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| 02:45 Uhr

Klittener Wehr setzt auf die Jugend

Zum Winterfest heizten die Klittener Kameraden mit den alten Weihnachtsbäumen ordentlich an. Frieren musste von den Gästen also niemand. Für Nachschub am Feuer sorgte Kamerad Maik Rulla.
Zum Winterfest heizten die Klittener Kameraden mit den alten Weihnachtsbäumen ordentlich an. Frieren musste von den Gästen also niemand. Für Nachschub am Feuer sorgte Kamerad Maik Rulla. FOTO: amz1
Klitten. Bereits seit Jahren bittet die Klittener Feuerwehr im Januar zu ihrem Winterfest. Diesmal gibt es dabei eine Premiere. Denn zum ersten Mal ist Kamerad Martin Kosubek als Ortswehrleiter mit von der Partie. amz1

Ortswehrleiter Martin Kosubek zieht Bilanz seines ersten Jahres als Chef der örtlichen Floriansjünger. Mit erst 28 Jahren gilt der Klittener als aktuell jüngster Ortswehrleiter in der Gemeinde Boxberg. "Ich denke, die vergangenen zwölf Monate sind ganz gut gelaufen", resümiert Martin Kosubek. In erster Linie habe sich der Anlagenfahrer um den Haushaltsplan gekümmert. Ebenso um die Führung seiner Kameraden. Erfahrung für das Amt bringe der 28-Jährige bereits mit. "Ich bin schon länger im Kreisfeuerwehrverband als Kassenwart tätig. Da kenne ich mich also mit Geld aus", sagt er mit einem Lächeln.

Darüber hinaus standen in den vergangenen Monaten mehrere Neuanschaffungen auf dem Programm. Dazu gehörten beispielsweise neue Handschuhe für die Kameraden sowie ein Notstromaggregat. Zudem hätten drei Kameraden aus der Jugendwehr den Feuerwehr-Grundlehrgang besucht.

Eine weitere Herausforderung stehe im laufenden Jahr bevor. "Die Klittener Wehr bekommt wahrscheinlich Ende 2018 ein sogenanntes Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug", kündigt Martin Kosubek an. Das habe die Gemeinde Boxberg schon fest zugesagt. Das Auto verfüge über einen Wassertank von 1200 Litern und könne insgesamt neun Kameraden zu den Einsatzorten transportieren. Der bisherige Fahrzeugpark der Klittener Floriansjünger sei teilweise nicht mehr zeitgemäß.

In diesem Jahr mussten die Kameraden bislang zu keinem Einsatz ausrücken. Anno 2016 wurden sie insgesamt 18 Mal angefordert, zwölf Monate zuvor sogar 27 Mal. Größter Einsatz des vergangenen Jahres war der Brand des Dreiseitenhofes in Kringelsdorf gewesen. "Darüber hinaus hat in jüngster Zeit die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zugenommen", weiß Martin Kosubek. Allein in der Allee zwischen Klitten und Kreba hatte es 2016 mindestens viermal gekracht. Ein weiterer Unfallschwerpunkt ist zudem die B 156 von Uhyst in Richtung Weißwasser.

Martin Kosubek ist bereits von Kindesbeinen an für die Klittener Feuerwehr aktiv. Im Jahr 1998 begann seine Karriere in der örtlichen Jugendwehr, seit 2004 darf er bei den erwachsenen Kameraden mitmachen. Sein Vater ist Jugendwart, beide Schwestern tragen ebenfalls die Feuerwehr-Uniform.

Kosubeks Vorgänger Christian Krause, der über 20 Jahre Ortswehrleiter war, ist indes froh, dass der Generationswechsel an der Feuerwehrspitze so reibungslos funktioniert hatte. "Die Jugend muss einfach ran. Sie kommt mit der neuen Technik schneller und besser klar als wir Alten", sagt der 59-Jährige anerkennend. Martin Kosubek habe sich gut in sein neues Amt hineingefuchst, lautet ein erstes Resümee des ehemaligen Chefs. Bei Fragen stehe Christian Krause jederzeit zur Verfügung.

Inzwischen sei der neue Wind in der Klittener Wehr deutlich zu spüren. So laufe jetzt manches anders, beispielsweise bei der Organisation der Ausbildung. Gleichzeitig mahnt Christian Krause eine stärkere Unterstützung der Wehren durch die Gemeinde an. "Die Kommune muss froh sein, dass sie die Kameraden hat." Kritikpunkt ist die seiner Aussage nach nicht mehr existente finanzielle Unterstützung der Vereine in der Gemeinde Boxberg, so auch des Klittener Feuerwehrvereins.

Ach ja, gefeiert wird trotzdem. Während des Winterfestes wandern um die 20 Weihnachtsbäume in die Flammen. Dazu haben die Kameraden mehrere Stände mit Glühwein, Bratwurst und weiteren Spezialitäten aufgebaut. Wer seinen alten Tannenbaum mitbringt, erhält ein Freigetränk. Dazu gehört auch Lutz Grohmann. Der Klein Oelsaer ist mit seiner zweijährigen Enkeltochter vor Ort. "Ist schon super, was die Kameraden hier auf die Beine stellen."

Nächster Höhepunkt der Klittener Feuerwehr ist das Hexenbrennen am 30. April. Darüber hinaus, so kündigt Christian Krause an, werde es wieder den beliebten Sommertanz im Park geben.