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Jugend musiziert
Knackige Suite als Herausforderung

Nur für die RUNDSCHAU wird gemeinsam geübt: Musiklehrerin Dorothea Wollstadt, Hanna Krahl an der Block- und Clara Buchheim an der Querflöte.
Nur für die RUNDSCHAU wird gemeinsam geübt: Musiklehrerin Dorothea Wollstadt, Hanna Krahl an der Block- und Clara Buchheim an der Querflöte. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Bei Jugend musiziert in Hoyerswerda nehmen sechs Musikschülerinnen der Regionalstellen Weißwasser und Niesky teil. Für den Auftritt wird fleißig geübt. Von Regina Weiß

„Stopp Clara. Die Stelle noch mal. Du weißt doch, wie du sie spielen musst.“ Dorothea Wollstadt lässt sich die Passage noch einmal vorspielen, bevor die Probe etwas zeitiger zu Ende ist. Schuld daran ist die RUNDSCHAU, die mal kurz in der Musikschule Dreiländereck, Regionalstelle Weißwasser, reingeschneit ist. In den Zimmern an der Ziegelstraße laufen neben dem normalen Musikunterricht die Proben für den Regionalausscheid „Jugend musiziert“, der an diesem Wochenende in Hoyerswerda stattfindet.

Zum 55. Mal versammeln sich musikalische Talente, um vor einer Jury aus Fachleuten ihr Können zu beweisen. In Hoyerswerda werden dabei sein: Clara Buchheim (Querflöte), Hanna Krahl und Annina Biewig (Blockflöte), Clara Schuster und Mattea Lüdtke (Violine und Klavier), Lena Krahl und Hanna Krahl (Violoncello und Klavier) und Hanna Krahl und Selina Franz (Gesang und Klavier). Sie kommen aus den Schulteilen in Weißwasser und Niesky.

Für die Halbendorferin Clara Buchheim ist es der erste Auftritt bei dem Wettbewerb. Seit zwei Jahren spielt sie Querflöte. Vorher war es die Blockflöte. Als Förderschülerin der Musikschule gibt es für sie pro Woche bereits eine Übungseinheit mehr. Doch um beim Regionalwettbewerb zu punkten, heißt es nun, täglich zu Hause üben. Immerhin muss Clara Buchheim sechs Stücke beherrschen. In ihrer Altersklasse wird ein zehn- bis 15-minütiges Programm abgefordert. Da kann die Zeit schon lang werden, wenn man sich durch die verschiedenen Epochen spielt. Mit Johann Baptist Vanhal, einem Zeitgenossen Mozarts, geht es los und endet bei jazzigen Rhythmen wie dem Fliegenpilz-Rag. Und dennoch sagt die Sechstklässlerin, die an der Oberschule in Schleife lernt, dass sie noch ganz ruhig und noch nicht sehr aufgeregt ist. Nach Hoyerswerda wird sie von ihrer Mutter begleiten. Und Dorothea Wollstadt ist ebenfalls mit dabei, um ihren Schützlingen die Daumen zu drücken.

Zu denen gehört auch Hanna Krahl. Die Zehntklässlerin des Lan­dau-Gymnasiums Weißwasser ist bereits ein „alter Hase“, was den Regionalwettbewerb betrifft. Zum vierten Mal startet sie dort und dann gleich in drei Sparten.

Angefangen hat alles mit der Blockflöte. Gesang und Klavier folgten, wobei Letzteres ihr den größten Respekt abverlangt. „Am Klavier habe ich gesessen und Lieder so vor mich hin gespielt.“ Doch nun tritt sie an, um ihre Schwester Lena – sie spielt Violoncello – zu begleiten. Das ist schon eine andere Liga. Das Üben mit der Schwester übrigens auch. Hanna muss lachen, als sie danach gefragt wird. Mit Kritik sei das dann so eine Sache. „Es ist etwas schwieriger.“

Höher sind auch die Ansprüche in ihrer Altersklasse. Laut Ausschreibung im Regionalwettbewerb muss ihr Programm 15 bis 20 Minuten umfassen. Stücke aus der Renaissance und dem Barock will sie vorspielen. Dorothea Wollstadt formuliert es etwas spaßig: „Die haben echt viel Note. Es ist eine knackige Suite.“ Ein Blick aufs Notenblatt lässt die Ansprüche erahnen.

Doch Hanna Krahl wächst musikalisch. Sie ist Landesförderschülerin und hat zudem ein Ziel vor Augen, was auch mit der Landeshauptstadt zu tun hat: Im Februar will sie sich für das Dresdener Landesmusikgymnasium bewerben. Gute Ergebnisse beim Regionalausscheid könnten da hilfreich sein.