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| 18:56 Uhr

Gemeindezukunft
Krauschwitz setzt auf Beratung von außen

Krauschwitz. Gemeinde will zweigleisig fahren, um sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Von Regina Weiß

Der Krauschwitzer Bürger Egbert Melcher bringt in der jüngsten Gemeinderatssitzung das auf den Punkt, was viele Bürger nun interessieren dürfte: Wie geht es jetzt mit der Gemeinde Krauschwitz weiter? Diese Frage hat er in der jüngsten Gemeinderatssitzung gestellt. Schließlich ist die Eheanbahnung mit der Nachbarstadt Bad Muskau mit dem Veto der Bürger ad acta gelegt worden. Am 11. November hatten über 65 Prozent der Teilnehmer beim Bürgerentscheid in Krausch­witz mit Nein gestimmt und damit gegen eine Fusion mit Bad Muskau.

„Unsere strukturellen Probleme sind dadurch nicht kleiner geworden“, steigt Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) in das Thema ein. Um dort Lösungen zu erarbeiten, will sich die Kommune Hilfe von außen holen. Ein Beratungsunternehmen soll sozusagen mit dem unvoreingenommenen Blick die Situation betrachten und Lösungsvorschläge erarbeiten. Dazu wolle sich die Gemeinde nun Angebote einholen. Sie muss dazu aber auch die Finanzierung dieses Auftrages absichern. Deshalb laufen Verhandlungen mit dem Finanzministerium, so Mönch weiter.

Parallel dazu beginnen die Arbeiten am Doppelhaushalt 2019/2020, kündigt Kämmerin Maren Hebig an. Und dort ist die Aufgabe schwer genug, um keine neuen Fehlbeträge entstehen zu lassen und die alten abzubauen. Die Möglichkeit besteht auch für Krauschwitz, eine Bedarfszuweisung beim Land zu beantragen. Maren Hebig deutet in diesem Zusammenhang an, was das aber bedeutet. Ein Sanierungskonzept muss her, dass aufzeigt, wo sich die Einnahmen erhöhen und im gleichen Zuge die Ausgaben senken lassen. In Krauschwitz klingt es an: Wir werden eine harte Linie fahren müssen. Doch die Möglichkeiten, wo der Gürtel enger geschnallt werden muss, sind begrenzt. Hier fällt der Kommune eins auf die Füße: Zu wenig Einwohner für ihre Gesamtfläche mit der entsprechenden Anzahl von vielen Aufgaben.

Deshalb setzt Bürgermeister Rüdiger Mönch auch auf interkommunale Zusammenarbeit – Aufgabenbereiche, die andere Kommunen mit übernehmen könnten. Doch das muss aus Sicht des Gemeindechefs auch so geregelt sein, dass die Aufgabenverteilung nicht an bürokratischen Hürden scheitert oder so verkompliziert wird, dass es am Ende für beide Seiten mehr Arbeit macht. „Es muss möglichst einfach zu handhaben sein“, unterstreicht Mönch gegenüber der RUNDSCHAU. Das werde Absprachen brauchen.

Mönch nimmt ein wenig auch beim Adventsfest in Krauschwitz Bezug auf die Situation in der Gemeinde. „Auch wenn geschrieben wird, dass ich dickköpfig im Sandkasten sitze, will ich einfach nur darauf verweisen, dass es die Gemeinde nicht mehr schafft“, so Mönch. Leider gebe es in Krauschwitz anders zum Beispiel als in Sagar keine Gruppe oder keinen Verein, der sich um das Advenstfest kümmert. Trotzdem wird es in diesem Jahr stattfinden, so Mönch. Am 1. Dezember wird dazu in die Kirchstraße eingeladen.