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| 14:44 Uhr

Ausstellung
Pückler ist aus echtem Lindenholz

Hobbyschnitzer Klaus-Dieter Schlammer präsentiert hier seinen Pückler aus Lindenholz.
Hobbyschnitzer Klaus-Dieter Schlammer präsentiert hier seinen Pückler aus Lindenholz. FOTO: amz
Weißwasser. Das Glasmuseum Weißwasser präsentiert in seiner Weihnachtsausstellung filigrane Schnitz-Arbeiten. Ein Höhepunkt ist ein „Buckelbergwerk“ mit beweglichen Bergleuten.

Was haben Fürst Pückler, Zauberer Krabat sowie Maria und Josef gemeinsam? Alle vier sind in der Weihnachtsausstellung des Glasmuseums Weißwasser zu sehen. Natürlich nicht in echt, sondern filigran aus Lausitzer Hölzern geschnitzt.

„Den Pückler habe ich erst diesen Herbst zum Leben erweckt. Einen Tag Arbeit hat mir der Fürst gekostet“, erklärt Hobbyschnitzer Klaus-Dieter Schlammer. Dafür habe ein Straßenbaum aus Pücklers Heimat herhalten müssen, so der 72-jährige Weißwasseraner weiter. „Von der örtlichen Straßenmeisterei beziehe ich mein Holz. Im Fall Pückler war es eine Linde.“ Allerdings, so weiß der Künstler aus Erfahrung, sei von 100 Straßenbäumen maximal einer für die Schnitzkunst brauchbar. Der große Rest weise zu viele Mängel auf. Kein Wunder, werden doch diese Gehölze gefällt, da sie krank oder bereits abgestorben sind.

Neben Pückler steht gleich der sorbische Zauberer Krabat in der Vitrine des Glasmuseums. „Genau wie beim Fürsten habe ich mal ein Bild im Fernsehen oder in der Zeitung gesehen. Dieses Motiv weckte sogleich meinen Schaffensdrang“, beschreibt Schlammer seine Intention. Bereits seit einem Jahrzehnt schnitze der gelernte Maler in seiner Muskauer Werkstatt. „Beigebracht hat mir dieses Handwerk niemand. Dabei hätte ich mir für gewisse Feinheiten einen Mentor gewünscht.“

Die Ausstellungsbesucher können von Klaus-Dieter Schlammer neben den beiden Lausitzer Originalen ebenso Josef und Maria in Holz geschnitzt bewundern. Zudem fehlen die Tiere des Waldes nicht, beispielsweise Eulen, Rehe und weitere Bewohner. Manche Exponate präsentieren sich in natura, andere sind mit einem farblosen Lack verschönert.

Eigentlich, so sagt der Hobbykünstler nicht ganz ohne Stolz, habe er in der Region die Lausitzer Schnitzkunst mitbegründet. Dank speziellem Messer, Stechgerät und Sandpapier könnten die verschiedensten Dinge zum Leben erweckt werden.

Der Weißwasseraner Oberbürgermeister Torsten Pötzsch ist jedenfalls sehr froh, einen solch begabten Einwohner in seiner Stadt zu wissen. Pötzsch zeigt sich auch nicht abgeneigt, Weißwasser als „Lausitzer Schnitzhauptstadt“ zu bezeichnen. Der Verwaltungschef sagt aber auch, dass er mit diesem Handwerk bislang nur zu Schulzeiten, konkret im Werken-Unterricht, in Kontakt gekommen sei. „Aber es würde mich schon reizen, da mal wieder Hand anzulegen.“

Darüber hinaus sind in der Weihnachtsausstellung des Glasmuseums wunderschöne Exponate der westsächsischen Schnitzergemeinschaft Werdau zu sehen, die aus sechs Männern und einer Frau besteht. Einen Höhepunkt bildet ein sogenanntes „Buckelbergwerk“ mit beweglichen Bergleuten. Solche Exponate, so erläutert der Werdauer Schnitzer Knut Dittrich, hätten früher Bergleute, die nicht mehr ihrem Beruf nachgehen konnten, auf ihren Buckel, also den Rücken, geschnallt und seien damit über die Jahrmärkte gezogen. Die Kunstwerke aus dem Erzgebirge sind voraussichtlich bis Ende Januar im Glasmuseum zu sehen.

Im kommenden Jahr wendet sich die Einrichtung dann wieder ihren Wurzeln zu. Schließlich jährt sich der Beginn der Glasherstellung in Weißwasser anno 2018 bereits zum 145. Mal. Ende März wird, so kündigt Leiterin Elvira Rauch an, die Ausstellung „100 Jahre Arsall“ eröffnet. Im Mittelpunkt stehen die Glas-Designstücke im Jugendstil, die ab dem Jahr 1918 durch die Vereinigten Lausitzer Glaswerke Weißwasser hergestellt worden waren und sich bis heute einer großen Beliebtheit erfreuen.

Geschichten von Waldgeistern und  vom Weihnachtsmann sind am Montag im Glasmuseum in Weißwasser zu hören gewesen. Maria Kessler, Praktikantin in der Bruno-Bürgel-Oberschule, las für die große Gruppe aus der Kita „Zwergenland“. Holzkünstler Klaus-Dieter Schlammer hat mit seiner .Ausstellung für entsprechende Atmosphäre gesorgt. Die Holzplastiken sind .neben „Weihnachten im Erzgebirge“ noch bis in das neue Jahr hinein zu .bewundern.
Geschichten von Waldgeistern und vom Weihnachtsmann sind am Montag im Glasmuseum in Weißwasser zu hören gewesen. Maria Kessler, Praktikantin in der Bruno-Bürgel-Oberschule, las für die große Gruppe aus der Kita „Zwergenland“. Holzkünstler Klaus-Dieter Schlammer hat mit seiner .Ausstellung für entsprechende Atmosphäre gesorgt. Die Holzplastiken sind .neben „Weihnachten im Erzgebirge“ noch bis in das neue Jahr hinein zu .bewundern. FOTO: Joachim Rehle
(amz)