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Kreis ist grenzenloses Entdeckerland

Holger Freymann (vor der Kulisse von Görlitz) ist froh, dass das Tourismuskonzept den künftigen Leitfaden vorgibt.
Holger Freymann (vor der Kulisse von Görlitz) ist froh, dass das Tourismuskonzept den künftigen Leitfaden vorgibt. FOTO: Regina Weiß
Görlitz. 66 Seiten stark ist das Tourismuskonzept, das für den Kreis Görlitz erarbeitet wurde. Unter dem Dach der Oberlausitz lautet das Motto: "Grenzenlos entdecken". Das gilt für Kulturschätze und aktive Freizeitangebote gleichermaßen. Regina Weiß

Die Botschaft der Fachexperten von der dwif-Consulting GmbH - eine Beratungsfirma aus dem Tourismussektor - ist deutlich. Sie haben dem Landkreis Görlitz quasi ins Stammbuch geschrieben, dass er sich mehr profilieren muss, will er mehr Touristen zwischen Groß Düben und Neugersdorf begrüßen.

"Mit der bunten Vielfalt werden wir keinen in den Landkreis ziehen", ist sich Holger Freymann, Leiter des Kreisentwicklungsamtes, sicher. Vielmehr sind Aushängeschilder für das Kreisgebiet wichtig. Solche machen den Besucher neugierig und die Region für ihn anziehend. "Wenn der Tourist dann hier ist, dann kann er über die bunte Vielfalt informiert werden", so Freymann weiter.

So wurde geguckt, welche Angebote bei den Reiseveranstaltern besonders intensiv nachgefragt werden. Demnach haben vor allem der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau und Görlitz eine touristische Sogwirkung, die es noch aktiver zu nutzen gilt. Genau deshalb werden beide Ziele als Premiummarken hervorgehoben. Neben diesen gibt es zwei weitere. Das sind beim Thema Radfahren der Oder-Neiße- und der Spreeradweg und beim Wandern der Oberlausitzer Bergweg.

Mit der Konzeption liege die Basis vor, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, heißt es aus dem Landratsamt. Dabei will sich der Landkreis als Entdeckerland präsentieren. Das Motto heißt "Grenzenlos entdecken". Das gilt sowohl für Kulturschätze als auch aktive Freizeit- und Naturerlebnisse. Künftig sollen deshalb der anspruchsvolle Kultururlauber mit Naturinteresse sowie der entspannte Rad- und Wanderurlauber mit Kulturinteresse als Hauptzielgruppen angesprochen werden. Eine weitere wichtige Zielgruppe ist aus Sicht der Fachleute der spaßorientierte Familienurlauber. Da die Oberlausitz eine bundesweit bekannte touristische Marke ist, will sich der Landkreis weiter unter dieser Dachmarke präsentieren.

Um künftig besser aufgestellt zu sein, ist in der Konzeption nicht nur der Ist-Zustand analysiert worden. Laut Freymann gebe es auch ein Pflichtenheft, das aufgeschrieben wurde. Das reiche vom Produktmarketing über Digitalisierung und Barrierefreiheit bis hin zur Imagekampagne, dem Qualitätsmanagement und der Fachkräftesicherung.

Zum Thema:
Im Reisegebiet Oberlausitz-Niederschlesien lag die Auslastung der Beherbergungskapazitäten 2014 bei 32,3 Prozent. Der Kreis hat mit 48 zertifizierten Bett & Bike-Betrieben ein starkes radtouristisches Angebot. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste liegt bei 2,8 Tagen.Ergebnisse der Tourismuskonzeption gibt es unter tk.landkreis.gr/ (rechts unter Dokumente)