| 13:31 Uhr

Adventszeit
Kleines, feines Adventsfest kommt gut an

Stollenanschnitt zum Bad Muskauer Adventsfest mit Bäckermeister Klaus Merschank.
Stollenanschnitt zum Bad Muskauer Adventsfest mit Bäckermeister Klaus Merschank. FOTO: amz
Bad Muskau. Besucher loben die Veranstaltung auf dem Bad Muskauer Marktplatz. Darüber hinaus lockt eine neue Ausstellung ins Rathaus.

Den größten Weihnachtsmarkt der Lausitz gibt es in Bad Muskau nicht. Auch nicht den mit den meisten Attraktionen. Ebenso wenig den lautesten. Dafür aber ein kleines, feines Adventsfest. Auf dem Marktplatz der Parkstadt bieten Händler an 15 Ständen ihre Waren feil. Das Angebot reicht von Weihnachtsdekoration über Kalender, Bratwürste und Glühwein bis zu polnischen Spezialitäten wie Bigos. In der Mitte des Ensembles befindet sich der Brunnen mit der Ton verkaufenden Marktfrau. Jemand hat der steinernen Dame eine Weihnachtsmütze aufgesetzt. Und statt Wasser finden die Besucher grüne Zweige im Brunnen.

„Sicherlich könnten wir mehr Händler haben. Aber unser Markt wird ja nicht größer“, sagt Bürgermeister Andreas Bänder. Daher werde die Devise „klein, aber fein“ ganz groß geschrieben. Und genau das macht das besondere Flair des Bad Muskauer Adventsfestes aus. Die Besucher genießen den besinnlichen Start in die Vorweihnachtszeit. Beispielsweise Margit Krüger, Ingrid Gotzner und Renate Berg: „Das Treiben ist für unsere Stadt genau richtig. Das gehört einfach dazu“, bringt es die Bad Muskauerin Margit Krüger auf den Punkt. Klar gingen die Frauen auch zur Schlossweihnacht am kommenden Wochenende. Die dortige Veranstaltung habe eine ganz andere Seele. „Nämlich urig und märchenhaft“, weiß Renate Berg. Das Adventsfest sei dagegen ein Treffpunkt für die Einheimischen, ein Ort zum Genießen und auch zum Austausch von Neuigkeiten.

Apropos Schlossweihnacht: Laut Bürgermeister Bänder wurde vor Jahren mal darüber nachgedacht, die beiden vorweihnachtlichen Veranstaltungen zu einer zusammenzuführen. Doch davon habe man Abstand genommen. „Zwischen Markt und Schloss ist die Distanz einfach zu groß“, nennt das Stadtoberhaupt eine Begründung. Zudem sei der Charakter beider Märkte zu verschieden. Eine Konkurrenz gebe es hingegen nicht. „Im Gegenteil: Somit ist gleich an zwei Adventswochenenden in Bad Muskau etwas los“, sagt Andreas Bänder. Im gleichen Atemzug lobt er die super Zusammenarbeit mit der Stiftung Fürst-Pückler-Park. Vieles lasse sich gleich auf kurzem Wege erledigen.

Für den Stollen zum Adventsfest sorgt Bäckermeister Klaus Merschank aus Forst. Geschätzte anderthalb Meter in der Länge misst das Gebäck aus Butter und Rosinen. Die Merschanks seien seit vielen Jahren, das Unternehmen gibt es bereits seit dem Jahr 1911, im Stollenbacken versiert. In der Adventszeit 2017 dürften um die 4,5 Tonnen dieser Weihnachtsspezialität zusammenkommen, rechnet Klaus Merschank vor.

Herzhafter geht es dagegen am Stand der Muskauer Freizeit-Union zu. Die Köbelner bieten unter anderem leckere Bratwürste, Bouletten, Steaks und Champignon-Pfannen an. „Wir bereiten uns seit rund einer Woche auf das Adventsfest vor“, sagt Holger Smolka vom Verein. Die Erlöse kämen durchweg der Vereinsarbeit zugute. Die Freizeit-Union organisiere beispielsweise das kultige Köbelner Hexenfeuer und wirke ebenso beim Karneval mit.

Darüber hinaus lockt seit dem ersten Adventswochenende eine neue Ausstellung ins Bad Muskauer Rathaus. 20 Fotografien mit Aufnahmen aus der Region Bad Muskau/Kromlau sowie aus dem tschechischen Doksy sind dort zu sehen. Präsentiert werden stimmungsvolle Bilder aus den Parks von Bad Muskau und Kromlau sowie von der eindrucksvollen Burg Bösig bei Doksy. Die Park- und die Burgenstadt haben sich im Rahmen des Projektes „Von Wallenstein zu Pückler“ zusammengefunden. In diesem Zug erhalte Bad Muskau eine neue Tourist-Information. Nach Angaben von Dirk Eidtner, dem Geschäftsführer der Bad Muskau Touristik GmbH, wird die Einrichtung im August 2018 im sogenannten „Emiriten-Haus“ am Park eröffnen. Dort lebten einst die pensionierten Pfarrer der Parkstadt. Ursprünglich sei die Einweihung des neuen Gästezentrums bereits für Ende 2017 vorgesehen gewesen, doch durch Mehrarbeiten aufgrund der ungünstigen Bausubstanz verzögere sich das Vorhaben. Schließlich werde eines der ältesten Gebäude Bad Muskaus wieder hergerichtet. Übrigens: In diesem Jahr haben bereits rund 40 000 Gäste die örtliche Tourist-Information besucht, etwas weniger als im bisherigen Rekordjahr 2016.

Die deutsch-tschechische Fotoausstellung kann bis Ende August 2018 in der Region besichtigt werden, zunächst im Bad Muskauer Rathaus, dann im Alten Schloss, anschließend im Kromlauer Schloss und letztendlich in der neuen Tourist-Information im „Emiriten-Haus“. Danach gingen die Bilder nach Doksy.

Impression aus der neuen Fotoausstellung im Bad Muskauer Rathaus.
Impression aus der neuen Fotoausstellung im Bad Muskauer Rathaus. FOTO: amz