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Knirpse hoffen auf den großen Fang

Vincent Stephan (l.) und Constantin Hoffmann werden vom erfahrenen Angler André Labitzke angeleitet. Der Vereinschef hilft auch mal, wenn die Angelsehne ein einziger Knoten geworden ist.
Vincent Stephan (l.) und Constantin Hoffmann werden vom erfahrenen Angler André Labitzke angeleitet. Der Vereinschef hilft auch mal, wenn die Angelsehne ein einziger Knoten geworden ist. FOTO: amz1
Boxberg. Gut ein Dutzend Vier- bis 14-Jährige hat am Sonnabend seine Angeln ins Alte Fließ in Boxberg geworfen. Und das ohne Angelschein. amz1

Ein besonderes Angebot des Anglervereins Schöpstal Kringelsdorf macht's möglich: "Einmal im Jahr laden wir zum Schnupperangeln ein", erklärt Vereinsvorsitzender André Labitzke. "Schließlich suchen wir immer Nachwuchs."

Die Offerte lassen sich Vincent Stephan und Constantin Hoffmann, beide aus Kringelsdorf, nicht entgehen. Mittels Mais, Würmern und speziellem Teig versuchen der Zehn- und der Siebenjährige ihr Glück. Wirkliche Neulinge sind die beiden allerdings nicht. "Mein Opa ist auch Angler", sagt Vincent Stephan. "Ich bin durch meinen Onkel zum Angeln gekommen", so Constantin Hoffmann. Die Kinder hoffen, dass ein Hecht, ein Karpfen oder auch nur mal eine Rotfeder anbeißen. Doch noch zeigt sich kein Fisch. Stattdessen verheddert sich eine der Angeln in den Seerosen. Mit Können und Glück wird das gute Stück aus dem Pflanzendickicht befreit.

Zur Seite steht den Jungs André Labitzke. Der passionierte Petrijünger gibt Tipps, zeigt Tricks und hilft, wenn die Angelsehne mal nicht so macht, wie sie eigentlich soll. "Nachwuchsarbeit ist für uns ganz wichtig. Denn wir wollen dieses schöne Hobby weitergeben", begründet Labitzke seine Intention. Für die Kinder sei es ein Erlebnis, mal einen ganzen Tag in der freien Natur zu verbringen. Ein Handy oder gar eine Spielkonsole werde dabei nicht benötigt. Die Angel reiche völlig aus.

Normalerweise dürfen Kinder nicht allein angeln. Wer neun Jahre alt ist, kann sich einen Jugendfischereischein besorgen. Die Mitgliedschaft im Anglerverein habe zur Folge, dass die Knirpse ein Jahr eher angeln gehen können. Der Verein organisiere zudem die entsprechende Sachkundeprüfung, in der die neu erlernten Fähigkeiten abgefragt werden. "Das ist unser Ziel", erklären Vincent und Constantin einmütig. Die Jungs schätzen am Angeln den Nervenkitzel. Beißt ein Fisch an oder nicht? Was hängt am Haken?

Nach Angaben von Ulrich Hantschke, dem zweiten Vorsitzenden des Schöpstal-Anglervereins, sind von den rund 120 Mitgliedern über 20 im Kindes-, Jugend- oder im jungen Erwachsenenalter. Eine Überalterung der hiesigen Angler gebe es nicht. "Dafür führen wir ja unsere Schnupperkurse durch", ergänzt André Labitzke. Das zahle sich aus. Nicht zuletzt seien die beim Angeln erworbenen Fähigkeiten auch in der Schule nützlich. Dazu gehörten beispielsweise Geduld, Konzentration und der Wille, ein bestimmtes Ziel unbedingt zu erreichen.

Die nächste größere Aktion der Schöpstal-Angler stehe im Oktober auf dem Programm. Dann finde der Herbstputz am Alten Fließ statt.