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| 17:26 Uhr

Kunst und Kultur
Eine Premiere für den Muskauer Park

Es warten sehr unterschiedliche Kunstwerke darauf, in ein paar Tagen neue Besitzer zu finden. So das Ölbild ohne Titel von Elena Schulze aus Waltersdorf. Im Hintergrund ist die Plastik „Durchblick“ vom Schleifer Holzkünstler Thomas Schwarz zu sehen. Er hat dafür Eichenholz und Stahl verwendet.
Es warten sehr unterschiedliche Kunstwerke darauf, in ein paar Tagen neue Besitzer zu finden. So das Ölbild ohne Titel von Elena Schulze aus Waltersdorf. Im Hintergrund ist die Plastik „Durchblick“ vom Schleifer Holzkünstler Thomas Schwarz zu sehen. Er hat dafür Eichenholz und Stahl verwendet. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Die zehnte Auktion der Kunst- und Kulturstiftung der Oberlausitz wirft ihre Schatten voraus. 87 Werke warten im Marstall auf ihre Betrachter. Von Regina Weiß

Die Hochhäuser von Manhattan schieben sich hoch und höher, dem Mond entgegen. Bunt und verspielt sehen sie aus. Bei näherer Betrachtung „lösen“ sie sich in ihre einzelnen Bestandteile auf. Sie sind nur noch Knöpfe und Gürtelschnallen. Diese hat der Künstler Michael Voigt in sein Kunstwerk gepackt. Das und 86 weitere haben eine vorübergehende Heimstatt im Marstall der Stiftung Fürst-Pück­ler-Park Bad Muskau gefunden. „Wir freuen uns, Gastgeber sein zu können und unterstützen das Anliegen der Kunst- und Kulturstiftung gern. Und wir sind natürlich gespannt auf unsere erste Auktion“, freut sich Cornelia Wenzel, stellvertretende Geschäftsführerin der Muskauer Parkstiftung, bei einem Pressetermin vor Ort.

Denn was die zehnte Auktion für die Kulturstiftung ist, ist gleichzeitig eine Premiere für Bad Muskau. Am Samstag, 10. November, wird diese Veranstaltung, die einmal im Jahr stattfindet, über die Bühne gehen. „Und ich erhoffe mir viele Bietergefechte“, formuliert Joachim Mühle, Kultursekretär des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien und Mitglied des Stiftungsvorstandes, seinen Wunsch für die Auktion. Der Görlitzer Axel Krüger werde als Auktionator sicherlich sein Bestes geben, um die Kunst an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Grundpreise – also der Start für die Auktion – haben die Künstler selbst festgelegt. „Sie liegen zwischen 30 und 3000 Euro“, erklärt Joachim Mühle. Zu haben sind Werke von Künstlern aus der Region. So dürfen die namhaften wie Horst Jurtz oder Eberhard Peters aus Weißwasser oder Gerd Hallaschk aus Klein Priebus nicht fehlen. Der Kreis ist aber viel größer, reicht mit Christiane Latendorf oder Stephan Plenkers nach Dresden, mit Bettina Winkler nach Cottbus, nach Bayern, Hessen oder Berlin. So verschieden die Künstler so verschieden die Techniken: Collagen treffen auf Ölmalerei, Holzplastiken auf Grafiken, Acrylmalerei auf Skulpturen. „Ich denke, wenn man das hier sieht, dann kann man sagen: Für jeden Geschmack ist etwas dabei“, sagt Joachim Mühle und freut sich sichtlich über die Vielfalt des Angebotes. Das spreche auch für die Kulturstiftung, die sich mit ihrer Arbeit über die Jahre durchaus einen Namen gemacht habe.

50 Prozent des eingenommenen Geldes pro Kunstwerk gehen an den Künstler. Der andere Teil kommt der Stiftung zugute. Ihr großes Ziel ist es, ein Depot zu schaffen, um Arbeiten von Künstlern der Oberlausitz hier zu halten. „Es geht schließlich um deren Lebenswerk. Sicherlich geht es nie um alle Arbeiten. Wir reden von Kernwerken, die wir in unseren Bestand nehmen wollen“, so Mühle. Der Ort für das Depot ist mit dem Schloss Königshain längst gefunden. Auch die Planung steht. Doch letztlich geht es um die Finanzierung. Deshalb hilft sozusagen jedes Bild, dass mit mehr als dem Mindesgebot weggeht, dem großen Ziel ein Stück weiter.

„Weihnachten ist ja dann auch nicht mehr weit“, rührt Joachim Mühle gekonnt die Werbetrommel für die Auktion, die um 14 Uhr startet. Und dann heißt es mitbieten. Übrigens muss niemand mit einem Koffer voller Geld anreisen. Dank der modernen Technik, so Mühle, sind auch Kartenzahlungen möglich.

Für diejenigen, die zur Kunstauktion nicht anwesend sein können, besteht die Möglichkeit, schriftliche Gebote einzureichen, teilt die Kulturstiftung mit. Das Gebot zur Ersteigerung eines oder mehrerer Kunstwerke ist bis zum 8. November, 12 Uhr der Stiftung für Kunst und Kultur zuzusenden. Das Bieterformular finden Interessenten auf dem Homepage (siehe Infokasten)

Aufgrund der begrenzten Sitzplätze wird um Anmeldung unter Telefon 03581 6639402 beziehungsweise Fax 03581 66369402 oder per E-Mail an stiftung-kkol@kreis-gr.de gebeten. Auch dafür gibt es auf der Internetseite einen Vordruck.

Ein besonderes Angebot macht zudem die Stiftung Fürst-Pückler-Park. Am Auktionstag können Bieter und Gäste der Kunstauktion an einer Führung durch die Parkanlage teilnehmen. Treffpunkt ist der Marstall, Beginn 11 Uhr. Auch dafür wird um Anmeldung gebeten – entweder mit einem Gästeformular über die Internetseite oder beim Tourismuszentrum im Muskauer Park unter 035771 63100.

Details aus dem altehrwürdigen Muskauer Park und moderne Kunsteinflüsse - eine spannende Kombination von Gudrun Feuerriegel aus Sagar.
Details aus dem altehrwürdigen Muskauer Park und moderne Kunsteinflüsse - eine spannende Kombination von Gudrun Feuerriegel aus Sagar. FOTO: Regina Weiß
Wenn aus Knöpfen und Schnallen plötzlich Hochhäuser werden, zeigt Michael Voigt aus Neusalza-Spremberg mit seiner Collage.
Wenn aus Knöpfen und Schnallen plötzlich Hochhäuser werden, zeigt Michael Voigt aus Neusalza-Spremberg mit seiner Collage. FOTO: Regina Weiß