„Schaut Euch mal die Buchen an“ , forderte Fritz Nowusch, Förster a.D. und Parkverantwortlicher, die Gemeinderäte auf, sich das Dilemma vor Ort anzusehen. Er meinte damit die Bäume, die in den letzten Tagen gefällt werden mussten, und deren Holz noch nicht ganz beräumt ist. Selbst der Laie sieht vor Ort am besten, dass die Bäume erheblich geschädigt sind. „Als im Sommer alle Bäume ringsum grün waren, waren die Blätter der Buchen bereits gelb“ , berichtet Nowusch. Bei einer Buche hat er versucht, die Jahresringe auszuzählen und dabei gesehen, dass der Baum die letzten 25 Jahre kaum gewachsen ist. „Mit dem Bau des Parkplatzes wurde den Bäumen der Todesstoß versetzt“ , schlussfolgerte Gablenz' Bürgermeister Lothar Karger.
Werden Buchen normalerweise zwischen 200 bis 250 Jahre alt, so Nowusch, mussten die Kromlauer im Alter von 135 bis 140 Jahren gefällt werden.
Schon im Frühjahr mussten wegen der Verkehrssicherungspflicht acht Bäume weichen. „Alles ist mit dem Denkmalschutz abgestimmt“ , erläuterte Nowusch. Wohl wissend, dass die Baumfällaktion in Kromlau auch wieder nicht ohne Kritiker blieb.
„Die Buchen sind mittlerweile da und sollen so schnell wie möglich gepflanzt werden“ , erklärte Umweltausschussvorsitzender Klaus Hübner. Damit sind die Ersatzpflanzungen für die in diesem Jahr gefällten Buchen gemeint. In diesem Zusammenhang meinte Hübner, dass die Gemeinde bei der BVVG, Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft, Druck machen müsse, um endlich den Parkplatz verlegen zu können.
Die Gemeinde plant, die dahinterliegende Wiese zu kaufen und sie als Parkplatz herzurichten. „Wir haben den Ödlandpreis zugrunde gelegt. Das heißt, das Grundstück würde uns rund 4000 Euro kosten. Bis jetzt haben wir dazu nichts gehört“ , erklärte Karger.
Ziel sei es, mit den Maßnahmen zur Umverlegung des Parkplatzes im Frühjahr zu beginnen. „Wir brauchen eine tragfähige Fläche für jede Jahreszeit“ , so Karger, und das am besten bis zum nächsten Pfingstfest, wo jeder Platz gebraucht wird. Für den Park wichtig, auf der neuen Fläche sollen drei bis vier Busstellplätze entstehen.
Mit der Umverlegung des Parkraums würde die Gemeinde sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: eine größere Parkfläche schaffen und zudem die Buchen entlasten.