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Krauschwitzer Förder-Glück hält an

Die Grundschule in Sagar soll saniert werden, auch diese historische Eingangstür.
Die Grundschule in Sagar soll saniert werden, auch diese historische Eingangstür. FOTO: nitsche
Krauschwitz. Mit mehr als 710 000 Euro aus dem neuen Förderprogramm "Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum" wird die weitere Sanierung der Grundschule "Neißekinder" im Krauschwitzer Ortsteil Sagar vorangetrieben. Diese gute Botschaft haben Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) und Kämmerin Maren Helbig Dienstagabend den Gemeinderäten präsentiert. Gabi Nitsche

Daran hätte Ende 2016 niemand zu glauben gewagt. Denn Krauschwitz hatte auf Gelder aus einem anderen Topf gehofft, kam aber trotz Unterstützung vom Landkreis Görlitz und der Sächsischen Aufbaubank nicht richtig voran.

"Vor vier Wochen kam dann der Aufruf für das neue Programm. Wir haben uns mit dem Landratsamt ins Benehmen gesetzt und uns wurde geraten, auf dieses Programm umzuschwenken", berichtete die Kämmerin und fügte hinzu: "Kurzfristig haben wir alles umgestrickt und den Antrag abgegeben." Das war vor etwa zwei Wochen, am Montag lag bereits die Zusage in Krauschwitz auf dem Tisch. "Und das mit einer Förderquote von 75 Prozent. Das hat uns sehr gefreut", sagte der Bürgermeister und wies darauf hin, dass Krauschwitz nach Rietschen die zweite Kommune sei, die von den "Vitalen Dorfkernen" profitiere. Mönch würdigte den Einsatz für den Erfolg, an dem vor allem die Kämmerin, der Sachbereich ländliche Entwicklung im Kreis und das Planungsbüro Anne Petrick beteiligt seien.

Dank der nunmehr hohen Förderung kann Krauschwitz viel mehr an der Grundschule machen als nur die vom Gesetzgeber geforderten brandschutztechnischen und energetischen Ertüchtigungen. Mönch spricht unter anderen von einer komplett neuen Heizung und der Renovierung des Haupthauses. Die historische Eingangstür bekommt eine Kur, und im Außengelände sind Bolz- und Spielplatz sowie ein neuer Fahrrad-Unterstand vorgesehen. "Und das Nebengebäude können wir auch noch isolieren", so Mönch. Alles in allem ein Investitionsumfang für 2017/2018 von knapp 950 000 Euro. "Wir bekommen das auch mit den Eigenmitteln hin", ist der Gemeindechef optimistisch. Die Fördervereine von Schule und Kita hätten Hilfe zugesagt. "Und dann hoffen wir auf den Gemeinderat Weißkeißel, dass dieser die Notwendigkeit erkennt, uns zu unterstützen." Bereits im Dezember hatte Bürgermeister Andreas Lysk ein positives Signal gesendet, wollte der Entscheidung seiner Räte aber nicht vorgreifen. Heute sind die Krauschwitzer in der Nachbargemeinde in dieser Sache zu Gast.

Der finanzielle Rahmen, in dem sich die Kommune Krauschwitz schon seit Jahren bewegen kann, ist eng. Da möchten die wenigen Gelder sparsam eingesetzt werden, aber einen hohen Nutzen bringen. Deshalb sei Rüdiger Mönch immer auf der Suche nach Fördermitteln und hat damit Erfolg. Rund 537 000 Euro aus dem deutsch-polnischen Programm "Abenteuer Neiße - Etappe 4" kann Krauschwitz bekanntlich für die "Freizeit-Abenteuer-Gletscherwelt" im Helmut-Just-Stadion nutzen. Für Mönch ein Fünfer im Lotto. "Das ist mal wieder ein Baustein, um die Region interessant zu machen", so Mönch.

Mit der Felsenlandschaft wird 2017 der erste Bauabschnitt verwirklicht. Eine großzügige Spiellandschaft folgt 2018. Doch für das Vorhaben braucht es weitere Partner, die dafür Geld investieren möchten. 2018 soll bereits der erste deutsch-polnische Kletterwettbewerb für Kinder stattfinden.

Das zweite Vorhaben im Rahmen der Interreg-Förderung betrifft die Rothenburger Straße. Hierfür ist die Niederschlesische Straßenbauverwaltung Breslau (Wrocaw) Partner. Die Rothenburger Straße soll auf einer Gesamtlänge von 910 Metern grundhaft ausgebaut werden, weil sie in Notfällen als Zufahrt zum Grenzübergang Krauschwitz/Lugknitz (êknica) für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehren dient. "Dieses Bauvorhaben soll im kommenden Jahr erfolgen, wir müssen es in diesem Jahr vorbereiten", machte Rüdiger Mönch den Gemeinderäten am Dienstagabend klar.

Damit nicht genug. Für den Abriss der Restturnhalle in Krauschwitz an der Oberschule sind 60 000 Euro aus dem Leader-Topf beantragt. Die Brücke am Neiße-Wehr im Ortsteil Pechern wird rekonstruiert. Die Baukosten belaufen sich laut grober Schätzung auf knapp 90 000 Euro und werden zu 90 Prozent gefördert.

Zum Thema:
Nach dem Erfolg von 2016 wird das Förderprogramm "Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum" 2017 in Sachsen fortgesetzt. Die Mittel wurden auf Beschluss des Sächsischen Landtages von fünf auf zehn Millionen Euro aufgestockt. Zuwendungen unter 75 000 Euro werden im Rahmen dieses Aufrufes nicht ausgereicht. Damit erhalten insbesondere größere Projekte eine Chance zur Umsetzung. Der Fördersatz liegt unter Beachtung der Beihilfevorschriften bei maximal 75 Prozent.