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Sturmtief Xavier
Krauschwitzer hadert mit Energieversorger

Bäume sind in die Freileitung gestürzt, die unter Strom stand.
Bäume sind in die Freileitung gestürzt, die unter Strom stand. FOTO: S. Richter
Krauschwitz. Sighard Richter aus Krauschwitz ist noch immer entsetzt über das Geschehene auf seinem Grundstück am Donnerstagabend, als das Sturmtief Xavier zur Hochform auflief. Seine Kritik richtet sich an das Unternehmen Mitnetz. Gabi Nitsche

Was war passiert? Als er am Abend nach Hause gekommen war, schildert er, drohten auf dem Grundstück am Feldweg Birken in die Stromleitung zu stürzen. Er meldete das umgehend über den Feuerwehrnotruf 110 und bei Mitnetz Strom in Cottbus. "Das war 19.49 Uhr, und der Mann am Telefon sicherte mir zu, das sofort entsprechend ins Computerprogramm einzutragen, damit Abhilfe geschaffen wird", so der Krauschwitzer. Er war zu dieser Zeit überzeugt, dass das Problem umgehend gelöst wird.

Doch als er später im Bett lag, gab es plötzlich einen fürchterlichen Knall. Wie der Mann erzählt, waren die Bäume nun tatsächlich in die Leitung gekracht und das Schlimme sei gewesen, dass diese noch unter Strom stand. Etwa eine Minute hätten die Kabel dem Funkenfeuer standgehalten, brachen dann mit lautem Getöse zusammen.

Sighard Richter fragt sich, wie das möglich sein konnte. Trotz seines Hinweises habe das Unternehmen diese Leitung unter Strom belassen. "Was ist hier schiefgelaufen? Ich unterstelle: Wenn sich zu diesem Zeitpunkt jemand dort befunden hätte, wäre derjenige tot."

Das Unternehmen versteht die Kritik des RUNDSCHAU-Lesers. "Wir bedanken uns für den Hinweis und das umsichtige Handeln von Sighard Richter." Sprecherin Maxi Rudolph erklärt dazu: Zwischen 16 und 20 Uhr lag der Höhepunkt von Sturmtief Xavier im Netzgebiet der Mitnetz Strom. Innerhalb kürzester Zeit kam es zu einer Vielzahl von Baumstürzen in Stromfreileitungen und dadurch zu Stromausfällen. Gegen 17 Uhr waren etwa 21 600 Kunden im östlichen Netzgebiet der Netzregion Brandenburg ohne Stromversorgung. "Während dieser Zeit gingen in unserer Leitwarte unzählige Anrufe ein. Bei der besagten Freileitung in Krauschwitz handelt es sich um eine Niederspannungsleitung. Diese kann nicht zentral gesteuert werden, sondern muss von einem Monteur vor Ort abgeschaltet werden", so die Unternehmenssprecherin. Sie betont: "Die Mitnetz Strom war mit allem verfügbaren Personal und mit Rahmenvertragsunternehmen im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen." Die Meldungen konnten jedoch nur nach Schwerpunkten abgearbeitet werden, und nach Mitternacht seien die Arbeiten, unter anderem auch zum Eigenschutz der Einsatzkräfte, abgebrochen worden, bittet Maxi Rudolph um Verständnis und räumt abschließend ein: "Wir wissen um die ausgehende Lebensgefahr."