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| 14:54 Uhr

Demo
Gewerkschaft kündigt Großdemo an

Weißwasser.. Die Straße der Einheit in Weißwasser wird am Donnerstag beim Besuch der „Kohlekommission“ vollgesperrt. Von Christian Köhler

(ckx) Am Donnerstag kommt die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung – auch als „Kohlekommission“ bekannt – zu einem Arbeitsbesuch nach Weißwasser. In der Telux treffen die 28 Kommissionsmitglieder nicht nur auf Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), sondern auch auf knapp 2200 Demonstranten. „Die Straße der Einheit an der Telux wird zwischen 10 und 13 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt sein“, erklärt Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Grund: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) hat eine Großdemonstration angekündigt. „Es ist Zeit, dass wir uns laut stark machen gegen weitere Eingriffe in die Revierplanung der Lausitz und für den Erhalt von gut bezahlten Industriearbeitsplätzen hier“, sagt Ute Liebsch, IG BCE-Bezirksleiterin Cottbus. Neben Bergleuten und Kraftwerkern sind hiesige Unternehmen an der Demo beteiligt. „Wir unterstützen es ausdrücklich, wenn sich unsere Mitarbeiter an der Demo beteiligen“, sagt die Geschäftsführerin der Stadtwerke Weißwasser Katrin Bartsch.

In der Telux selbst haben hiesige Arbeitnehmer keinen Zutritt. Das Treffen findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Torsten Pötzsch wird die Delegation aus Berlin in Empfang nehmen, hat selbst nur wenige Minuten zur Verfügung, um sich an die Kommission zu wenden. „Ich erwarte, dass uns zugehört wird und man die besondere Situation von Weißwasser und der gesamten Region versucht zu verinnerlichen“, äußert Pötzsch seine Erwartung. Der Sprecher der Lausitzrunde will nicht nur persönlich, sondern in Vertretung von Lausitzer Kommunen einen erneuten Strukturbruch im Rahmen des Kohleausstieges verhindern. Darum geht es auch Katrin Bartsch, die ebenfalls neben der Geschäftsführung vom Krauschwitzer Unternehmen Nadebor einige Worte an die 28 Mitglieder der Kommission richten kann. Sie will sich in drei Rollen an das Gremium wenden: als Lausitzer Bürgerin, als Stadtwerkerin und als Vorstand der Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL). „Ich möchte den Fokus auf die aktuellen und zukünftigen Probleme legen“, sagt sie. Gerade die Abwanderung der Jugend, die wegen schlechter Verdienstaussichten die Region verlässt, bereite vielen Firmen Sorgen. „Ich möchte auch an das Grundgesetz erinnern, was die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse vorsieht.“ Die Lausitz sei da im Vergleich zu anderen Regionen benachteiligt, findet Katrin Bartsch.

Die Kommission hat die Aufgabe, Maßnahmen vorzuschlagen, um das Klimaschutzziel der Bundesregierung zu erreichen. Dazu soll sie unter anderem ein Ausstiegsdatum aus der Kohleverstomung bis Dezember erarbeiten. Deshalb bereist sie nun alle deutschen Kohlereviere.