ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:33 Uhr

Das ist die Krux an dem Vorhaben
Krux: Schulgebäude ist denkmalgeschützt

Der historische Schulgebäudeteil steht unter Denkmalschutz.
Der historische Schulgebäudeteil steht unter Denkmalschutz. FOTO: Regina Weiß
Krauschwitz. Das Planungsbüro schätzt die Kosten für die Sanierung der Oberschule auf mindestens neun Millionen Euro.

Mit mindestens neun Millionen Euro muss die Gemeinde Krauschwitz rechnen für die Sanierung der Oberschule. Das ergab die Kostenschätzung, die die Bauplanung Bautzen GmbH vorgenommen hat. Der Gemeinderat stand am Dienstagabend vor der Entscheidung, dem vorgestellten Raumkonzept für die Bildungseinrichtung zuzustimmen. Denn darauf baut alle weitere Planung auf, erklärten die Fachleute. Damit nicht genug. Ohne diese Planung kein Fördermittelantrag, und Krauschwitz zielt auf eine hohe Förderung ab. „Die Raumstruktur ist das Rückgrat für alle weiteren Planungen“, betonte Firmenchef Falko HInz. Mit Architekt Holger Sieg stellte er den Räten das besagte Konzept vor.  Das hatten diese nicht am grünen Tisch ausgedacht, sondern in enger Zusammenarbeit mit Marcel Hänchen von der Gemeindeverwaltung und Vertretern der Oberschule Schritt für Schritt erarbeitet. Eine eineinhalbzügige Schule ist das Ziel mit erforderlichen Rettungswegen, einhalten von Brandschutzvorschriften, Wärmeschutz, ausreichend Unterrichtsräumen und mehr. Das Regelwerk für Schuleinrichtungen stelle in Summe viele Anforderungen, hieß es. Das kostet. Die Krux in Krauschwitz ist jedoch, dass das alte Hauptgebäude aus dem Jahr 1958, um das es vor allem bei der Sanierung geht, unter Denkmalschutz steht. Das bedeutet laut Falko Hinz zusätzliche Anforderungen und zusätzliches Kostenrisiko. Gemeinderat Frank Lehmann (Freie Wähler) wollte wissen, was im Vergleich dazu ein Neubau kosten würde. Hinz nannte als Richtwert rund zehn Millionen Euro. „Aber Sie bekommen das Denkmal nicht weg. Das ist chancenlos. Sie sind sozusagen mit dem historischen Bau verheiratet.“ Und nicht nur das. Der Experte erinnerte den langjährigen Gemeinderat daran, dass schon viel Fördergeld in die Schule geflossen ist – 2006 in einen modernen Anbau, 2013 in eine Sporthalle – und daran eine  Zweckbindung hängt. Wenn die Kommune sozusagen alles abreißen würde, bevor die Frist 2028 ausläuft, muss sie die Fördergelder zurückgeben.

Angesichts leerer Gemeindekasse äußerte zum Beispiel Marlies Wudi (Freie Wähler) Sorge, was die Eigenmittel der Gemeinde für die Sanierung angeht. „Was, wenn wir die nicht aufbringen können?“, fragte sie. Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler): „Das ist doch erst der Anfang heute.“ Die Stadt sei dazu im Gespräch mit dem Landrat, so Mönch. Derzeit wisse er auch noch nicht, woher das Geld kommen soll. CDU-Gemeinderat Daniel Mosmann forderte, das zu unterstützen. Es gehe um die Kinder, und Krauschwitz kämpfe schon 15 Jahre um die Sanierung, warnte er, das Vorhaben zu blocken. Planer Holger Sieg verwies auf den hohen Investitionsstau und auf all die Vorschriften, die mit dem jetzigen Schulgebäude nicht eingehalten werden. Die Gefahr bestehe, dass der Gesetzgeber die Betriebserlaubnis kündigt. „Es ist kein Zuckerschlecken, eine einmal geschlossene Schule wieder zu eröffnen.“ Das alles überzeugte die Mehrheit. Bis auf eine Enthaltung und eine Gegenstimme, gab der Rat grünes Licht für das Raumkonzept.