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Kohlegegner aus der Lausitz demonstrieren in Rohne

Die Kundgebung vereinte etwa 300 Kohlegegner.
Die Kundgebung vereinte etwa 300 Kohlegegner. FOTO: M. Arlt/mat1
Schleife. Rund 300 Menschen aus der hiesigen Region, aus Dresden und der Niederlausitz haben Sonntagnachmittag laut Friederike Böttcher vom Bündnis "Strukturwandel jetzt - Kein Nochten II" an einer "Kundgebung gegen die Abbaggerung" in Rohne teilgenommen. Die Kohlegegner hatten sich vom Bahnhof Schleife aus auf den einstündigen Weg in den Schleifer Ortsteil gemacht. mat 1

Auf Bannern taten sie ihre Meinungen kund.

Der Protest richtete sich auch gegen die Blockade von Klimaschutzregelungen durch sächsische und brandenburgische Regionalpolitiker. "Die Zukunft dieser Dörfer darf genauso wenig kurzfristigen Interessen geopfert werden, wie die Zukunft des Klimaschutzes in Deutschland. Wir verwehren uns dagegen, dass die sächsische Landesregierung so tut, also würde sie im Namen aller Lausitzer sprechen, wenn sie überfällige Klimaschutzbestrebungen der Bundesregierung torpediert" äußerte sich Friederike Böttcher vom Bündnis "Strukturwandel jetzt - Kein Nochten II" gegenüber den Medien. Ein Strukturbruch wie in den 1990er Jahren sei in der Lausitz angesichts des aktuellen Fachkräftemangels ausgeschlossen. Lokale Probleme beim Strukturwandel hätten diejenigen zu verantworten, die seit 2007 tönen, man brauche neben der Braunkohle keinen Plan B, so Böttcher. Nur mit Klarheit über den schrittweisen Ausstieg könne man ihn für alle Beteiligten planbar und verträglich gestalten. Das würden die Landesregierungen bisher verhindert haben. Man könne nur hoffen, dass sie noch zur Vernunft kämen, so René Schuster, Mitglied im Braunkohlenausschusses des Landes Brandenburg. Auf der Kundgebung sprachen des Weiteren der Bürgermeister der Gemeinde Nebelschütz Thomas Zschornak, die Pfarrerin der Schleifer Kirchgemeinde, Jadwiga Mahling, sowie Günter Jurischka aus Proschim für die Betroffenen des geplanten Tagebaues Welzow-Süd II.

Der Nachmittag begann mit einer Schweigeminute für die Menschen, die ihre Heimat bereits durch Abbaggerung verloren.

Während der Kundgebung war ein Spendenbehälter aufgestellt mit der Aufschrift: Wir bitten um eine freiwillige Spende zur Unterstützung des Bündnisses - "Strukturwandel jetzt - kein Nochten II".

Wenn der Tagebaus Nochten II kommt, siedeln rund 1700 Menschen um aus den Gemeinden Trebendorf und Schleife.