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Medizinische Versorgung
Krankenhaus mit neuer Intensivstation

Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (M.) hat am 20. Dezember im Krankenhaus Weißwasser die neue ITS eingeweiht. Hier ist sie im Gespräch mit Chefarzt Kyrill Hantschick (r.) und Dezernentin Martina Weber.
Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (M.) hat am 20. Dezember im Krankenhaus Weißwasser die neue ITS eingeweiht. Hier ist sie im Gespräch mit Chefarzt Kyrill Hantschick (r.) und Dezernentin Martina Weber. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Weißwasser. Gesundheitsministerin Barbara Klepsch hat Mittwoch die neue Intensivtherapiestation (ITS) im Krankenhaus Weißwasser eingeweiht. Im Gepäck hatte sie weitere gute Nachrichten. Von Gabi Nitsche

Ihre Bewährungsprobe hat die neue Intensivtherapiestation im Kreiskrankenhaus Weißwasser bestanden. Vor gut vier Wochen sind Chefarzt Kyrill Hantschick und dessen Team (20 Pfleger und Schwestern, vier Ärzte) samt Patienten sowie Überwachungstechnik auf die dritte Ebene umgezogen. Acht Betten hat die neue ITS und ist ausgestattet mit hochwertiger moderner Technik für die intensivmedizinische Betreuung. Ein Teil der bereits vorhandenen Geräte wie Monitore wurde übernommen, ein Großteil durch moderne ersetzt, berichtete Hantschik.

Mit fast 1,5 Millionen Euro förderte der Freistaat Sachsen den Neubau, der insgesamt etwa 1,7 Millionen Euro kostete, wie Geschäftsführer Andreas Grahlemann im Beisein von Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) berichtete. Das Krankenhaus, wo jährlich im Schnitt knapp 8000 Patienten stationär und die gleiche Anzahl ambulant versorgt werden, braucht die Möglichkeit für eine moderne intensivtherapeutische Betreuung.

Im Sommer 2016 hatte die Ministerin den Förderbescheid für das Vorhaben persönlich nach Weißwasser gebracht. „Ich freue mich, jetzt das Ergebnis zu sehen“, sagte sie. Eine solche Station sei für viele Menschen eine deren Leben rettende Einrichtung. Da sei moderne Technik überlebsnotwendig.

 Dass Sachsen das Geld der Bürger gut im Krankenhaus Weißwasser angelegt hat, zeigte sich beim späteren Rundgang. Chefarzt Hantschick berichtete zum Beispiel von der neuen Beatmungstechnik, von einem Dialysegerät und so weiter. Kreisdezernentin Martina Weber war sich mit der Ministerin einig: „Das ist doch top hier, und das alles wurde bei laufendem Betrieb gebaut und eingerichtet.“

Barbara Klepsch dankte allen, die Hand angelegt haben für diese ITS. Doch vor allem würdigte sie das medizinische Personal. welches sich Tag für Tag mit bestem medizinischen und pflegerischen Wissen und Nächstenliebe um die Patienten kümmern. Anerkennende Worte fand ebenso Krankenhauschef Grahlemann für die Mitarbeiter, aber auch für die beteiligten Firmen. Etwa 20 Betriebe aus der unmittelbaren Region waren beteiligt, unterstrich Grahlemann das auch als Wirtschaftsfaktor. Er sprach von einem Qualitätssiegel, den sich diese verdienten.

Stolz auf die neue ITS ist ebenso Dr. Carsten Brußig, der ärztliche Direktor. „Die neue war notwendig, und sie ist ein gutes Zeichen nach außen  – hier im Krankenhaus passiert etwas, hier wird investiert.“ Für jemanden, der sich für einen Wohnort entscheidet, würden solche Dinge wie die Schule für die Kinder und ein Krankenhaus möglichst ums Eck eine große Rolle spielen. „Danke, wir haben das besser hinbekommen, als andere mit dem Flughafen BER“, freute sich Brußig.

Für Dezernentin Martina Weber ist das Krankenhaus ein Garant in der medizinischen Versorgung in der Region und vor allem ein Akteur zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Sie dankte der Ministerin für die bisherige Unterstützung, forderte zugleich weitere, damit im Landkreis die medizinische Versorgung gesichert werden könne. „Wir brauchen die Unterstützung“, bekräftigte Weber. Ob „die tollen Ärzte und Schwestern, die sich persönlich für das Krankenhaus einsetzen“, der Kreis, der Klinikverbund (Managementgesellschaft Gesundheitszentum des Landkreises Görlitz) oder die kommunalen Politiker wie Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch – alle ziehen an einem Strang, so Weber. Der OB unterstrich, wie sehr sich auch Kreis- und Aufsichtsräte einbringen, das Haus weiter zu stärken.

Und genau das soll passieren, versicherte die Ministerin. Weißwasser ist am 15. Dezember von einem Landesfachgremium neben Marienberg als zweite Modellregion ausgewählt worden. »Wir wollen in den ausgewählten Regionen Maßnahmen erproben, die geeignet sind, eine zukunftsfähige gute medizinische Versorgung sicherzustellen“, sagte  Klepsch.

„Konkret heißt dies: Die Region hat Entwicklungs- und Handlungsbedarf. Wir wollen dort solche Maßnahmen modellhaft erproben, die die medizinische Versorgung unter Einbeziehung von Krankenhäusern, niedergelassene Ärzten zukunftsfähig machen.“ Was das genau bedeutet, werde in den kommenden Monaten diskutiert.

Andreas Grahlemann packte gleich eine weitere gute Nachricht dazu.  „ Wir sind dabei, Krankenhaus neu zu denken im ländlichen Einzugsbereich.“ Er kündigte an: „Ab 1. Februar wollen wir der Bevölkerung mit einer Institutsambulanz einen Anlaufpunkt geben.“ Laut Geschäftsführer Steffen Thiele gilt das vor allem für Diabetis-Erkrankte, die seit der Schließung der einzigen Facharzt-Praxis dafür in Weißwasser im März vor großen Problemen stehen.

Barbara Klepsch hat sich beim Rundgang über die neue Station davon überzeugt, dass die 1,5 Millionen  Euro Förderung gut investiertes Geld sind.
Barbara Klepsch hat sich beim Rundgang über die neue Station davon überzeugt, dass die 1,5 Millionen  Euro Förderung gut investiertes Geld sind. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Das Krankenhaus Weißwasser hat eine neue Intensivstation erhalten. Investitionssumme: rund 1,7 Millionen Euro.
Das Krankenhaus Weißwasser hat eine neue Intensivstation erhalten. Investitionssumme: rund 1,7 Millionen Euro. FOTO: Gabi Nitsche / LR