| 02:58 Uhr

Kunden vertrauen ihrer Bank mehr Geld an

Weißwasser. Mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr sind die Vorstände Sven Fiedler und Thomas Heinze der Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien sehr zufrieden. Der Jahresüberschuss sei mit 332 700 Euro identisch mit 2014. Gabi Nitsche

"Wir haben für 2014 ein vernünftiges Ergebnis erreicht", bringt es Vorstand Sven Fiedler auf den Punkt. So habe sich das Kreditgeschäft positiv entwickelt und sei um 9,7 Prozent gewachsen. Das sei außerordentlich gut und doppelt so hoch wie durchschnittlich in den Volksbanken Deutschlands. Bei der Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG sei man in der glücklichen Situation, dass sich dieses Geschäft nicht nur auf ein Segment stützt, sondern breit gefächert sei. Es würden Kredite vergeben sowohl an Privat als auch an unterschiedliche Unternehmen. "Es handelt sich um viele kleine Kredite." Aus Sicht von Thomas Heinze sei das sicherer als wenige große Darlehen. Die Gefahr von Einbußen sei bei Letzteren weitaus größer, wenn der Kreditnehmer nicht mehr zahlungsfähig ist.

Zu den Herausforderungen, denen sich die Bank stelle, gehöre die demografische Entwicklung der Region. Sinkende Einwohnerzahlen, Überalterung, geringere Einkünfte und geringere Kaufkraft nennt Sven Fiedler Folgen daraus.

Dennoch und trotz der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank verzeichnete die Volksbank im Einlagengeschäft ebenfalls Zuwächse. Die Kunden vertrauten dem Institut zum Jahresende 2014 insgesamt 512 Millionen Euro an. Die Kundeneinlagen stiegen im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent. Bei den Einlagen halte der Trend zu kurzfristigen Kundengeldern unvermindert an. "Wir leben im Verdrängungswettbewerb, da braucht es Vertrauen in eine Bank. Die Kunden brauchen Verlässlichkeit. Und unsere Mitarbeiter machen seit Jahren einen guten Job." Sven Fiedler hat darin einen Garant für den Erfolg am Markt ausgemacht. Gerade in der heutigen Zeit der extrem niedrigen Zinsen, in der nach Auffassung von Seven Fiedler und Thomas Heinze auf Umwegen eine Enteignung der Menschen erfolge, sei die persönliche Beratung der Kunden von großem Wert. Es sei ein Trugschluss, dass es günstiger sei in Zeiten niedriger Zinsen Eigenheime zu bauen. Leider würden sich darüber nur wenige Menschen Gedanken machen. Sven Fiedler macht das an einem Vergleich deutlich: In den 1990er-Jahren verdoppelte sich Kapital nach zwölf Jahren. "Bei der aktuellen Zinslage braucht es dafür über 100 Jahre." Deshalb sei es besonders wichtig, für jeden Kunden im persönlichen Gespräch das geeignete Produkt zu finden. Das habe sich auch 2014 positiv auf das Wertpapiergeschäft ausgewirkt - der Bestand sei um 5,29 Prozent ausgebaut worden. Besonders erfreulich entwickelten sich die Wertpapierbestände der staatlich geförderten und garantierten Riesterrente, resümieren die Vorstände. So seien mit einem speziellen Fonds die seit 2004 eingezahlten Beiträge der Kunden in Höhe von 5,3 Millionen Euro durch staatliche Zulagen und Wertzuwachs auf aktuell 12,1 Millionen Euro gewachsen. "Wer vor zehn Jahren 5000 Euro einzahlte, hat jetzt 12 000 Euro", erklärt Fiedler.

Zum Thema:
2014 unterstützte dieVolksbank Raiffeisenbank Niederschlesien 60 Vereine. Die Bank hat 103 Mitarbeiter, 27 790 Kunden, 11 109 Mitglieder und somit 529 mehr als 2014. Die Bilanzsumme stieg um vier Prozent auf 361,3 Millionen. Euro. Als erste Bank Sachsens erhielt sie das Zertifikat ServiceQ. Sie wurde von der Oskar-Patzelt-Stiftung zur "Bank des Jahres 2014" gekürt.