrigste Handelsspanne, und so ist es nicht einfach, mit einem so kleinen Markt zu überleben. „Wenn dann noch unverhofft Baumaßnahmen ohne Vorankündigung kommen, dann steht man kurz vor dem Aus. Diese Situation  hatten wir im vergangenen Jahr, als in der Lutherstraße gebaut wurde. Hätten wir dann die Belieferung einer großen Pflegeeinrichtung nicht gehabt, hätten wir wohl schließen müssen“, fügt Anett Schreiber hinzu.

Ihren Markt gibt es an der Humboldtstraße in Weißwasser seit 1993. Das Objekt wurde damals von der Treuhand für viel Geld erworben und umgebaut.  

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Ich kaufe regional sw FOTO: LR