Für einen Außenstehenden ist es fast nicht zu durchdringen, was in dem Beschluss steckt und vor allem, warum er gerade jetzt gefasst werden musste. Immerhin hätte man die Verlängerungsoption auch noch 2020 ziehen können. Wollte man dies noch durch den „alten“ Stadtrat bringen? Und: Die Grundsatzfragen, die Linken-Stadtrat Hans-Eckhard Rudoba völlig zu Recht gestellt hat, bleiben unbeantwortet: Wie stellt sich Weißwasser auf? Mit Blick auf die Stadtkasse stellt sich die Frage, wie Weißwasser künftig eigentlich Geld bei mindestens gleichbleibenden, wohl eher steigenden Kosten einnehmen will? Die Projekte, die bislang beim Kohleausstieg stehen, versprechen kaum Mehreinnahmen für die Stadt – und bislang auch noch keine gutbezahlten Arbeitsplätze.

In manchen Wahlprogrammen zur Stadtratswahl in Weißwasser ist deshalb von der Rekommunalisierung der Stadtwerke die Rede. Das ist sicher eine Option, wobei sich drei Fragen anschließen: Wie finanziert die Stadt den Rückkauf von Anteilen und macht Veolia dabei mit? Oder kommt ein Dritter ins Boot? All das dürfte auch die Stadtwerker interessieren, die bei der Ratssitzung im Mai wohl auch Grundsätzliches vermissten. Der neue Stadtrat wird dafür Antworten finden müssen. Und zwar grundsätzliche. Vielleicht hilft ja dieses Mal ein Gutachten.

christian.koehler@lr-online.de