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| 16:15 Uhr

Kromlauer Park
Überraschungsei Rakotzbrücke

Der Rakotz hinter Gittern: Der Bauzaun ist neben Bautafel und Baustraße das erste sichtbare Zeichen, dass die Sanierung kurz bevor steht. Deshalb fehlt auch das Wasser im Teich.
Der Rakotz hinter Gittern: Der Bauzaun ist neben Bautafel und Baustraße das erste sichtbare Zeichen, dass die Sanierung kurz bevor steht. Deshalb fehlt auch das Wasser im Teich. FOTO: Regina Weiß
Kromlau. Umfangreiche Voruntersuchungen und Abstimmungen sind für das besondere Sanierungsvorhaben in Kromlau notwendig. Von Regina Weiß

Schon bei der Baustraße zeigt sich, wie sensibel das Sanierungsvorhaben Rakotz-Ensemble ist. Als es darum ging, die neu geschaffene Zufahrt in das Parkareal zu verdichten, durfte dafür keine Rüttelplatte eingesetzt werden. „Es durfte keine Erschütterungen für die Brücke geben“, erklärt Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) am Montagabend im Gemeinderat. So kam eine Walze zum Einsatz, um den Weg, der an der Kreisstraße zwischen Gablenz und Kromlau abzweigt und bis in den Rakotz führt, fest zu bekommen. Da der Weg auch noch ein Stück verlängert werden musste, hat der Gemeinderat diesbezüglich einen Nachtrag von rund 1800 Euro auf dem Tisch.

Die Baustraße wurde neu angelegt und führt direkt von der Kreisstraße bis zum Rakotz.
Die Baustraße wurde neu angelegt und führt direkt von der Kreisstraße bis zum Rakotz. FOTO: Regina Weiß

Nicht der einzige Nachschlag, über den die Räte entscheiden müssen. Ein Umstand, der schon für einen kurzen Disput sorgt. Gemeinderat Uwe Horbaschk zieht gleich den ganz großen Vergleich mit Stuttgart 21 und dem Flughafen Berlin, als er wie die anderen über Leistungserweiterungen bei den Baugrunduntersuchungen entscheiden soll. Es geht um mehr Geld. Dabei haben die eigentlichen Bauarbeiten noch nicht mal angefangen, bringt der Gablenzer seine Sorgen zum Ausdruck. Da hält Ratskollege Dirk Thorausch gegen: Beim richtigen Lesen der Begründung hätte auffallen müssen, dass die ursprünglich gesetzte Summe noch nicht überschritten sei.

Auch Gemeinderat Frank Hoffmann fragt bezüglich des Geldes nach, als es um die Betreuungsleistungen für das Sanierungsvorhaben Stadtgrün Park und Rakotz-Ensemble geht. Beides wird die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) aus Leipzig übernehmen, die auch die Projektvorbereitung begleitet hat. Bei einem Millionen-Umfang machen sich acht Prozent als Betreuungsleistungen stattlich aus, findet Hoffmann. „Wir reden von viel Geld“, unterstreicht er. Da muss ihm der Bürgermeister Recht geben. Er erklärt aber auch, dass eine ganze Menge an Arbeit geleistet werden muss und alles nachgewiesen wird.

Alles in allem zeichnet sich immer mehr ab, dass die beiden großen Bauprojekte (Stadtgrün und Rakotz-Bauwerke) hochkomplexe Angelegenheiten sind. Sie erfordern zum einen unwahrscheinlich viel Vorarbeiten – das fängt bei Projektskizzen an und hört bei Baugrunduntersuchungen auf – und dem entsprechend viel Abstimmungsbedarf. So hat Noack gemeinsam mit seinem Stellvertreter Peter Weszkalnys den gesamten Dienstag in der Landeshauptstadt verbracht. Beim Landesamt für Denkmalpflege und beim Innenministerium gab es reichlich Gesprächsbedarf, um die Projekte voranzubringen.

Noacks Intention: Je näher man der Rakotzbrücke rückt, um so größer wird der Respekt vor dem Halbrund aus Basaltsteinen. „Keiner weiß, was passiert, wenn sie reingucken“, sagt er der RUNDSCHAU auf Nachfrage. Die Brücke ist ein Überraschungsei mit vielen Fragezeichen. Den Vergleich der Heimatzeitung kann Noack nur bejahen. Bröckelnder Mörtel, die Stalaktiten und Aussalzungen lassen nur erahnen, was sich zwischen den Steinen abspielt. Ist es so schon kompliziert genug, wird es noch kniffliger. Der Muskauer Faltenbogen hat im Rakotz voll zugeschlagen. Soll heißen: Es gibt schwierige Bodenverhältnise. Schichten, die nicht wirklich tragen. „Es ist schon eine ganze Menge untersucht worden und muss nun noch überprüft werden. Ich denke, es gibt Lösungen“, gibt sich Noack optimistisch. Was das am Ende in Euro bedeutet, kann derzeit noch keiner sagen. Aktuell stehen die 2,7 Millionen Euro. „Es kann teurer werden“, so Noack. Aber es gibt eben auch keine Alternative. „Wir wollen das erhalten und müssen das jetzt durchziehen.“

Bürgermeister Dietmar Noack.
Bürgermeister Dietmar Noack. FOTO: Regina Weiß

Ob an der Rakotzbrücke in diesem Jahr bauseitig noch etwas passiert, kann derzeit auch der Bürgermeister nicht sagen. Am ehesten könnte es an der Grotte losgehen. Diese stand mal neben der kleinen Brücke am Rakotz und stürzte über Nacht ein. Bevor dort ein Fundament gemacht wird und das Bauwerk wieder errichtet wird, werden alle Steine gescannt und katalogisiert, um zu wissen, wo jeder seinen richtigen Platz hat. Doch dafür müssen sich nach der vorgeschriebenen Ausschreibung auch erst mal Firmen finden.

Parallel zum Rakotz laufen die vorbereitenden Arbeiten für das Stadtgrün. Projektleistungen für den Wegebau und den Infopunkt samt Toilette am Parkplatz werden Firmen aus Cottbus und Dresden ausführen, legten die Räte fest. Im Zuge dessen wird auch der Parkplatz am Ortseingang neu gestaltet. Er soll künftig eine separate Ein- und Ausfahrt erhalten. Und auch an einen Kinderspielplatz wird gedacht. Nahe der Gärtnerei am Radweg wird diese neue Attraktion entstehen.