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| 16:08 Uhr

Verärgerung in Krauschwitz
Rat weist AfD-Kritik zurück

Bei der Einwohnerversammlung in Bad Muskau gab es wohl Kritik als auch Zuspruch für die mögliche Gemeindeehe.
Bei der Einwohnerversammlung in Bad Muskau gab es wohl Kritik als auch Zuspruch für die mögliche Gemeindeehe. FOTO: Christian Köhler
Krauschwitz. Daniel Mosmann (CDU) fordert, dass Kritik am Krauschwitzer Rat auch in den Sitzungen geäußert wird. Von Christian Köhler

Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister Daniel Mosmann (CDU) aus Krauschwitz ist stinksauer. Er ärgert sich über die Äußerungen, die AfD-Bundestagsabgeordneter Tino Chrupalla jüngst in der RUNDSCHAU zum Besten gab. „Das Deutsche Haus ist ein Sinnbild für die Lage von Krauschwitz“, sagt der Gablenzer, der 2017 für die AfD in den Bundestag zog. Es herrsche seit Jahren Stillstand in der Gemeinde. Bürgermeister und Gemeinderat müssten mehr Druck ausüben, um für Krauschwitz Zählbares herauszuholen, ist sich Chrupalla sicher.

Mosmann hält es während der jüngsten Ratssitzung fast nicht mehr im Sitz. „Wer Kritik am Gemeinderat oder an der Gemeinde hat, der soll in die Sitzung kommen und sich hier äußern“, fordert er. Immerhin gebe es eine Einwohnerfragestunde, an der jeder teilnehmen könne. Das Deutsche Haus etwa sei ständig Thema, allerdings könne die Gemeinde nicht an Privatbesitz heran. „Es gibt noch andere Schandflecken im Ort“, so Mosmann mit Blick auf den Aspekt, dass sich die AfD ausgerechnet das zusammengefallene Deutsche Haus für ihren Flyer ausgesucht hat, der dieser Tage durch Krauschwitz geistert.

Während der Ratssitzung in der vergangenen Woche hält der CDU-Gemeinderat zudem ein Faltblatt in die Höhe, was Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) zeigt. Das Blatt wurde 2007 im Rahmen der damaligen Fusionspläne zwischen der Gemeinde und Bad Muskau erstellt. Seinerzeit hatte Rüdiger Mönch die Fusion vehement abgelehnt. „Allerdings hat 2018 mit dem Jahr 2007 überhaupt nichts zu tun“, will sich Mönch richtig verstanden wissen. Während der Einwohnerversammlung in Bad Muskau erklärt er: „Die Gesetzeslage hat sich völlig geändert. Damals hätten wir bei einer Fusion in Krauschwitz die Steuern so hoch anheben müssen, dass ich dies nicht hätte verantworten können.“ Heute sei dies nicht mehr Voraussetzung für eine Gemeindeehe. „In Krauschwitz herrscht kein Stillstand. Ich verurteile so eine Äußerung aufs Schärfste“, so Mönch. In der Gemeinde seien mehr als fünf Millionen Euro in den vergangenen Jahren investiert worden.

Bei der Einwohnerversammlung in Krauschwitz im September hatte sich zudem AfD-Ortsgruppenvorsitzender Roberto Kuhnert aus Weißwasser zu Wort gemeldet. Er übte ebenfalls Kritik an Rat und Gemeinde. Schließlich sei in Sachen Ortsumfahrung, die die Krauschwitzer seit Jahren fordern, „gar nichts passiert“. Dabei, so Kuhnert, „nimmt der Verkehr ständig zu und die Situation ist unerträglich“. Kuhnert sieht solche Projekte als dringlicher an, als über die Fusion zu diskutieren.

Daniel Mosmann kann diese Kritik nicht verstehen. Nur weil nicht losgebaut werde, heiße das nicht, dass nichts passiert sei: „Wir haben Jahre für die Ortsumfahrung gekämpft“, gibt Mosmann zu verstehen. Und das, obwohl es um eine Bundesstraße geht, für die die Gemeinde überhaupt nicht zuständig ist. „Trotzdem haben wir dem Landkreis unsere Forderungen mitgeteilt“, erklärt Mosmann. Der Kreis wiederum hat diese längst an das Bundesverkehrsministerium weitergeleitet. „Die Ortsumfahrung steht schon lange im Bundesverkehrswegeplan drin“, erklärt Daniel Mosmann. Manches dauere eben, denn „die Mühlen der Behörden mahlen nicht so schnell, wie wir uns das alle gerne wünschen“, sagt der Gemeinderat weiter. Wer also Kritik übt, müsse sich zunächst richtig informieren.

Ungeachtet dessen lädt am heutigen Dienstag die AfD um 19 Uhr zu einer Versammlung in die Gaststätte „Zur Linde“ nach Krauschwitz.