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| 02:46 Uhr

Krauschwitz hebt Grundsteuer B an

Krauschwitz. Die Grundstücksbesitzer in Krauschwitz müssen sich 2016 auf erhöhte Grundsteuern B (für bebaute Flächen) einstellen. Das hat der Gemeinderat noch im alten Jahr mehrheitlich beschlossen. Das Geld wird für den Gemeindeetat gebraucht. Gabi Nitsche

In Krauschwitz steigen nach den Hundesteuern auch die Grundsteuern B von aktuell 405 von Hundert auf 420 von Hundert. Das hat der Gemeinderat bei drei Gegenstimmen beschlossen. Kämmerin Maren Helbig hatte zuvor den Räten ins Gewissen geredet und diese ermuntert, dem zuzustimmen. "Die Belastung für den einzelnen ist gering, aber die Summe insgesamt hilft, die Liquidität der Gemeinde zu sichern." Sie könne nur an die Vernunft appellieren, dem Verwaltungsvorschlag zu folgen.

Am Beispiel des Einfamilienhauses vom Bürgermeister rechnete Maren Helbig vor, was die Erhöhung unterm Strich ausmacht. Sie ging von 130 Quadratmetern Wohnfläche und einem Messbetrag von 73,22 aus, der der Berechnung zugrunde liege. Beim gegenwärtigen Steuerhebesatz von 405 Prozent fallen jährlich 296,54 Euro an. Bei 420 Prozent wären es 307,52 Euro. Die Mehreinnahmen für Krauschwitz würden rund 14 000 Euro ausmachen, wobei allein schon das offizielle Versenden der Bescheide (erfolgt extern) rund 2500 Euro koste. "An der Grundsteuer A wollen wir nichts ändern, auch an der Gewerbesteuer nicht. Denn da wären ja viele doppelt betroffen", so die Kämmerin. Sie erwähnte in dem Zusammenhang, dass Krauschwitz in diesem Jahr 130 000 Euro Mindereinnahmen an Gewerbesteuern zu verkraften habe.

Spätestens seit dem vergangenen Jahr ist die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Krauschwitz nicht mehr gesichert, hieß es. Man sei zur Konsolidierung gezwungen. Das bedeute dringend, Ausgaben zu reduzieren und Einnahmen zu verbessern. Die Steuern anzuheben über den Landesdurchschnitt, das verlange die Kommunalaufsicht, wo es noch nicht der Fall ist. Bei der Grundsteuer A liegt Krauschwitz mit 330 v.H. darüber.

Bevor die Erhöhung des Hebesatzes für die Grundsteuer B im Rat zur Debatte stand, hatte sich der Verwaltungsausschuss intensiv damit auseinandergesetzt.

Einige Räte wollten nur auf 415 erhöhen. Damit würde man schon über dem Landesdurchschnitt liegen, so zum Beispiel Daniel Reif. Neben Steuererhöhungen gibt es vielfältige Lösungsansätze. Dazu gehört es, Kosten in der Verwaltung einzusparen und an Effizienz zuzulegen.

Neue Erkenntnisse erhofft sich die Verwaltung diesbezüglich durch die Zusammenarbeit mit einem Kommunalberatungsunternehmen. Der Rat entschied, dass die KBS Kommunalberatung GmbH Dresden zusätzliches Konsolidierungspotenzial herausfinden soll, ebenso soll sie aufzeigen, wie was umgesetzt werden kann. Der Rat legt die Aufgabenschwerpunkte fest. Die Gemeinde nimmt dafür 5000 Euro in die Hand. Wichtig sei ein vernünftiger Ansatz, um Erfolg zu haben, sagte ein Mitarbeiter der Beraterfirma bei seiner Vorstellung im Gemeinderat. Es gehe darum, mit den Angestellten zu gucken, an welcher Stelle an der Stellschraube gedreht werden kann. Einnahmen, Zuschüsse, interkommunale Zusammenarbeit machen die eine Seite der Medaille aus. Die andere sei, dass von dem vorhandenen Personal gar nicht mehr alle Aufgaben zu schaffen seien.

Der Kommunalberater nannte mit Energieverbrauch ein einfaches Beispiel - die Kosten verstecken sich an verschiedenen Stellen. Die Frage sei aber, wer kümmert sich darum? Es gehe um Kita, Bauhof, Verwaltung und so weiter. "Es braucht ein Management", so der Kommunalberater. Er kündigte an, auch Erfahrungen aus anderen Gebieten einfließen zu lassen.