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| 16:08 Uhr

Aus dem Gemeinderat
Krauschwitz will den Blick von außen

 Der Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch setzt auf den Sach- und Fachverstand von Beratungsfirmen. Die Arbeiten am Haushaltsstrukturkonzept sind angelaufen. Krauschwitz will damit dann auch eine Bedarfszuweisung vom Land erreichen.
Der Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch setzt auf den Sach- und Fachverstand von Beratungsfirmen. Die Arbeiten am Haushaltsstrukturkonzept sind angelaufen. Krauschwitz will damit dann auch eine Bedarfszuweisung vom Land erreichen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Krauschwitz . Beim Thema Finanzen und Feuerwehr setzt Krauschwitz auf Beratungsfirmen. Diese sollen die Strukturen unter die Lupe nehmen. Von Regina Weiß

Die Neißekommune ist reich. Reich an Aufgaben. Sie trägt unter anderem Verantwortung für 38 Gebäude, davon zwei Schulen und sechs Feuerwehren. 13 Brücken und vier kommunale Friedhöfe sowie 15 Kriegsgräberstätten, 13 Kilometer Geh- und Radwege sowie 84 Kilometer Gemeindestraßen gehören zum Bestand. Für 56 Kilometer Gräben zweiter Ordnung trägt das Amt Verantwortung genauso wie für 1365 Flurstücke (nur Liegenschaften der Kommune).

Setzt man die finanzielle Ausstattung der Kommune dagegen, kann man die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Allein im vergangenen Jahr wies der Haushalt ein Minus von 1,2 Millionen Euro aus. „Der Freistaat müsste uns so ausstatten, das wir überlebensfähig sind. Das tut er aber nicht und das wird er auch die nächsten zwei Jahre nicht tun“, hat Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) jüngst seinen Gemeinderäten gesagt. Doch nun Kopf in den Sand zu stecken, das kann sich die Gemeinde aber nicht leisten, findet Gemeinderätin Marlies Wudi (Freie Wähler). Die Gemeindeehe, die eine zwischenzeitliche finanzielle Entlastung gebracht hat, ist vorerst abgehakt. Sodass es nun heißt: Alles auf Anfang. Die Kommune muss nun sehen, wie sie sich für die Zukunft aufstellt. Dabei setzt sie auf die Hilfe einer Kommunalberatungsfirma aus Dresden.

Sie soll für 12 500 Euro ein Haushaltsanierungsgutachten erstellen, hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Und sich in dem Rahmen eben auch genau die Strukturen, die Aufgaben der Gemeinde ansehen. „Wir haben ihnen bereits viele Unterlagen zugearbeitet. In der nächsten Woche gibt es dazu das erste Gespräch“, so Mönch zur RUNDSCHAU.

Die Krauschwitzer erhoffen sich, gleich drei Fliegen mit dem Gutachten zu schlagen. So geht natürlich um Einnahmen und Ausgaben. Es geht aber auch um Strukturen, die sich möglicherweise ändern müssen. Und es geht um eine Türöffnerfunktion. Die Beraterfirma, die schon mehrere Kommunen betreut hat, ist auf ihrem Metier erfahren. Das könnte möglicherweise in Dresden helfen. Denn mit dem Haushaltsstrukturkonzept tritt Krauschwitz ein ins Rennen um eine Bedarfszuweisung vonseiten des Landes. Gemeinderat Thomas Najork (CDU) sieht das sogar ganz optimistisch: „Wenn wir die Altfehlbeträge wegbekommen, dann könnten wir wieder durchstarten.“ Gemeindemitarbeiter Toralf Schindler argumentiert aus anderer Sicht für diese Vorgehensweise: „Es ist doch gut, wenn von außen jemand drauf guckt.“ Schließlich müsse es ja nicht alles optimal sein, nur weil man es schon Jahre so macht.

Den fachlichen Blick von außen will man auch beim Thema Feuerwehr nutzen. Allerdings geht die Gemeinde dafür erst mal ins Fördermittelrennen. Diese sogenannte risikobasierte Standortanalyse im Feuerwehrwesen wird 17 000 Euro kosten. Die Chance besteht, dass Krauschwitz dafür 75 Prozent Fördermittel bekommt. Kommt dieses Geld, dann werden sich die Fachleute – die keine örtlichen Befindlichkeiten haben – die Gegebenheiten (zwei Schulen, zwei Kitas, mehrere Seniorenheime, große Unternehmen) und die Risiken (lange Wege, große Waldgebiete, Hochwasserpotential Neiße) ebenso wie den technischen und personellen Bestand der Wehren unter die Lupe nehmen. Heraus kommen soll eine Handlungsempfehlung, wie die Einsatzbereitschaft unter Beibehaltung oder eben auch Veränderung der Feuerwehrstandorte künftig gewährleistet werden kann. Außerdem lasse sich zudem der Brandschutzbedarfsplan in der Folge einfacher erstellen. Diesen muss Krauschwitz im übernächsten Jahr überarbeiten.

Hatte der Gemeinderat diesem Thema erst kritisch gegenübergestanden und eine weitere Diskussion im Ausschuss verlangt, hat es nun einstimmig grünes Licht gegeben, den Förderantrag auf den Weg zu bringen. Im Ausschuss hatten Gerd Preußing, stellvertretender Kreisbrandmeister, und Holger Liermann, Gemeindewehrleiter, ihre Argumenten vorgebracht.