| 02:48 Uhr

25 Jahre
Rohner Dorftheater hat Silberhochzeit

Stephanie Bierholdt (l.) und Edith Penk nahmen das Publikum mit auf eine Riese durch 25 Jahre Rohner Dorftheater.
Stephanie Bierholdt (l.) und Edith Penk nahmen das Publikum mit auf eine Riese durch 25 Jahre Rohner Dorftheater. FOTO: amz1
Rohne/Schleife. Eine zünftige "Silberhochzeit" ist am Sonnabend im Sorbischen Kulturzentrum (SKC) in Schleife gefeiert worden. Schließlich gibt es die Symbiose zwischen dem Rohner Dorftheater und dessen Publikum seit nunmehr einem Vierteljahrhundert. amz1

Aus diesem Anlass haben die Laienschauspieler ihre Gäste mit auf eine Reise durch die vergangenen 25 Jahre genommen. Und zwar im schönsten Lausitzer Dialekt, erzählt von Theaterchefin Edith Penk, die von der ersten Stunde an dabei ist, und Stephanie Bierholdt, die vor genau 20 Jahren durch die damalige Kindergruppe zum Dorftheater gestoßen war.

Angefangen hatte demnach alles im März 1992 mit der Gründung der Theatergruppe. Den ersten Auftritt gab es zum Maibaumwerfen 1992. Als Premierenstück fungierte das Grimm'sche Märchen vom "Rumpelstilzchen". Acht Leute wirkten damals mit. Edith Penk durfte indes ins "Rumpelstilzchen"-Kostüm schlüpfen. "Heute könnte ich nicht mehr um das Feuer tanzen", bekennt die sympathische Frau, die im kommenden Jahr ihren 80.Geburtstag feiert.

Kurz vor Weihnachten 1992 folgte Auftritt Nummer zwei. Auf dem Programm stand das Märchen "Vom Teufel mit den drei goldenen Haaren". Damals brachten die Rohnschen das Kunststück fertig, die insgesamt 18 verschiedenen Rollen mit lediglich sechs Theaterspielern zu besetzen. Ständig habe sich mindestens einer hinter der Bühne ruck zuck umgezogen.

In den 25 Jahren seines Bestehens präsentierte das Rohner Dorftheater neben Märchen auch diverse Schauspiele, beispielsweise die legendäre "Pension zur fröhlichen Einkehr", Schwänke, Sketche und Geschichten aus der Lausitzer Heimat. Szenen aus dem Leben des wohl bekanntesten Rohner Bewohners, dem Bauern und Volksschriftsteller Hanzo Njepila (1766 - 1856), wurden gezeigt, ebenso diverse Sagen von Wassermann, Mittagsfrau und Co. Sämtliche Kostüme und Requisiten basteln die Theaterleute selbst. Das Auswendiglernen von Texten gehört ebenso dazu. Obwohl, wie Edith Penk sagt, es ihre Leute damit nicht so hätten: "Denn wir quatschen eher so, wie uns die Guschen gewachsen sind." Bisweilen auch im Schleifer Sorbisch. Hat mal jemand seinen Text vergessen, könne blitzschnell improvisiert werden. Auch diverse Pannen kämen dann und wann mal vor, beispielsweise umgefallene Kulissen oder herausgerissene Kabel. Doch letztlich glaube das Publikum meist, das gehöre einfach zum Programm dazu.

Seit dem Jahr 1992 hat das Rohner Dorftheater eigenen Angaben zufolge zwischen 500 und 600 Auftritte im Umkreis von 80 Kilometern bestritten. Dazu gehörten unter anderem Stelldicheins bei den Tagen der Sachsen in Hoyerswerda (1998) und Weißwasser (2005). Jahr für Jahr bewege sich die Zahl der Auftritte um die 30. Aktuell zähle der Theaterverein acht Mitglieder. Doch in vielen Stücken wirken bis zu 20 Laienschauspieler mit. Seit 1992 haben inzwischen rund 80 Ehrenamtler auf den Bühnen mitgewirkt.

Natürlich gibt es zum 25.Gründungstag auch ein extra einstudiertes Programm. Etwas abgewandelt und mit Bezügen zur heutigen Zeit zeigen die Protagonisten das Grimmsche Märchen "Die kluge Bauerntochter". In dieser Geschichte schafft es ein hübsches Mädel dank seiner Weisheit vom armseligen "Kaputtke-Hof" bis zur Gemahlin des Königs.

Nach der Vorstellung ist die Schlange der Gratulanten lang. Vornweg schreitet SKC-Leiterin Sylvia Panoscha auf die Bühne. Sie bezeichnet das Rohner Dorftheater als "ganz großen Gewinn" für die Region. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings zum Jubiläum. "Wir suchen händeringend weitere Schauspieler", weiß Edith Penk. Besonders jüngere Männer seien dabei angesprochen. Wer Interesse hat, könne sich direkt beim Verein melden.

www.rohner-dorftheater.de