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| 10:03 Uhr

Herkulesfigur aufgetaucht
Sensationeller Fund an Rakotzbrücke

 Das Fragment vom Herkules aus der Grotte im Kromlauer Park.
Das Fragment vom Herkules aus der Grotte im Kromlauer Park. FOTO: Dietmar Noack
Kromlau. Die Hoffnung war da. Doch am Ende sind alle überrascht. Die eingestürzte Grotte am Kromlauer Rakotzsee offenbart ihr erstes Geheimnis. Von Regina Weiß

In Kromlau geht es Schlag auf Schlag. Nach dem Beginn der Bauarbeiten an der Grotte am Rakotzsee und dem überaus gelungenen 55. Park- und Blütenfest zu Pfingsten sorgt das Rakotzensemble für die nächste Schlagzeile. In dieser Woche hat die Grotte, die vor Jahrzehnten eingestürzt ist, ein erstes Geheimnis offenbart: die Reste der Herkulesfigur.

Die hatte einst in dem Bauwerk gestanden. Das bestätigt Thomas Bauer von der Bauer Lauterbach GmbH aus Dresden. Steintorso ist jetzt wieder aufgetaucht, ebenso der Kopf der Figur. Der Torso zeigt, dass die Figur eine Keule umfasst. Laut Sage werden Herkules Attribute wie das Fell des Nemeischen Löwen, des unverwundbaren Löwen der griechischen Mythologie, sowie Keule, Bogen und Köcher zugeordnet. Denn Herkules war bei der Göttin Hera in Ungnade gefallen. Sie schickte ihm den Wahnsinn. Und diesem verfallen, warf Herkules seine zwölf Kinder ins Feuer. Um sich von der Schuld zu befreien, wurde er zu zwölf Aufgaben verdammt. Eine war, dem König Eurystheus das Fell des unverwundbaren Löwen zu bringen.

„Es ist eine Sensation“, sagt der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack (CDU). Für ihn kam dieser Fund absolut unerwartet. Ihm ist die Freude anzusehen, als er die Plastik selbst in Augenschein nimmt und fotografiert.

In alten Aufnahmen von der Grotte, die 1952 eingestürzt ist, sind figürliche Darstellungen zu sehen. So sei die Hoffnung da gewesen, bei den Arbeiten etwas wiederzufinden. Seit Mai wird am Wiederaufbau der Grotte gearbeitet. Den Auftrag hat die Firma Schubert Steinmetz und Steinbildhauer GmbH aus Dresden erhalten. Dorthin sind auch die Funde aus Kromlau abtransportiert worden. Sie werden in der Landeshauptstadt weiter untersucht. Schließlich geht es darum, abzuklären, wie man sie wieder aufbauen kann. Schließlich handelt es sich um eine lebensgroße Figur.

 Ein Bild aus alten Tage. Das stand die Grotte am Rakotzsee noch. Jetzt gibt es von ihr nur ein Haufen Steine. In der historischen Aufnahme ist der Herkules links oben tz erkennen.
Ein Bild aus alten Tage. Das stand die Grotte am Rakotzsee noch. Jetzt gibt es von ihr nur ein Haufen Steine. In der historischen Aufnahme ist der Herkules links oben tz erkennen. FOTO: LR / Regina Weiß

Bis dato waren es vor allem alte Aufnahmen gewesen, die wichtig waren. Die Bilder waren mit eine Hilfe, als es darum ging, den Wiederaufbau des Bauwerks mittels Computer zu simulieren. Bauleiter Thomas Bauer hatte der RUNDSCHAU diese Arbeit am PC wie folgt erklärt: Dabei handelt es sich um eine perspektivische Auswertung. „Das meint, dass wir die vier maßgebenden historischen Fotoaufnahmen hinsichtlich des Standpunktes des früheren Fotographen über die Perspektive am 3D-Modell zurückverfolgt und so die Aufnahmen in besagtes Modell positioniert haben“ Das Büro Bauer Lauterbach GmbH konnte dann anhand der Proportionen von auf den Fotos erfassten Personen relativ exakt rekonstruieren, wie die Grotte einmal ausgesehen hat und wie groß sie war.

„Die mit figürlichen Bildplastiken besetzte Grotte kann somit als das für die Gesamtinszenierung des Rakotzensembles wichtigste gartenarchitektonische Gestaltungselement zwischen Teufelsbrücke und Basaltinsel bezeichnet werden. Außerdem kann wieder nahezu originalgetreu rekonstruiert werden“, so Bauer jüngst in einem Fachvortrag.

In der nächsten Woche geht es an den Basaltstelen (Orgel) los. Sie werden mit einer Seilverspannung gesichert, bevor dort die Bauarbeiten richtig losgehen können.