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| 02:46 Uhr

Krauschwitz kennt jetzt seinen Preis

Aktenberge wie diese mussten für die Krauschwitzer Eröffnungsbilanz abgearbeitet werden.
Aktenberge wie diese mussten für die Krauschwitzer Eröffnungsbilanz abgearbeitet werden. FOTO: dpa
Krauschwitz. Mit einer Bilanzsumme von 33,768 Millionen Euro liegt die Eröffnungsbilanz von Krauschwitz vor, die im Zuge der Doppik-Umstellung der kommunalen Haushalte nötig wurde. Sie basiert auf dem Stichtag 1. Januar 2013. Von einem externen Wirtschaftsprüfer unter die Lupe genommen, stellte Kämmerin Maren Helbig das Zahlenwerk den Räten vor. Gabi Nitsche

Der Arbeitsaufwand lässt sich kaum in Worte fassen, der für die Eröffnungsbilanz von Krauschwitz notwendig war, bis die Bilanzsumme von 33,8 Millionen Euro ermittelt war. Als die Kämmerin Maren Helbig den Räten jüngst davon berichtete, saßen einige mit offenem Mund und ungläubigem Blick da.

Seit drei Jahren arbeitet die Verwaltung in Haushaltsangelegenheiten nun schon nach doppischen Prinzipien. Eigentlich wäre die Eröffnungsbilanz deswegen Ende März 2014 fällig gewesen. Aber Krauschwitz mit den sechs Ortsteilen, seinem Hab und Gut zu erfassen, zu vermessen und alles zu zählen sei in der Kürze der Zeit einfach nicht machbar gewesen, erklärte Maren Helbig.

Hunderte Akten mit erforderlichen Unterlagen, die im Gemeindearchiv schlummerten, mussten herausgesucht und zugeordnet werden. Damit war es nicht getan. Kontrollieren, korrigieren und neu dokumentieren kamen hinzu. Maren Helbig zählte zum besseren Verständnis einige Daten auf: 54 Gebäude, 24 Bushaltestellen und noch einmal so viele Betriebsvorrichtungen, 15 Anlagen im Bau, zehn Regenwasserleitungen, 13 Brücken und Durchlässe, 15 Kriegsgräberanlagen, 892 Straßenlampen, 84 Kilometer Gemeindestraßen unterteilt in 728 Straßenabschnitte mussten umfassend begutachtet, dokumentiert und bewertet werden. Hinzu kamen noch 1365 Flurstücke zum Erfassen, Digitalisieren und Kategorisieren. Wie werden diese tatsächlich genutzt? Auch das harrte der Beantwortung.

Jede einzelne Maschine, technische Anlagen und Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattungen, aber auch Kunstgegenstände und Denkmale sind für die Eröffnungsbilanz von Bedeutung gewesen. 482 Inventargüter haben Maren Helbig und ihre Kollegen bewertet.

Und was ist das Ergebnis von dem ganzen Wust an Arbeit?

Das Anlagevermögen war zum Stichtag gut 31 Millionen Euro wert, rund 37 Prozent davon sind bereits abgeschrieben.

Das Gesamtvermögen der Finanzanlagen umfasst 1,7 Millionen Euro.

Die Forderungen an Krauschwitz machten damals knapp 1,75 Millionen Euro aus. Um diesen zu bewerten, erklärte die Kämmerin, waren 1300 offene Posten einzeln zu betrachten und nach drei verschiedenen Kategorien zu ordnen.

Akribisch galt es, Investitionszuwendungen von über 14 Millionen Euro zu hinterfragen. 107 verschiedene Zuschüsse rollte man dafür aus und das anteilig auf die Verwendung - Straßenlampen, Straßenabschnitte und, und, und. 438 Grundstücke, die der Gemeinde zwar nicht gehören, die sie aber als Straße oder Gehweg nutzt, nahm die Verwaltung unter die Lupe, um herauszufinden, was es kostet, diese zu erwerben. Knapp 1,4 Millionen Euro.

6,7 Millionen Euro Verbindlichkeiten hat Krauschwitz, knapp 4,2 davon entfallen auf Kredite.

Auf Basis dieses "Kassensturzes" können nun nach und nach die nächsten Jahresrechnungen folgen. Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) dankte seiner Kämmerin für diesen immensen Aufwand. "Das waren Stunden um Stunden neben der normalen Arbeitszeit. Oft lagen die Nerven blank." Es sei grenzwertig, was der Freistaat seinen Kommunen damit aufbrummte.