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| 02:49 Uhr

Kranken Bäumen geht's an den Stamm

Die Pflegemaßnahmen im Prof.-Wagenfeld-Ring in Weißwasser sind beendet. Nur die Äste müssen noch geschreddert und der Baumstumpf entfernt werden. In anderen Wohngebieten stehen Pflegearbeiten und Baumfällungen noch bevor.
Die Pflegemaßnahmen im Prof.-Wagenfeld-Ring in Weißwasser sind beendet. Nur die Äste müssen noch geschreddert und der Baumstumpf entfernt werden. In anderen Wohngebieten stehen Pflegearbeiten und Baumfällungen noch bevor. FOTO: WGW
Weißwasser. Sobald im Stadtgebiet von Weißwasser Bäume gefällt werden, fragen Einwohner nach, aus welchen Gründen dies geschieht und durch wen. "Das Interesse der Menschen ist nachvollziehbar", schätzt Sabine Larbig von der Wohnungsbaugenossenschaft Weißwasser eG (WGW) ein. pm/ni

Immerhin würden Bäume und viel Grün in Städten und Gemeinden die so genannten grünen Lungen verkörpern. Gleichzeitig sind sie Erholungszonen, Schattenspender, Lebens- und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tierarten. Nicht zuletzt sorgen grüne Wohnumfelder für das Wohlbefinden der Anwohner.

Viele Bäume, Hecken und Grünflächen hat auch die WGW in ihren Wohnquartieren. Dennoch werden aktuell Bäume in den genossenschaftlichen Wohngebieten gefällt. "Diese Bäume sind krank oder drohen umzustürzen", erläutert Detlef Brendler vom Sachgebiet Verkehrssicherung. Insgesamt wurden und werden in diesem Winterhalbjahr 54 Bäumen in unterschiedlichen Wohnquartieren in Weißwasser, Schleife und Krauschwitz gefällt. Hinzu kämen laut Pressesprecherin umfassende Pflegemaßnahmen. Bis Ende Februar 2016 müssen die Arbeiten beendet sein. Grund: In der von März bis September dauernden Vegetationsperiode sind gravierende Eingriffe in die Natur per Gesetz verboten, um das Wachstum von Pflanzen und den Lebensraum von Tieren nicht zu stören.

Für das Unternehmen bedeute dies, dass bis Anfang März im öffentlichen Verkehrsraum auch Gefahrenquellen wie Totholz, auf Gehwege und Straßen reichende Äste, verfaulte Stämme oder große Risse an Bäumen beseitigt sein müssen. Für Detlef Brendler stelle dies kein Problem dar. "Bereits seit vorigem Herbst arbeiten Spezialfirmen an unseren Aufträgen. Sobald es die Witterung erlaubt, führen sie die Arbeiten weiter fort."

Doch woher weiß ein Unternehmen der Wohnungswirtschaft, welche Pflegemaßnahmen unterschiedliche Bäume und Hecken benötigen, wie ihre Krankheiten behandelt und wann sie sogar gefällt werden müssen? "Klarheit erhalten wir durch Baumschauen", erklärt Brendler. Seit 2011 führt die Wohnungsbaugenossenschaft jeweils im Herbst und Frühjahr diese Begehungen und Kontrollen durch. "Unterstützt werden wir dabei vom Wald-Wild-Wirtschaft Ingenieurbüro Niemz & Partner. Die Forstexperten erläutern und zeigen uns Krankheiten, Beschädigungen sowie Gefahren, die von unserem rund 1550 Bäume umfassendem Bestand ausgehen und legen mit uns nötige Schutz- und Pflegemaßnahmen fest", so Detlef Brendler.

Seit der Baumschau im Herbst vorigen Jahres ist der Genossenschaft bekannt, dass derzeit 80 Bäume einen besonderen Pflegeaufwand benötigen, informiert Sabine Larbig. Dazu zählen laut ihrem Kollegen Kronen- und Formschnitte, Wundverschlüsse, Astkürzungen, die Entfernung wuchernder Büsche oder Efeus oder auch das Anbringen von Stützvorrichtungen. Für jene Robinien, Ebereschen, Ahorn, Pappeln oder Weiden, die aus Krankheitsgründen gefällt werden müssen, sind Ersatzpflanzungen in genossenschaftlichen Wohnanlagen erforderlich. Eine weitere Empfehlung betrifft den Wohnbereich in der Schweigstraße. Diese sollte durch Ersatzpflanzungen aufgewertet werden.