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Oper
„Der Konsul“ feiert Premiere in Görlitz

Die Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau von Menottis Oper „Der Konsul" erlebt am 18. November 2017 ihre Premiere in Görlitz.
Die Inszenierung des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau von Menottis Oper „Der Konsul" erlebt am 18. November 2017 ihre Premiere in Görlitz. FOTO: Marlies Kross
Görlitz. Schauspielintendantin Dorotty Szalma inszeniert die brandaktuelle Flüchtlingstragödie für die Opernbühne.

Wie schon in der vergangenen Spielzeit wird die Schauspielintendantin Dorotty Szalma eine Operninszenierung in Görlitz übernehmen. Die Wahl fiel auf „Der Konsul“ vom US-Amerikaner Gian Carlo Menotti. Die Inszenierung feier am 18. November in Görlitz Premiere.

„Obwohl bereits im Jahr 1950 in Philadelphia uraufgeführt, besticht diese Flüchtlingstragödie für die Opernbüne besonders durch die Aktualität“, kündigt das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau die Inszenierung an: Der Oppositionelle John Sorel flüchtet vor den Häschern des Regimes, das der Komponist, der auch das Textbuch schrieb, „Irgendwo in Europa, Gegenwart“ verortet. John (Ji-Su Park) muss seine Mutter (Beate Maria Vorwerk), seine Frau Magda (Patricia Bänsch) und sein Kind zurücklassen, woraufhin Magda mit dem Wunsch nach einem Visum das Konsulat eines ausländischen Staates aufsucht. Doch immer wieder wird sie abgewiesen und vertröstet.

Menotti zeigt eindrucksvoll den Kampf des Individuums gegen eine unmenschliche Bürokratie und ein übermächtiges politisches System und wurde für diese Darstellung 1950 mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie Musik ausgezeichnet.

„Die Entscheidung ,Der Konsul’ in den Spielplan aufzunehmen, war geprägt von dem Wunsch nach einem aktuellen Thema einer- und dem nach hervorragender Oper andererseits“, sagt Generalmusikdirektor Andrea Sanguineti. „Nach Recherchen und Tipps befreundeter Kollegen anderer Theater entschieden wir uns für dieses Werk Menottis, der ja eher für andere Opern bekannt ist, etwa für ,Das Telefon oder die Liebe zu dritt’. Die Zuschauer erwartet eine klassische Oper ohne Kanten, mit runder Musik. Das ist Musik für jedermann, die an Strawinski und Strauss erinnert.“

Generalintendant Klaus Arauer erklärt: „Wir haben diese Produktion bewusst in den Spielplan aufgenommen mit der Absicht, das Werk neu zu interpretieren.“

45 Minuten vor jeder Vorstellung lädt Musiktheaterdramaturg Ivo Zöllner zur Werkeinführung ein.

Ab März 2018 ist diese Flüchtlingstragödie für die Opernbühne auch am Zittauer Standort des Gerhart-Hauptmann-Theaters zu erleben.

Die Termine für die Aufführungen mit deutschen und polnischen Übertiteln in Görlitz: 18. November, 24. und 25. November (jeweils 19.30 Uhr), 3. Dezember, 15 Uhr, 15. Dezember, 19.30 Uhr.

(dh)