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Kreis Görlitz will Pflegeausbildung bündeln

Görlitz. Die Krankenhäuser im Landkreis Görlitz wollen einen Ausbildungsverbund gründen. Neben den Einrichtungen in Trägerschaft des Landratsamtes (Klinikum Oberlausitzer Bergland und Kreiskrankenhaus Weißwasser) beteiligen sich daran auch das Städtische Klinikum Görlitz, das Sächsische Krankenhaus Großschweidnitz, das Martin-Ulbricht-Haus Rothenburg und das Malteser-Krankenhaus Görlitz. ume1

"Wir sehen im Pflegebereich einen immer größer werdenden Bedarf an Fachpersonal, der mit den gegenwärtigen Strukturen nicht abgesichert werden kann", begründet die für Soziales zuständige Beigeordnete des Landrates, Martina Weber, das Vorhaben. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung geht für das Jahr 2030 im Landkreis Görlitz von zusätzlich 4500 Pflegebedürftigen und fehlenden 2740 Pflegekräften im Vergleich zur heutigen Situation aus. Selbst bei einer etwas günstigeren Entwicklung gebe es großen Handlungsbedarf, so die Beigeordnete.

Mit dem "Leuchtturmprojekt Ausbildungsverbund Ostsachsen" könnten alle Ausbildungsbelange der beteiligten Krankenhäuser gebündelt werden. Der Verbund könne "als Motor für die inhaltliche Entwicklung neuer Ansätze und Konzepte fungieren" und dadurch "überregionale Anziehungskraft erlangen". "Es wäre eine Katastrophe, wenn unsere Lehrlinge nach Cottbus oder Dresden abwandern. Vielmehr müssen wir versuchen, junge Leute von außerhalb für unseren Landkreis zu gewinnen", fordert Martina Weber.

Skepsis gegenüber den Plänen gibt es allerdings im Süden des Landkreises, wo man um den Fortbestand der Bildungsgesellschaft Zittau fürchtet. Diese hat ebenfalls einen Schwerpunkt in der medizinischen Ausbildung, bleibt aber bei den Plänen für den Ausbildungsverbund unberücksichtigt.