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Kreistag Görlitz
Kreistag beschließt Klinikakademie für Görlitz

Görlitz. Ein Ausbildungsverbund der Krankenhäuser wird im Landkreis Görlitz gebildet. ziel ist es, Berufsnachwuchs in erforderlicher Zahl und Qualität auszubilden.

Der Kreistag hat mit deutlicher Mehrheit (60 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und elf Enthaltungen) am Mittwoch beschlossen, einen kommunalen Ausbildungsverbund zu gründen. Ziel dieses ist ab September 2018 die Betreibung einer Medizinischen Berufsfachschule des Landkreises Görlitz. In diesem Zusammenhang ist eine Krankenhaus-Akademie als 50-prozentige Tochter des Klinikums Oberlausitzer Berg­land ins Leben gerufen worden, berichtet Landkreissprecherin Susanne Lehmann. Der Akademie soll es gelingen, den Berufsnachwuchs in erforderlicher Zahl und Qualität auszubilden. Da müsse noch eine gehörige Schippe drauf gelegt werden, denn aktuell reiche die Zahl der Bewerber nicht aus, um das erforderliche Niveau zu halten. Dezernentin Martina Weber habe davor gewarnt, wenn nicht genügend Personal zur Verfügung stünde, könnte es dazu kommen, dass in den Häusern des Klinikverbundes Stationen schließen müssen.

Andreas Grahlemann, Geschäftsführer der Managementgesellschaft Gesundheitszentum des Landkreises und damit gleichzeitig kaufmännischer Chef des Klinikums Oberlausitzer Bergland und des Kreiskrankenhauses Weißwasser, habe sich ebenfalls für die zentralisierte Ausbildung ausgesprochen.

Partner im Verbund sind das Städtische Klinikum Görlitz, das Klinikum Oberlausitzer Bergland, das Sächsische Krankenhaus für Psychi­atrie, Psychotherapie und Neurologie Großschweidnitz, das Kreiskrankenhaus Weißwasser, das Malteser Krankenhaus St. Carolus und das Orthopädische Zentrum Martin-Ulbrich-Haus Rothenburg.

Die Anforderungen an die Pflege im stationären und ambulanten Bereich haben sich deutlich erhöht. Vor allem habe auch die Zahl schwerstpflegebedürftiger Menschen zugenommen und diese Zahl werde weiter steigen, argumentiert die Landkreisverwaltung. Die Prognose des Kreises diesbezüglich sagt rund 2500 Personen mehr bis 2030 aus. Schon allein aus diesem Grund werden Pflegefachkräfte gebraucht.

(ni)