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| 02:49 Uhr

Kleiner Abschied vom Pfarrhaus

Pfarrerin Miriam Arndt hielt eine Predigt.
Pfarrerin Miriam Arndt hielt eine Predigt. FOTO: igt
Gablenz. Das Gebäude in Gablenz erhält durch Übernahme vom Diakonischen Werk Martinshof Rothenburg teilweise eine neue Funktion. Die Kirchengemeinde feiert die anstehenden Veränderungen mit einem Erinnerungsfest. Ingolf Tschätsch / igt1

Dem Gablenzer Pfarrhaus stehen durch die Übernahme des Diakonischen Werkes Martinshof Rothenburg große Veränderungen bevor.

Sie betreffen nicht nur das Aussehen durch Umbau und Sanierung. Im Rahmen des Projektes "Leben und Wohnen im Pfarrhaus" sollen für ältere Menschen im Obergeschoss sechs altersgerechte Apartments mit 30 beziehungsweise 35 Quadratmetern und im Erdgeschoss noch einmal zwei kleine Wohnungen für diese Klientel entstehen. Es wird behindertengerecht, also barrierefrei, gebaut. Deshalb ist auch ein Fahrstuhl vorgesehen. Später könnte die Diakonie-Sozialstation Krauschwitz in das Gebäude mit einziehen.

Diese und weitere Informationen überbrachte Bärbel Schuster, Bereichsleiterin Altenhilfe des Diakonischen Werkes, am Sonntag den Teilnehmern des Erinnerungsfestes der Kirchengemeinde. Sie hatten sich zum Abschied von ihrem Pfarrhaus in dem altehrwürdigen Gebäude - es war im Herbst 1893 eingeweiht worden - bei Kaffee und Kuchen eingefunden.

Wie Bärbel Schuster betonte, handelt es sich bei dem anstehenden Projekt gar nicht um einen Abschied für immer. "Das Haus soll nach wie vor für Sie der Mittelpunkt bleiben", sagte sie.

So kann der große Aufenthaltsraum auch künftig für Versammlungen, Zusammenkünfte und Veranstaltungen genutzt werden. Auch das Büro wird es weiter geben ebenso wie die Winterkirche. Alles in allem: Baulich soll das Gebäude zusammen mit dem Grundstück ein Schmuckstück, ein Blickfang in der Gemeinde werden und künftig eine zweigeteilte Funktion erfüllen - älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und der Kirchengemeinde so wie bisher Anlaufpunkt für ihre Arbeit sein. Bärbel Schuster sprach auch davon, dass die Baugenehmigung vorliege und Fördermittel aus dem Leader-Topf (Gebietskulisse Östliche Oberlausitz) in Höhe von 100 000 Euro zugesagt seien.

Dennoch gebe es ein Problem. "Durch die Auflagen des Denkmalschutzes ergeben sich für uns Mehrkosten von über 100 000 Euro. Ich betone, das Projekt wird trotzdem verwirklicht. Wir arbeiten hier an einer Lösung, haben auch eine Idee. Mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen", sagte die Vertreterin des Martinshofes. Dass es großes Interesse älterer Bürger am Wohnen im Pfarrhaus gibt, zeigt die Tatsache, dass sich bereits fünf Interessenten gemeldet haben.

Beim gemütlichen Beisammensein der Gemeinde wurden so manche Erinnerungen ausgetauscht, Episoden machten die Runde.

Martin Reese, von 1969 bis 1978 Pfarrer im Dorf, der heute in Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz lebt, hatte anlässlich des Festes Grußworte geschickt genauso wie beispielsweise seine früheren Bad Muskauer Amtskollegen Erhard Benning und Steffen Schumann, die auch für die kirchliche Arbeit in Gablenz zuständig waren. Pfarrer Steffen Kroll, heute in Markersdorf, hatte kurz vor der Wende dieses Amt in Gablenz inne und saß am Sonntag unter den Gästen der Veranstaltung. Seine Erlebnisse - humorvolle und nachdenkliche - wurden von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit und Anteilnahme aufgenommen.

Das Erlebnisfest in der Trinitatiskirche hatte am Sonntag um 14 Uhr mit einem Gottesdienst begonnen. Bei diesem ließ Pfarrerin Miriam Arndt in ihrer Predigt noch einmal die Eindrücke Revue passieren, die in Verbindung mit dem Gablenzer Pfarrhaus stehen. "Wir nehmen wahr, was war", sagte sie.