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Krauschwitz hält an Schulsanierung fest

Seit Anfang der 2000er-Jahre geht es nun schon um die Sanierung des alten Schulgebäudes.
Seit Anfang der 2000er-Jahre geht es nun schon um die Sanierung des alten Schulgebäudes. FOTO: jor1
Krauschwitz. Seit knapp 15 Jahren geht es schon um die komplette Sanierung der Oberschule in Krauschwitz. Als Erstes wurde der Keller modernisiert. Gabi Nitsche

Entstanden sind drei Unterrichtsräume für Werken, Elektronik und Hauswirtschaft.

Dann folgte ein moderner Anbau an die Aula. Als Nächstes wurde die Sporthalle erneuert und 2013 eingeweiht. 2014 folgten die Außensportanlagen. "Nun fehlt bei der Modernisierung der Oberschule nur noch ein Puzzle-Stück", schrieb die RUNDSCHAU.

Drei Jahre später hat sich daran nichts geändert: Was fehlt, ist nach wie vor das Haupthaus. Und der Zahn der Zeit hat in den Jahren am Altbestand tüchtig weitergenagt.

Krauschwitz will dennoch die Hoffnung nicht aufgeben, was den letzten Bauabschnitt angeht. Die Gemeinde setzt jetzt auf ein neues Förderprogramm des Bundes. Sachsen erhält knapp 180 Millionen Euro bis 2022 für die Verbesserung der Schulinfrastruktur, und das nur in finanzschwachen Kommunen. Krauschwitz zählt dazu. "Wenn wir nicht die bestmögliche Förderung bekommen, dann können wir die Sanierung des Hauptgebäudes nicht realisieren", sagt Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) deutlich.

Seine Kämmerin Maren Helbig setzt auf einen 100-prozentigen Zuschuss und Rückendeckung aus dem Landratsamt in Görlitz. "Weitere Kredite dürfen wir nicht aufnehmen, deswegen geht es nur auf diesem Weg", ergänzt Mönch.

Seit etwa einem Vierteljahr war bekannt, dass Bund und Länder über ein neues Programm diskutieren. Eine entsprechende Änderung des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes wurde Anfang Juni von Bundestag und Bundesrat im Rahmen der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen beschlossen. Gestern hat der Freistaat eine Verwaltungsvereinbarung dazu auf den Weg gebracht.

In weiser Voraussicht hat der Krauschwitzer Rat in der Vorwoche ein Dresdener Architektenbüro beauftragt, erläutert Mönch. Das bereitet ein Verzeichnis vor für die Architektenleistungen, was die Planung des Vorhabens angeht. Denn bei einer geschätzten Bausumme von mindestens drei Millionen Euro für die Sanierung des Altgebäudes der Oberschule komme Krauschwitz um eine europaweite Ausschreibung nicht herum, so Mönch.

Krauschwitz hat im aktuellen Etat 80 000 Euro für die Vorplanung eingestellt, nutzt dafür den größten Teil der investiven Schlüsselzuweisungen, die in Höhe von 120 000 Euro in diesem Jahr vom Land fließen. Doch angesichts der Bausumme sind die tatsächlichen Kosten dafür viel höher. Das weiß die Gemeinde und hofft auch hier auf Fördergelder. "Die wollen wir mit dem Bauvorhaben beantragen", sagt Mönch.

Die Vorplanung muss Ende August 2018 stehen, um dann den Fördermittelantrag zu stellen. Mit einer Bewilligung, sollte Krausch-witz diese bekommen, rechnet die Gemeindeverwaltung nicht vor dem Jahr 2019, so die Kämmerin. Ob denn ein 100-Prozent-Zuschuss schon feststeht, wurde in der Ratssitzung gefragt. Maren Helbig diplomatisch: "Die Kunst des Verhandelns wird darin liegen, die Eigenmittel so gering wie möglich zu halten."