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| 14:26 Uhr

Der Wolf in der Lausitz
Gespräche zu Wolfsabschuss laufen

Görlitz. Der Landkreis Görlitz reagiert auf einen Angriff zwischen Rothenburg und Kodersdorf.

Der Landkreis Görlitz befindet sich derzeit in Gesprächen mit dem Sächsischen Umweltministerium, um den Abschuss eines weiteren Wolfes rechtssicher vorbereiten zu können. Darüber hat am Mittwochabend Dezernentin Heike Zettwitz im Kreistag informiert. „Die Gespräche sind aber noch nicht abgeschlossen.“ Sie gehen im Oktober weiter. Das Ministerium erklärt dazu nur: „Das SMUL hat diesbezüglich ein Informationsschreiben des Landkreises Görlitz erhalten und fachaufsichtlich beantwortet.“

Hintergrund ist die Häufung von Nutztierrissen rund um Horka, Rothenburg, Kodersdorf, Uhsmannsdorf. Dort war im August der aufsehenerregendste Fall passiert, als auf dem Gelände einer Kindertagesstätte zwei Ziegen gerissen wurden. Lolek und Bolek – so hießen die Tiere – waren für die Kinder angeschafft worden. Die Ziegen hatten nach Aussage von Heike Zettwitz auch hinter einem dem Managementplan entsprechenden Zaun gestanden. Das hatte Kreisrat Ralf Brehmer (SPD) wissen wollen.

Laut Zettwitz habe es in diesem Jahr im Kreis bereits über 70 Nutztierrisse gegeben, die dem Wolf zuzuschreiben sind. Bei den jetzt laufenden Vorbereitungen geht es um den dritten geplanten Abschuss eines Wolfes im Kreis. Erstmals betraf das Pumpak, ein Wolf, der im Raum Rietschen die Gehöfte besuchte. Doch zum Abschuss kam es nicht, Pumpak verschwand. Beim zweiten Fall ging es um den an Räude erkrankten Isegrim, der in Weißkeißel und Krauschwitz Hunde tot gebissen hatte. Er wurde im Februar erschossen.

Derweil geht diese Entnahme von Problemwölfen der AfD nicht weit genug. Sie will eine Änderung des Wolfsmanagements. Sie fodert, dass der Kreistag beschließt, dass wiederum die Landesregierung beschließen soll, den Landkreis Görlitz zur wolfsfreien Zone zu erklären und die Population in ihrem Bestand zu regulieren. Da dieser Antrag nicht im Fachausschuss vorberaten wurde, wurde er am Dienstag dorthin verwiesen. Nun wird er wahrscheinlich bei der Dezember-Sitzung auf der Tagesordnung stehen. „Wir bemühen uns, zur Debatte Fachverstand einzuholen“, kündigte Heike Zettwitz an.

(rw)