ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:45 Uhr

Kommunalwald bringt Gewinne

Der Wirtschaftsplan 2018 für Weißwassers Kommunalwald steht. Die Hände im Spiel haben Revierförster Matthias Kruner, Karsten Kliebisch aus dem Bauamt und Forstingenieur Michael Götze-Werthschütz (v.r.n.l.).
Der Wirtschaftsplan 2018 für Weißwassers Kommunalwald steht. Die Hände im Spiel haben Revierförster Matthias Kruner, Karsten Kliebisch aus dem Bauamt und Forstingenieur Michael Götze-Werthschütz (v.r.n.l.). FOTO: Nitsche
Weißwasser. Michael Götze-Werthschütz aus Dresden "treibt" sich seit einigen Wochen im Weißwasseraner Kommunalwald herum. Revierförster Matthias Kruner hat den 35-jährigen Forstinspektor-Anwärter beim Sachsenforst unter seine Fittiche genommen. Gabi Nitsche

"Es geht um den Ausbildungsabschnitt Privat- und Körperschaftswald", erklärt der Weißkeißeler. Doch so trocken, wie sich das anhört, ist das gar nicht, geht es doch um die grüne Lunge von Weißwasser.

Kruner hat den jungen Dresdener mit dem Wirtschaftsplan für 2018 beauftragt. "Der orientiert sich an der Forsteinrichtung, das ist ein Zehn-Jahres-Plan", erklärt Götze-Werthschütz. Die rechtliche Grundlage dafür ist das sächsische Waldgesetz. Ziel sei der natürliche Waldumbau. Für die Naturverjüngung braucht es Geduld, aber die lohne sich. 2002 hat die Stadt Weißwasser mit den staatlichen Grünröcken einen Betreuungsvertrag für insgesamt 57 Hektar abgeschlossen - alles Splitterwaldflächen an Weißwassers Stadtgrenze. Jedes Jahr wird durchschnittlich ein Zehntel gepflegt. 2017 war der Bereich zwischen Süd und alter Minoltankstelle an der Reihe. "Etwa sechs Hektar 120 Jahre alter Kiefernbestand", erklärt Kruner. Der Holzeinschlag brachte der Stadt rund 9000 Euro.

Diese Summe erhofft sich Kruner auch 2018. Götze-Werthschütz zeigt auf ein Waldstück an der B 156: "Diese fünf Hektar sind dann an der Reihe und noch drei Hektar am Freizeitpark." Die blockweise Bewirtschaftung sei effektiver. Die 115 Jahre alte Kiefern, die beräumt werden, sind bereits rot markiert. Es sind Bäume, die ihre Umtriebszeit hinter sich haben, ergänzt Karsten Kliebisch vom Bauamt.

Schon vor 15 Jahren erfolgte in diesem Bereich ein Schirmhieb. "Nach diesem kann wieder Licht auf den Waldboden dringen. Nur vereinzelt dienen alte Bäume für den Nachwuchs als Schutz." Über die werde sozusagen ein Schirm gespannt. Wenn der Jungwuchs groß genug ist, können laut Götze-Werthschütz die alten Kiefern raus. 340 Festmeter Holz sollen 2018 hier geborgen werden. "Den höchsten Erlös bringt Sägeholz mit 55 bis 60 Euro je Festmeter", weiß der Forstinspektor in spe. Bei Paletten- und Industrieholz fallen die Einnahmen geringer aus.

Michael Götze-Werthschütz hat bereits ein abgeschlossenes Masterstudium und etliche Jahre als Forstingenieur gearbeitet. Die jetzige Ausbildung ist Voraussetzung, um Forstinspektor bei Sachsenforst zu werden. Der 35-Jährige stammt aus einer Förster-Familie.

Zum Thema:
Der Kommunalwald von Weißwasser besteht überwiegend aus Kiefern. Doch dazwischen wachsen auch Eichen, die nicht gepflanzt wurden. Dafür hat der Eichelhäher gesorgt. Diese spontane Verjüngung, so Revierförster Matthias Kruner, ist die billigste Saat, "ein Geschenk, das wir gern annehmen". Eichen brauchen zum Wachsen Licht genauso wie Kiefern.