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| 02:38 Uhr

Kringelsdorfer Porenbeton seit 21 Jahren am Markt

Blick in die Fertigung von Europor. Gleich verlassen die Porenbetonteile die Schalungen. 80 Mitarbeiter arbeiten dort.
Blick in die Fertigung von Europor. Gleich verlassen die Porenbetonteile die Schalungen. 80 Mitarbeiter arbeiten dort. FOTO: Regina Weiß
Kringelsdorf. In Kringelsdorf wird pausenlos geheiratet. Allerdings fern vom Standesamt. Hochzeit so nennen es die Fachleute, wenn die Stahlbewehrung mit dem Beton vereinigt wird. Bei Europor in Kringelsdorf passiert das zigmal am Tag. Regina Weiß

Das Porenbetonwerk Europor GmbH produziert im Gewerbegebiet des gleichnamigen Boxberger Ortsteils mittlerweile im 21. Jahr. "Es läuft alles stabil", sagt Geschäftsführer Armin Hoffmann. Er ist neben seinem Schwiegervater Horst Winkler und dem Hauptgesellschafter Xella-Gruppe Anteilseigner am Unternehmen. Schließlich sei damals die Baukrise, die die Hälfte des deutschen Marktes gekostet hatte, auch an Kringelsdorf nicht spurlos vorbeigegangen.

Die Fläche und die großen Sandvorkommen in der Nähe hatten kurz nach der Wende dafür gesorgt, dass die Entscheidung für die Investition auf Kringelsdorf gefallen war. Mutig wurde investiert. 18 Millionen D-Mark flossen damals allein ins Werk I. Dort wurden Porenbetonsteine produziert. Nach neun Monaten lief die Produktion. Das sei einmalig gewesen, erinnert sich Armin Hoffmann.

Mittlerweile habe man sich von der Steinproduktion verabschiedet. "Wir konzentrieren uns auf unser Basisgeschäft", sagt der Geschäftsführer. Und das sind die Poren-Montagebauteile - die Fassaden für Wirtschaftsbauten. Armin Hoffmann spricht von einem Nischenprodukt. Europor sei zwar teurer, biete aber die entsprechend gute Qualität. Und noch eins können die Kringelsdorfer. Sie können in ihrer Werkhalle die Bauteile in einer Länge von 8,30 Meter fertigen. Das bringe einen Vorteil beim Bauen. Die Bauherren sind schneller und sparen außerdem bei Fundamenten. Das mache die Kringelsdorfer Produkte gefragt, so Hoffmann. Gesteuert von Computern und überwacht von Mitarbeitern werden die Betonteile vollautomatisch hergestellt. Dabei kommt es auch mehrmals täglich zur Hochzeit, dann, wenn die Stahlbewehrung in den Beton eintaucht.

90 000 Kubikmeter verlassen pro Jahr die Halle. "Das sind 15 Lkw am Tag", erzählt Armin Hoffmann. Die Waren gehen neben Ländern wie Frankreich oder Litauen vorrangig auf den deutschen Markt. 25 Prozent der Kringelsdorfer Produkte werden nach Polen verkauft. "Dort gibt es keinen Hersteller von Porenbeton", erklärt Hoffmann. Fakt ist, alles kommt über die Straße zum Kunden. Deshalb macht sich der 52-jährige Armin Hoffmann stark dafür, dass der zweite Abschnitt der Spreestraße im Kreis Bautzen ausgebaut und an die B 97 angebunden wird. Dafür hat er kürzlich eine Unterschriftenaktion beim Unternehmerstammtisch in Boxberg initiiert.