ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:45 Uhr

Kromlauer Rakotzbrücke bleibt weiter im Fokus

Notdürftig hat die Gemeinde Gablenz die Rakotzbrücke in Kromlau vor unbefugtem Zutritt gesichert.
Notdürftig hat die Gemeinde Gablenz die Rakotzbrücke in Kromlau vor unbefugtem Zutritt gesichert. FOTO: jor1
Gablenz. Auch in der Gemeinderatssitzung am Montagabend hat die Rakotzbrücke im Kromlauer Rhododendronpark die Räte und den Bürgermeister in Gablenz beschäftigt. "Wir haben nun Absperrungen an der Rakotzbrücke errichtet", erklärte Dietmar Noack (CDU). Christian Köhler

Die Gemeinde wolle damit einerseits die schützen, die widerrechtlich die Brücke betreten und sich dabei verletzen könnten, und andererseits die Kromlauer Brücke davor bewahren, einzustürzen.

"Der vergangene Monat war sehr hart und anstrengend für uns", erzählte Dietmar Noack. Er sei tagsüber und in der Nacht an die Brücke gerufen worden, weil immer wieder Unbefugte sich an dem Wahrzeichen des Ortes aufgehalten oder ungenehmigte Filmdreharbeiten am Rakotzsee durchgeführt haben. "Es gab Leute, die mit einem Paddelboot auf dem See unterwegs waren", berichtete der Bürgermeister.

Dabei ist die Gemeinde Gablenz seit 2. November Inhaber des Markenschutzes für die Brücke im Rhododendronpark. "Dies gilt für zehn Jahre und kann von uns verlängert werden", so Noack weiter. Damit müssen Film- und Fotoaufnahmen der Brücke, wenn sie gewerblich und kommerziell genutzt werden, vorher von der Gemeinde genehmigt werden.

Suche nach einem Anwalt

Gemeinderat Frank Hoffmann wollte unterdessen wissen, wie weit die Gemeinde damit gekommen sei, einen Anwalt zu finden, der die Gablenzer bei den Rechtsstreitigkeiten berät. "Ich habe eine Fotozeitschrift in den Händen gehalten, die deutschlandweit erscheint", erzählt Frank Hoffmann, "und darin unsere Rakotzbrücke gefunden". Hoffmann ärgert sich darüber, dass andere Geld mit den Fotos verdienen, die Gemeinde selbst davon aber nichts hat.

"Die Sache überrollt uns gerade", schätzt Dietmar Noack ein. Er habe bereits die Suche nach einem Anwalt ins Rollen gebracht, jedoch noch niemanden gefunden, der für die Gemeinde die Abmahnungen bei Verstößen gegen das Markenrecht macht. "Es ist auch nicht so einfach, die Übeltäter zu ermitteln", gibt der Bürgermeister zu. "Ich hatte schon Anrufe von Fotografen, die sich darüber ärgern, dass sie mithelfen sollen, die Brücke zu sanieren", fügt Noack noch an. Das zeige, dass man auf einem guten Weg sei, denn "das ist nun einmal so, damit müssen die Fotografen leben". Der Stein des Anstoßes war ein Foto des Münchener Fotografen Lorenz Holder, der mit einem Schnappschuss eines Bikers auf der Rakotzbrücke beim Wettbewerb Red Bull Illume Image Quest den ersten Platz belegte - und dafür mehr als 40 000 Euro kassierte.

KSP-Begleitung beschlossen

Der Gemeinderat hat als einen ersten Schritt hin zur Sanierung der Rakotzbrücke dem Ingenieurbüro Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DKS) aus Wiesbaden die Zusage für die Begleitung eines Förderprogramms erteilt. Das KSP-Förderprogramm (Kleine Städte und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke) will Gablenz gemeinsam mit Bad Muskau beantragen. Für die Begleitung des Programms erhält DKS etwa 12 500 Euro. Die Kosten teilen sich Gablenz und Bad Muskau nach den anschließend ausgezahlten Fördergeldern prozentual auf. Der Stadtrat Bad Muskau wiederum hat die Zustimmung DKS noch nicht erteilt.