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| 01:05 Uhr

Kormorane „ärgern“ Kreba-Fisch GmbH

Kreba-Neudorf.. Schon seit Jahren sind die Kormorane das große Ärgernis der Binnenfischer. Sie plündern die Teiche, richten großen Schaden unter den Beständen an. Mittlerweile beschäftigen die gefräßigen Vögel sogar die EU. Experten von dort waren jetzt in der Region unterwegs. Von Ingolf Tschätsch

Rund 60 Experten aus ganz Europa - nicht nur Fischfachleute - waren von Sonnabend bis Montag in Sachen Kormorane in der Kreba-Fisch GmbH unterwegs. Sie warenu. a. beim Abfischen in Königswartha dabei, nahmen die Fischtreppe in Uhyst unter die Lupe, besichtigten die Satzfischanlage Sproitz und inspizierten am Polder Reichendorf der Talsperre Quitzdorf einen Schlafplatz der Kormorane.
Es handelte sich um die Arbeitsgruppe, die sich um das EU-Projekt „Intercafe“ kümmert und sich zu ihrer Jahrestagung in Sachsen traf. „Sie hat die Aufgabe, Lösungswege zu finden, um das Konfliktpotenzial zu mindern, dass durch die Kormorane hervorgerufen wird“ , erklärte Dr. Wolfgang Stiehler gegenüber der RUNDSCHAU. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Sächsischen Fischereiverbandes und gleichzeitig als Geschäftsführer der Kreba-Fisch GmbH begleitete er die Gäste.
Er weiß nur zu gut, welchen Schaden die gefräßigen Kormorane in der Binnenfischerei anrichten. „Rund 1000 Kormorane halten sich gegenwärtig an den Teichen unseres Unternehmens auf. Das muss man sich mal vorstellen. Wenn man dann noch weiß, dass ein solcher Vogel etwa 400 Gramm Fisch täglich frisst, kann man sich ausmalen, welche Schäden Kormorane anrichten“ , so Stiehler. 800 000 Euro habe der Freistaat 2004 an Ausgleichszahlungen an die Teichwirte gezahlt.
„Das entspricht nicht dem tatsächlich angerichteten Schaden, sondern ist lediglich die Summe für den entgangenen Gewinn“ , weiß der Fachmann. Dabei würde Sachsen als einziges Bundesland die Fischer wenigstens entschädigen. Über Ergebnisse der EU-Arbeitsgruppe konnte Dr. Wolfgang Stiehler noch nicht sprechen. Das sei noch zu früh.
Er findet jedoch den Ausgangspunkt richtig, dass sich Experten des gesamten Kontinents um das Kormoran-Problem kümmern. „Verstärkter Abschuss allein bringt es nicht. Wir müssen die Sache an der Wurzel packen, in das Brutgeschäft der Vögel eingreifen. Und das europaweit. Da müssen alle Länder mitmachen. Gerade die, in denen Kormorane brüten, sind gefordert. Alleingänge nützen nichts, zumal es bei uns in Sachsen gar keine Brutkolonien gibt“ , ist sich der Geschäftsführer der Kreba-Fisch GmbH sicher.
Das Unternehmen verfügt über eine Nutzfläche von 458 Hektar. In Zusammenarbeit mit vier weiteren selbstständigen Teichwirtschaften werden insgesamt über 250 Teiche mit über 1700 Hektar bewirtschaftet.
Der Lausitzer Spiegelkarpfen ist das Hauptprodukt.