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Sicherheit
Verkehr gefährdet Schulkinder

Der Starkasten an der Obrschule in Krauschwitz funktioniert nicht mehr, und viele Lkw sind viel zu schnell unterwegs. Gemeinde und Rat fordern hier verkehrsberuhigende Maßnahmen. Foto: Joachim Rehle
Der Starkasten an der Obrschule in Krauschwitz funktioniert nicht mehr, und viele Lkw sind viel zu schnell unterwegs. Gemeinde und Rat fordern hier verkehrsberuhigende Maßnahmen. Foto: Joachim Rehle FOTO: Joachim Rehle / Rehle Joachim
Krauschwitz. Krauschwitzer pochen auf Tempobegrenzung. Montag startet Unterschriftensammlung.

Jetzt reicht es den Krauschwitzern mit dem, was dort seit Jahren auf der Geschwister-Scholl-Straße abgeht. Sie sehen durch den steigenden Schwerlastverkehr die Sicherheit der Schulkinder gefährdet. „Am Montag legen wir eine Unterschriftenliste aus in Moni’s Laden. Das Ziel ist, eine Verkehrsberuhigung zu erreichen. Wir wollen das Schreiben mit den Unterschriften dann dem Landratsamt in Görlitz übergeben“, kündigte Gemeinderat Daniel Reif am Dienstagabend in der Ratssitzung an.

Es geht vor allem um den Bereich an der Oberschule. „Wir sehen einige Möglichkeiten, wie das Problem gelöst und die Verkehrssituation dort verbessert werden kann“, so Reif. Er appellierte, sich zahlreich an der Aktion zu beteiligen. Es gehe längst nicht nur um die Anwohner, sondern genauso um die Eltern und Großeltern, die in Sorge um ihre Kinder sind, die jeden Tag zur Schule laufen müssen, machte Daniel Reif deutlich.

Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) begrüßt die Aktion des Gemeinderates. Was habe die Gemeindeverwaltung schon alles unternommen, beklagt er, und hatte damit keinen Erfolg. Mehrmals war die zuständige Mitarbeiterin der kreislichen Verkehrsbehörde vor Ort. Aber die erhoffte Lösung folgte nicht.

An der Schule stehe zwar ein Blitzer, aber der ist nicht mehr aktiv. Hier hat sich bereits vor einigen Jahren die Beschilderung zur Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 auf 50 km/h verändert. Im Zuge einer Straßenbaumaßnahme wurde die Elektronik entfernt, bestätigte das Landratsamt der RUNDSCHAU. Lediglich der Mast sei zur Verkehrsberuhigung erhalten geblieben.

Aus Sicht der Krauschwitzer gehört hier jedoch wieder eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h hin. „Das hat die Verkehrsbehörde bisher immer abgelehnt.“ An der Stelle galten schon einmal vor Jahren 30, und der Blitzer hat rund um die Uhr Fotos von Fahrern mit Bleifuß gemacht. „Es sollen sich viele beschwert haben, die in der Nacht geblitzt wurden.“ Rüdiger Mönch versteht das.

Deshalb schlagen die Krauschwitzer unter anderem vor, den Starkasten zeitlich begrenzt seine Arbeit machen zu lassen. Eine akzeptable Zeitspanne wäre wochentags von 7 bis 17 Uhr, dann wären der normale Schulunterricht und auch die Ganztagsangebote berücksichtigt. Doch das würde nicht gehen, wurde den Krauschwitzern mitgeteilt. Verwaltung und Rat haben dafür kein Verständnis. Denn vor Kitas werden ja die 30 km/h auch ausgeschildert, so deren Standpunkt.

Egal was, aber irgendetwas müsse unternommen werden, damit die Kinder sich sicherer fühlen können. So, wie auf dieser Straße gerast werde, müsse man reagieren. Extrem sei vor allem der ständige Lkw-Verkehr. Der nehme zu, die Fahrzeuge würden immer größer, sodass kaum noch zwei nebeneinander passen und es immer wieder vorkomme, dass Trucks über den Bürgersteig rollen, hatte Daniel Reif kürzlich die Situation geschildert. Die Geschwister-Scholl-Straße ist halt ein Nadelöhr.

Neben der Sicherheitsfrage geht es auch um den Verkehrslärm, den die Anwohner als äußerst störend empfinden. Die Trucker-Fahrer würden Straßen meiden, auf denen sie Maut bezahlen müssen und dafür oft zügig durch Orte fahren wie eben Krauschwitz. Ratsmitglied Frank Lehmann hatte sogar schon die Idee, auch hier für die 2,5 Kilometer lange Straße Maut zu verlangen. Vielleicht lasse ja dann der starke Verkehr nach. Bürgermeister Rüdiger Mönch: Das ist eine Staatsstraße, keine Gemeindestraße. Die Kommune ist in ihrer Kompetenz eingeschränkt.