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Kümmels Schiff kehrt in die Heimat zurück

Vier Jahre ist Kümmel mit seinem Schiff über die Weltmeere der Region gefahren. Jetzt legt er – letztmals – im Rothenburger Rathaus an.
Vier Jahre ist Kümmel mit seinem Schiff über die Weltmeere der Region gefahren. Jetzt legt er – letztmals – im Rothenburger Rathaus an. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Rothenburg/Niesky. Die "Cotz'a Concursia" kehrt nach vierjähriger großer Fahrt über die Meere Ostsachsens und Südbrandenburgs zurück in heimische Gefilde und legt letztmalig an – im Rathaus von Rothenburg, wo am 14. April die Ausstellung "Kümmel sticht in See" eröffnet wird. Uwe Menschner

Einen solchen Kahn hat die Welt noch nicht gesehen! Und doch schippert die Cotz'a Concursia seit dem Jahr 2012 über Wasserwege und sonstigen Straßen der Region. An Bord: Kümmel, der bekannte Zeichner und Cartoonist aus Niesky, der auch ohne offizielles Kapitänspatent das Steuer fest in der Hand hält.

Unter Narrenschiffen

Fast genau vier Jahre ist es her, seit er das Museum seiner Heimatstadt Niesky auf dessen Seetauglichkeit testete und erstmals mit seinem Schiff vor Anker ging.

In der Zwischenzeit ist die Cotz'a Concursia weit herumgekommen. Cottbus, Dresden, Bautzen und Weißwasser hat sie gesehen. Selbst in Berlin hat der Nachen angelegt - obwohl dort ja nun wirklich genug Narrenschiffe kreuzen. "Ich hatte selber Bedenken, ob das funktioniert", räumt Käpt'n Kümmel ein, weniger bekannt unter seinem bürgerlichen Namen Dirk Hübner. "Doch in Berlin sind mein Schiff und ich richtig gut aufgenommen worden."

Im Rathaus vor Anker

Nun also Rothenburg - womit sich der Kreis schließt und die Cotz'a Concursia nach vier Jahren quasi in ihre Heimat zurückkehrt. Kein Museum und keine Galerie ist es diesmal, wo sie ihre Anker auswirft, sondern das Rathaus der Stadt. Dies bildet natürlich eine besondere Herausforderung, denn: "Wir wollen die Beamten schließlich nicht in ihrem Schlaf, äääh, bei ihrer Arbeit stören", wie Kümmel versichert. Und so spielt sich das Geschehen während der normalen Öffnungszeiten auf den Gängen des Bürgerpalastes ab.

Wie sich dort ein ganzes Schiff unterbringen lässt und wo er das große Segel platziert, bleibt vorerst noch Kümmels Geheimnis. Doch bange machen gilt nicht, schließlich hat der Käpt'n schon ganz andere Schwierigkeiten gemeistert. So, als er das altehrwürdige Raschkehaus - den Sitz des Nieskyer Stadtmuseums - flutete, ohne es wegzuschwemmen. Selbiges blüht am 14. April also auch dem Rothenburger Rathaus, wo die Ausstellung "Kümmel sticht in See" um 18 Uhr eröffnet wird.

Sie vermittelt Einblicke in das Leben und Schaffen eines Kreativen, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Freude zu verbreiten und der dabei selbst spürbare Freude empfindet. Für die kulturelle Gestaltung sorgt der Käpt'n höchstselbst, der nach langer Pause wieder einmal die Gitarre auspacken und seine Stimmbänder strapazieren will. Mit dabei sind auch die "Kümmel-Kids", eine Gruppe von Schülern der Rothenburger Grundschule, die einmal in der Woche mit Kümmel zeichnen und Spaß haben.

Ausstellung bis Ende Juni

Bis zum 29. Juni bleibt die Ausstellung vor Ort, bis sie sich - diesmal für immer - verkümmelt. Denn so großartig ein Werk auch sein mag, irgendwann muss es Platz machen für Neues. Und dass es eine neue Ausstellung geben wird, das ist so klar wie Kümmellikör. Umso mehr, als dass es die "Marke" Kümmel nunmehr seit zehn Jahren gibt: "Im Kümmellabor köchelt es in vielen Töpfen, und es sollen viele leckere Gerichte dabei herauskommen." So will sich Kümmel einen seit langem gehegten Wunsch erfüllen und sein "ganz eigenes" Buch herausbringen. Sehr am Herzen liegt ihm auch die Präventionsarbeit zum Thema Müllentsorgung mit Kindern, die er in Zusammenarbeit mit dem Regiebetrieb Abfall des Landkreises Görlitz betreibt. Und das Live-Zeichnen hat eine ganz eigene Dynamik entwickelt, in diesem Jahr soll es "den Kümmel" bis an die Ostsee führen. "Das zehnte Kümmel-Jahr wird spannend" - diese Ankündigung sollte man zweifellos Ernst nehmen.