Der Polizeisportverein
Am 27. Mai 1953 wurde die SV Dynamo als Sportorganisation der Volkspolizei und des Staatssicherheitsdienstes in der DDR gegründet. Der Vorsitzende war das Mitglied des Politbüros der SED und Minister für Staatssicherheit, Armeegeneral Erich Mielke. Diese Vereinigung war der Repräsentant der staatlichen Sicherheits- und Schutzorgane auf dem Gebiet der Körperkultur und des Sports. Die sportliche Betätigung aller Mitglieder der Sportvereinigung Dynamo erfolgte nach den Prinzipien des Amateursports und es sollte der Volkssport, der Kinder- und Jugendsport sowie der Leistungssport auch durch die Familienangehörigen betrieben werden. Sofort erfolgte durch Beschluss der zuständigen Bezirksleitungen die Bildung solcher Sportgemeinschaften in den ihnen unterstehenden Verwaltungskreisen.
In Weißwasser wurde entsprechend der Festlegung der Bezirksleitung Cottbus am 1. September 1953 die Sportvereinigung Dynamo der Stadt gegründet. Hier gab es dann die Sektionen Kegeln, Boxen und auch die Eishockeymannschaft aus den dreißiger Jahren wurde dieser Gemeinschaft zugeordnet, weil die Spieler allesamt - bis auf eine Ausnahme - Angehörige der Volkspolizei waren.
Im Jahr 1957 erfolgte die Gründung der Armeesportgruppe (ASG) Weißwasser für den Boxsport unter Leitung von Harry Lugk. Als Trainingstätte stand den Sportlern das Schützenhaus am südlichen Stadtrand zur Verfügung, wo sich heute das BMW-Auto-Haus befindet. In den Anfangsjahren erfolgten neben den Trainings auch Mannschaftsvergleiche. Darüber hinaus nahmen die Sportler an Bezirks- und Armeemeisterschaften der Nationalen Volksarmee (NVA) teil. Bevorzugte Gegner waren die ASG Vorwärts Cottbus und der SC Aktivist Brieske/ Senftenberg. Die leistungsstärksten Boxer waren zu Beginn der sechziger Jahre Dieter Richter, Alfred Krüger, Horst Wutke, Klaus Holler, Jürgen Klei, Dieter Politzer und Wolfgang Böhm. Im Jahr 1963 wurde der Verein in die Sportgemeinschaft (SG) Dynamo-Weißwasser überführt. In dieser Zeit waren in der Sektion Boxen besonders Fritz Mattecka, Klaus Holler u nd Horst Hartung um den Aufbau einer erfolgreichen Sportgruppe bemüht. Durch gute Leistungen konnten mehrere junge Sportler des Vereins ins Leistungszentrum des SC Dynamo Berlin entsandt werden und dort in Auswahlmannschaften der DDR an Auslandswettkämpfen teil nehmen. Bei der Europameisterschaft der Junioren gelang es Wolfgang und Hans-Joachim Leisner, Peter Pelk und Andreas Fercho, Medaillen zu gewinnen. Jochen Krüger, einst Weißwasseraner Boxer, hatte das Glück, im Sportclub Cottbus ab dem Jahr 1966 zweimal die Bronzemedaille bei den DDR-Seniorenmeisterschaften zu erkämpfen. Seine Leistungen befähigten ihn, auch an internationalen Wettkämpfen für den ASK Frankfurt/Oder teilzunehmen. Nach seiner Trainertätigkeit im SC Cottbus kehrte er in seine Heimatstadt als Sportlehrer ins Berufliche Schulungszentrum Weißwasser zurück. Ebenso Dietmar Schnieber war Medaillengewinner bei DDR-Meisterschaften und ist jetzt Trainer im SC Cottbus. Auch wurde im Sportclub Dynamo Weißwasser-Mitte, dessen Trainingsstätte sich im Saal der ehemaligen Gaststätte in der Krumme straße befand, viel Nachwuchsarbeit geleistet, in dessen Ergebnis sich einige gute Boxer entwickelten. Nach der politischen Wende fanden sie sich in der von Peter Pelk, im Jahr 1993, gegründeten Karate- und Boxschule wieder. In dieser Kampfsportschule, eine vom Weltsportverband anerkannte Einrichtung, werden heut junge Sportler im Boxen, Kickboxen und Selbstverteidigung professionell ausgebildet. Der Titel Deutscher Meister, den René Mahling errang und die Weltmeistertitel im Kickboxen von Sven Richter, Thomas Schreiber und Thomas Etzold sowie der Europameister André Rummelt sind beredte Zeugnisse dafür.

Tauchsport
Seit den 60-er Jahren wurde in unserer Region dem Tauchsport nachgegangen. Was zu Beginn nur ein paar Enthusiasten mit heut abenteuerlich anmutenden Eigenkonstruktionen betrieben, wurde 1970 im Rahmen der GST auf organisierte Beine gestellt. Natürlich stand das Tauchen als technische Sportart unter gesellschaftspolitischen Zwängen und besonderer Beachtung. Zum einen sollten in der vormilitärischen Ausbildung künftige Kampfschwimmer herangezogen werden zum anderen hätte man die technischen Möglichkeiten auch zur Republikflucht nutzen können. Bei alledem kamen der Sport und das Hobby nicht zu kurz. Im Flossenschwimmen, Strecken- und Orientierungstauchen wurden beachtliche Erfolge erzielt. Zum freien Tauchen war offiziell ein Tauchauftrag mit Stempel und Unterschrift notwendig und die Tauchautomaten wurden im Stahlschrank verschlossen und versiegelt. Zu DDR-Zeiten arbeiteten vier GST-Sektionen in Bad Muskau (Wissenschaftlich Technisches Werk (WTW) un d Schaltgerätewerk), in Weißwasser (Kraftwerk Boxberg) und in Halbendorf (Zweckverband des Badesees) zusammen und bildeten bei Wettkämpfen und Trainingslagern eine Mannschaft. Als Bezeichnung für diese Gemeinschaft kursierte damals schon inoffiziell der Name „Aqua-Team“ . Auch das spätere Vereinsmaskottchen, der Frosch, entstand bereits in den 80-er Jahren.
Im Jahr 1990 schlossen sich die übrig gebliebenen drei Sektionen zum Tauchsportclub „Aqua-Team“ Weißwasser/Bad Muskau zusammen. Mit dem Aufbau des Vereinstützpunktes im Jahnbad fanden die Gruppen auch eine neue Heimat. In den Folgejahren entwickelte sich das Aqua-Team zu einem modernen Tauchsportclub, der seine Mitglieder nach den sicheren internationalen Richtlinien des VDST/CMAS aus- und weiterbildet. Darüber hinaus avancierte die Gemeinschaft zu einem Mehrspartenverein mit vielfältigen Sport- und Freizeitangeboten. Im Mittelpunkt steht für die Taucher natürlich das Erleben der fremden Welt unter Wasser, mit ihren völlig anderen Maßstäben, die das Leben in der „trockenen“ Sphäre fast vergessen lassen. Möglichst vielen Interessierten diese Sportart verantwortungsvoll näher zu bringen, ist das Ziel des Aqua-Teams. Dabei beginnt bereits im Januar die Ausbildung in der Weißwasseraner Schwimmhalle und endet mit der jeweils bestandenen Prüfung. Auch das historische Helmtauchen wird hier gepflegt. Besonders aktiv ist das Aqua-Team in der Kinder- und Jugendarbeit. Ferienfreizeiten und Schnuppertauchen werden durchgeführt und im Rahmen des internationalen Jugendaustausches der deutschen Sportjugend war das Aqua-Team Gastgeber und auch zu Gast in Japan und Israel. Zwar etwas unauffällig aber nicht unwichtig ist die Gymnastikgruppe im Aqua-Team. Hier treiben Frauen und Mädchen im Alter von 17 bis 70 Jahren wöchentlich einmal Sport, dieser ist von den Krankenkassen sogar als zertifizierter Gesundheitssport anerkannt. Die Gymnastikabteilung verhilft dem Verein sogar zu einem Unikum. Es gibt zwar viele Mehrsp artenvereine, die eine Tauchabteilung haben aber das Aqua-Team ist der einzige Tauchverein, der mit seiner Gymnastikgruppe im deutschen Turnverband Mitglied ist. Die Mitglieder des Aqua-Teams engagieren sich auch für die Umwelt. In Halbendorf, Kromlau und Groß Düben pflegen sie unter Wasser den Badestrand und das Schwimmerbojensystem. Entsorgte Autos und anderen Unrat haben sie schon oft gemeinsam mit der Feuerwehr aus den Gewässern der Umgebung bergen müssen. Manchmal können sie auch besondere Funde melden, z.B. gestohlene Fahrräder, aufgebrochene Tresore oder versenkte Geldbörsen, die Übeltäter auf dem Seegrund für ewig entsorgt glaubten. Im Jahnbad sorgen die Taucher dafür, dass der Bade und Schwimmerbereich frei von Wasserpflanzen bleibt. Nicht nur Unterwasser sind die Sportler zu Hause. Mit ihrer kleinen aber stolzen Flotte von Sachlauchbooten befahren sie die heimischen Flüsse und genie* amp*szlig;en oft mit den Kanuten die Natur.

Die Tischtennisfreunde
Aus den ehemaligen Betriebssportgemeinschaften (BSG) des Wissenschaftlich Technischen Werkes (WTW) Bad Muskau und der BSG Spezialglaswerk „Einheit“ Weißwasser wurde im Juni 1990 der Sportverein „Tischtennisfreunde Weißwasser“ (TTF) gegründet. Zwischen dreißig und vierzig Sportfreunden, die der Verein immer zählte, kamen regelmäßig zu den Spielveranstaltungen. Schnell wurde erkannt, dass bei stetigem Erfolg der Nachwuchsgewinnung hohe Bedeutung beigemessen werden muss. Ab 1996 begann eine intensive Werbung und Förderung junger Spieler mit dem Ergebnis, dass im Jahr 2005 etwa fünfundzwanzig Kinder und Jugendliche dem Verein angehörten. Die Juniorenmannschaft spielte zu dieser Zeit und das schon seit Längerem in der Kreisklasse und war auch auf der Bezirksebene der Ostsachsenmannschaften führend. Sie belegte mehrmals erste und zweite Plätze in ihrer Spielklasse.
Der bisher größte Erfolg für das Team war die Teilnahme bei den Süddeutschen Meisterschaften, wo sie das Bundesland Sachsen vertreten durften. Der Verjüngungstrend hatte sich auch bei der ersten Männermannschaft positiv ausgewirkt. Nach zehn Jahren Spiel in einer der unteren, der Kreisklasse, gelang der Aufstieg sogar in die Bezirksliga und der zweite Herrenmannschaft in die Bezirksklasse. Die bestehende dritte Männermannschaft spielte im Jahr 2000 in der 1. Kreisliga, die höchste Ebene in der unteren Region.
Als Trainingsstätte nutzt der Verein die Sporthalle der Bruno-Bürgel-Mittelschule an der Lutherstraße.

Allgemeine Sportgruppen
Allgemeines Sporttreiben nur zur Gesunderhaltung des Körpers und der Freizeitgestaltung hatten sich 19 Sportfreunde aus Weißwasser auf ihre Fahne geschrieben und am 15. Juni 1991 einen Verein unter dem Vorsitz von Petra Hirt gegründet. Bald bildeten sich Gruppen unterschiedlicher Disziplinen heraus.
Eine gemischte Volleyballmannschaft trainierte in der Mittelschule an der Heinrich-Heine-Straße unter Pedro Franke und Franz Hauswald. Die Frauen bildeten unter ihrer Übungsleiterin Madeleine Skubich eine Gymnastikgruppe. Eine Aerobic-Gruppe wird noch heut von Ute Müller geleitet und Wolfgang Petsch treibt mit den Kindern der Kita „Ulja“ Vorschulsport.

Zeittafel Betriebssportgemeinschaften und mehr
1946. In der sowjetischen Besatzungszone wird eine Sport-Organisation nach sowjetischem Vorbild aufgebaut. Das Kapital der zuvor aufgelösten Traditionsvereine wurde von den Volksbildungsämtern der Kreise und Gemeinden verwaltet. Sport war nur auf kommunaler Ebene gestattet.
1. August 1948. Von Jugendorganisation FDJ und der Gewerkschaftsorganisation FDGB wird der „Deutsche Sport-Ausschuss“ (DSA) gegründet. Vorsitzender ist Waldemar Borde. An die Stelle der kommunalen Sport-Gemeinschaften rücken die Betriebssportgemeinschaften (BSG). Diese sollten der Partei (SED) direkt unterstehen, statt bisher ausschließlich den Massenorganisationen FDJ und FDGB. Die Betriebssportgemeinschaften bildeten Sport-Vereinigungen (SV), die sich in 18 Industriebranchen gliederten, z. B. SV Aktivist (Bergbau), SV Chemie (Chemische Industrie, Glasindustrie) oder SV Lokomotive (Reichsbahn) gliedern.