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Krauschwitz
Krauschwitzer fordern Verkehrsberuhigung

Der Starkasten an der Schule funktioniert lange nicht mehr.
Der Starkasten an der Schule funktioniert lange nicht mehr. FOTO: Joachim Rehle / Rehle Joachim
Krauschwitz. Krauschwitzer pochen auf Geschwindigkeits-Begrenzung vor der Oberschule. Dazu erfolgte jetzt auf Initiative der Wählervereinigung Pro Kind eine Unterschriftensammlung. 349 Menschen unterstützen das. Von Gabi Nitsche

Gemeinderat Daniel Reif (Pro Kind) ist auf die Reaktion des Landratsamtes auf die Unterschriftenaktion gespannt. Er hofft auf eine, wie sie sich viele Krauschwitzer wünschen: eine Verkehrsberuhigung auf der Geschwister-Scholl-Straße im Bereich der Oberschule.  Das haben 349 Einwohner mit ihren Unterschriften bekräftigt. Sie sehen durch den steigenden Schwerlastverkehr auf dieser Straße, die einem Nadelöhr gleicht, die Sicherheit der Schulkinder gefährdet und wollen dem nicht tatenlos zusehen.

Die Geschwister-Scholl-Straße  sei mit mehreren Tausend Brummis die am zweitstärksten von Lkw-Verkehr betroffene Straße im Landkreis, sagt Reif. Er erinnert daran, dass es hier mal eine zeitlich unbegrenzte Geschwindigkeitsbeschränkung gab. Die fiel dann weg, und es wurde nur noch einseitig mittels Starkasten kontrolliert, anfangs bei 30 km/h, später bei 50 km/h. Nach einer Straßenbaumaßnahme wurde auch diese Kontrolle eingestellt. „Nunmehr dürfen an beiden Bushaltestellen der Oberschule alle Fahrzeuge mit 50 km/h (oder wahlweise mehr) beidseits die ‚Schikane’ Verkehrsinsel durchfahren. An den Schäden der Insel kann man sehr gut erkennen, dass der Schwerverkehr hier Probleme hat, überhaupt in der Spur zu bleiben“, so Gemeinderat Daniel Reif.

 Er schildert nachvollziehbar, was sich dort abspielt: Während die Busse mit Warnblinkanlage halten, überholen die Fahrzeuge inklusive Schwerlaster auf der linken Spur, also links an der Verkehrs­insel vorbei. „Nicht ein Fahrzeug überholt den Bus mit Schrittgeschwindigkeit.“ Die Schüler, vor allem Grundschüler, haben das in der Verkehrserziehung so nicht gelernt. Gefährlich vor allem für die Grundschüler sei es, dass einige Fahrzeuge anhalten, andere nicht. Hier seien sich die Fußgänger unsicher, wie sie sich verhalten sollen. Eine Kontrolle durch die Polizei habe nach Kenntnis von Daniel Reif in den letzten zwei Jahren zu Schulbeginn nicht stattgefunden, lediglich bei einer Fahrradkontrolle seien Polizisten gesehen worden. Reif ist überzeugt: „Wenn Sie hier alle Verkehrssünder  einer Stunde anhalten wollen, müssten Sie aus Staugründen nach fünf Minuten aufgeben, denn die Gemeinde Krauschwitz hat keinen so großen Parkplatz.“

  Die Jüngsten, die an der Grundschule in Sagar aussteigen, seien durch die dortige Tempobeschränkung auf 30 km/h besser geschützt, obwohl dort gefühlt nur 50 Autos am Tag fahren, während es in Krauschwitz 50 Autos in weniger als zehn Minuten sind.

 Der Verein Pro Kind fordert vom Landratsamt, beidseits der Geschwister-Scholl-Straße Tempo 30 und mit einer Begrenzung von zum Beispiel 6.30 bis 16.30 Uhr auszuschildern. Die genaue Zeit könne mit dem Schulleiter abgestimmt werden, so Reif. Diese Forderung würden die 349 Unterschriften bekräftigen.

Als weiterhin notwendig erachtet der Verein die Verkehrsinsel mit einem Zebrastreifen als optische Warnung zu kennzeichnen oder eine optische Geschwindigkeitsanzeige im Solarbetrieb zu installieren.

Die Bitten vieler Anwohner, die Beruhigung auf die gesamte Straße auszudehnen, zeigen dem Verein, dass hier derartige Maßnahmen dringend angebracht sind. Reif bittet  im Namen der Unterzeichner um eine schnelle Umsetzung. Man könne auch „menschlich“ entscheiden.  Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Bund seit einiger Zeit überlegt, vor allen  Schulen in Deutschland Tempo 30 festzulegen. Da könnte der Landkreis einmal Vorreiter sein. Daniel Reif betont: „In der Kommunalpolitik arbeite ich als Gemeinderat fraktionsübergreifend ohne Vorbehalte mit anderen Räten zusammen. Dazu bedarf es immer eines Kompromisses, vielleicht  ist das hier auch möglich?“

Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) begrüßt die Aktion des Gemeinderates. Denn die Gemeindeverwaltung hatte mit all ihren Forderungen gegenüber dem Kreis bis dato keinen Erfolg, beklagt Mönch. Neben der Sicherheitsfrage belastet die Krauschwitzer noch etwas: der Verkehrslärm, den Anwohner als äußerst störend empfinden. Die Trucker-Fahrer würden Straßen meiden, auf denen sie Maut bezahlen müssen und dafür oft zügig durch Orte fahren wie eben Krauschwitz.