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| 19:09 Uhr

Kulturhistorie
Leben in Görlitz in der Weimarer Republik

Dieses Foto entstand 1925 und zeigt die illustre Gesellschaft zu einem 70. Geburtstag auf den Stufen der Oberlausitzer Gedenkhalle mit Kaiser-Friedrich-Museum. Der Jubilar (Bildmitte mit Blumenstrauß) ist Prof. Ludwig Feyerabend, der erste Museumsdirektor von Görlitz. Unter den Gästen finden sich unter anderem. Georg Snay (Oberbürgermeister von Görlitz 1906 bis 1927, mit Zylinder hinter Frau Feyerabend) und der jüdische Mäzen und Industrielle Martin Ephraim (links neben Snay).
Dieses Foto entstand 1925 und zeigt die illustre Gesellschaft zu einem 70. Geburtstag auf den Stufen der Oberlausitzer Gedenkhalle mit Kaiser-Friedrich-Museum. Der Jubilar (Bildmitte mit Blumenstrauß) ist Prof. Ludwig Feyerabend, der erste Museumsdirektor von Görlitz. Unter den Gästen finden sich unter anderem. Georg Snay (Oberbürgermeister von Görlitz 1906 bis 1927, mit Zylinder hinter Frau Feyerabend) und der jüdische Mäzen und Industrielle Martin Ephraim (links neben Snay). FOTO: Kulturhistorisches Museum Görlitz / Kulturhistorisches Museum Görli
Görlitz. Das Kulturhistorische Museum arbeitet an einer Sonderausstellung über die Zeit des Expressionismus.

Das Kulturhistorische Museum Görlitz bereitet derzeit eine Sonderausstellung vor, die der Zeit von 1918 bis zum Ende der Weimarer Republik gewidmet ist. Am 2. Juni soll die Schau „Unerhört! Expressionismus in Görlitz“ im Kaiser­trutz eröffnet werden.

Es war eine schwierige und turbulente Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die von Nachkriegskrise und Inflation, nur langsamer wirtschaftlicher Erholung und ab 1929 von der Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit geprägt war. Die Görlitzer Künstler wandten sich dem Expressionismus zu. Die Demokratie der Weimarer Republik eröffnete neue Freiheiten für die Künste. Sie brachte einen enormen Reichtum an Ideen und Fähigkeiten hervor, die auch im alltäglichen Leben sichtbar wurden. Erstmals hatten die Frauen in Deutschland das Wahlrecht und die Emanzipation machte einen großen Schritt vorwärts.

Das Görlitzer Kulturleben war vielfältig. In Sport- und Wandervereinen, Laienorchestern und -theatern organisierten sich nun auch Frauen und Mädchen. In Lokalen erklang Jazzmusik und in der Stadthalle wurden erste Jugendweihen gefeiert. All das soll in der Exposition dargestellt werden.

Dabei setzt das Museum auf die Hilfe der Görlitzer: Es bittet sie um Fotos aus den 1920er-Jahren. Zwar gab es nur selten Fotoapparate in privaten Haushalten. Aber es wurden schon Familienalben gefüllt mit Porträts, die von Fotografen gefertigt wurden, Hochzeitsaufnahmen, Kinderbildern, Fotos von der Konfirmation oder der ganzen Familie. Mehr Infos dazu gibt es unter Ausstellung@goerlitz.de oder 03581 67-1354 oder 67-1691.