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| 01:32 Uhr

Klittener Einsprüche werden in Dresden erörtert

Klitten. Es ist mitten in den Sommerferien, also Haupt-Urlaubszeit. „In dieser Zeit legt die Landesdirektion den Erörterungstermin für ein für uns so wichtiges Thema“, kritisiert Lutz Grohmann, Sprecher der Bürgerinitiative Zu(g)kunft. Auf Kritik stößt der Ort fürs Ganze - die Landesdirektion Dresden. Von Regina Weiß

Dass mit den Ferien, darauf können sich die Mitglieder der Klittener Bürgerinitiative ja nun fast schon einstellen. "Mit der Auslage der Planungsunterlagen zum Bau der Eisenbahnstrecke Knappenrode - Horka im Sommer 2010 während der Sommerferien und der Fußball-WM wurden betroffene Bürger entlang der Bahn das erste Mal schikaniert. Nun erfolgt 2011 die Erörterung der Einwände und Widersprüche der Bürger wiederum in der Haupturlaubszeit, noch dazu in Dresden", macht sich Initiativensprecher Lutz Grohmann Luft. Nicht nur er fragt sich, wie ältere Anwohner nach Dresden kommen sollen, um dort ihre Widersprüche begründen zu können. Aus Sicht der Klittener liegt deshalb die Vermutung nahe, dass der Veranstaltungsort mit Absicht Dresden heißt. So könne man auch die Zahl der Widersprüche reduzieren, unken die Klittener.

Sie wollen sich deshalb mit einem Brief an den Präsidenten der Landesdirektion wenden und um eine Verlagerung des Erörterungstermins in die Region bitten.

Gleichzeitig wollen sie die Mitglieder ihrer Initiative und die betroffenen Bürger fit machen für die Anhörung in Dresden. Extra dafür gibt es am Freitag, dem 29. Juli, 19 Uhr, eine Zusammenkunft in Klitten im Bierstübl. "Vom 16. bis 18. August erfolgt in der Landesdirektion Dresden die Anhörung der Bürger, die ihren Einwand im August 2010 geltend gemacht haben. Es ist sehr wichtig, dass alle diese Personen dort ihre Interessen vertreten. Denn dort heißt es: was nicht widersprochen wurde, gilt und wird wie geplant von der Bahn in ihrem Sinne umgesetzt. Wir wollen auf das Kräftemessen in Dresden vorbereiten", so Grohmann.

Neben der Vorbereitung auf das Verfahren in Dresden, plant die Bürgerinitiative, sich an die Europäische Union zu wenden. "Es wächst ja derzeit Natur in den Gleisen, außerdem hat ein Seeadler seinen Horst zwischen Klitten und Uhyst aufgebaut. Das muss man doch bedenken. Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass Naturschutzbelange höher angesetzt seien als der Lärmschutz für die Menschen", so Grohmann.

Die Bahn hatte angekündigt, dass beim Ausbau der Bahnstrecke, der zwischen Knappenrode und Grenze rund 347 Millionen Euro kosten soll, die Strecke in der Ortslage Klitten komplett mit Lärmschutzwänden versehen wird. In Spitzenzeiten sollen nach dem Ausbau der Strecke dort täglich 180 Züge am Tag unterwegs sein.

Zum Thema:

Rechtsanwalt für Boxberg Vom 15. bis 19. August wird in der Landesdirektion Dresden der Erörterungstermin zum Planfeststellungsverfahren Ausbau der Güterstrecke Knappenrode-Horka-Grenze stattfinden. Gleich am ersten Tag wird es dabei um die Erörterung der Kommunen gehen. Boxberg wird dabei von einem Rechtsanwalt unterstützt. Das hat der Gemeinderat in der jüngsten Ratssitzung mit einer Enthaltung beschlossen. "Das Ganze ist bis auf den Stundensatz in Ordnung", meinte der stellvertretende Bürgermeister Achim Junker. Der Rechtsanwalt erhält 225 Euro die Stunde. 20 Stunden sind festgesetzt. Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Horka und Knappenrode ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes und stößt bei den Klittener auf große Kritik. Weiterhin betroffen in der Ortslage Boxberg ist Uhyst.