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| 02:57 Uhr

Kleine Bahn ganz groß zum "120."

Die Lok 99 3318 darf bis November Heimatluft schnuppern. Am Dienstag traf sie aus Mühlenstroth ein, wo sie von den dortigen Eisenbahnfreunden restauriert wurde.
Die Lok 99 3318 darf bis November Heimatluft schnuppern. Am Dienstag traf sie aus Mühlenstroth ein, wo sie von den dortigen Eisenbahnfreunden restauriert wurde. FOTO: Heiko Lichnok
Weißwasser. 120 Jahre Waldeisenbahn Muskau – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Das denken sich auch die Waldbahner. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mit einem großartigen Waldbahnhof-Fest am Samstag und Sonntag soll die Jubilarin gebührend gewürdigt werden. Gabi Nitsche

Die Mitstreiter von Waldeisenbahn-Chef Heiko Lichnok und Vereinsvorsitzenden Friedemann Tischer haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Es sind zig Dinge zu erledigen, um so ein großes Fest auf die Beine zu stellen. Allein die technischen Dinge kosten viel Kraft und Zeit.

Auf den Strecken nach Kromlau und Bad Muskau verkehren zum Jahreshöhepunkt selbstverständlich alle Züge bespannt mit historischen Dampflokomotiven. Unterstützt werden die beiden eigenen Maschinen dabei von zwei Gastloks der Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth (DKBM) bei Gütersloh. "Darunter befindet sich ein ganz besonderer Gast, die Lok 99 3318. Sie verkehrte früher auf den Gleisen der Waldeisenbahn Muskau, bis sie im Jahr 1974 von der Deutschen Reichsbahn zur Devisenbeschaffung in die damalige BRD verkauft wurde", erklärt Susann Lichnok, bei der Waldeisenbahn fürs Marketing zuständig. "Die erstmalige Rückkehr dieser Lok in die alte Heimat lässt garantiert die Herzen vieler Eisenbahner höher schlagen", ist sie sich sicher. Mit dieser können erstmals seit der Betriebseinstellung der WEM als Güterbahn im Jahr 1978 fünf originale Waldbahndampfloks in Weißwasser präsentiert werden.

"Danke, Mühlenstroth!"

Die Waldeisenbahner sind den DKBM-Mitgliedern sehr dankbar. Denn diese arbeiteten Tag und Nacht an der Lok und brachten die sehr verschlissene Maschine wieder auf Trab. Dabei achteten die Mühlenstrother darauf, die Lok äußerlich so zu restaurieren, wie sie damals hier im Einsatz war. Nun ist sie betriebsfähig, bestand am 27. August die TÜV-Prüfung. Anschließend trat sie die Reise in die alte Heimat an. Am Fest-Wochenende versetzt sie die Weißwasseraner in die Lage, drei Personenzüge mit Dampfbespannung gleichzeitig am Start zu haben. "Danke, Mühlenstroth!", so Lichnok.

Welche der vier Dampfloks die Fahrgäste letztlich in die Landschaftsparks von Kromlau oder Bad Muskau bringt, bleibt noch ein Geheimnis.

Für abenteuerlustige Eisenbahnfans werden im Museumsbahnhof "Anlage Mitte" Draisinenfahrten angeboten. Bei den Waldbahnfesten in der Vergangenheit sehr beliebt bei den Besuchern. Susann Lichnok hat einen weiteren Tipp: "Außerdem kann man eine Ausstellung von etwa 20 historischen Lokomotiven aus Industriebetrieben der Region besichtigen und mehr über die Geschichte der Waldeisenbahn erfahren." Zusätzlich wurde eine große Fahrzeugausstellung mit historischen Motiven vorbereitet.

Die erste Dampflok der Waldbahn, die den Betrieb der Bahn im Jahr 1895 eröffnet hat, ist zu sehen. Sie trug damals den Namen "Gräflich von Arnimsche Kleinbahn". Bis in die 1960er-Jahre war sie im Einsatz, ging dann zur Pioniereisenbahn nach Cottbus, heute Parkeisenbahn. Einsatzfähig ist die 99 3301 nicht mehr, da ihr Kessel dringend instand gesetzt werden muss. "Für uns ist es ein besonderer Höhepunkt, dass wir sie beim Fest bei uns haben dürfen", berichtet Susann Lichnok. Damit machen die Weißwasseraner auch die Spendenaktion der Cottbuser publik.

Mix von Technik und Kultur

Bei den Waldeisenbahnern ist die Hoffnung groß, mit dem bunten Mix an Technik und Kultur an diesem Festwochenende erneut den Geschmack von zahlreichen Besuchern zu treffen.

Auf der Bühne geben sich an beiden Tagen Altbekannte ein Stelldichein. Dazu zählt Susann Lichnok das Blasorchester Lausitzer Braunkohle, die Tänzer vom TSC Kristall und Waldbahn-Maskottchen Wuschel. Das Duo Herzblatt und die Swing-Time-Jazz-Band wollen ebenso zur Unterhaltung beitragen wie Zauberer Hartmut und ein Andrea-Berg-Double.

Zum Thema:
Am Samstag und Sonntag, jeweils von 8 bis 9 Uhr, sowie am Samstag von 19 bis 21 Uhr gibt es eine Dampflok-Fotoschau am Museumsbahnhof. In der "Anlage Mitte" steht für die Besucher ansonsten den ganzen Tag über historische Eisenbahntechnik zum Bewundern bereit. Einiges darf auch ausprobiert werden. Die Eröffnung des Waldbahn-Festes ist Samstag für 10 Uhr im Beisein von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) geplant. Nach verschiedenen kulturellen Angeboten gibt es ab 15 Uhr einen Fan-Talk mit Füchse-Trainer Dirk Rohrbach und zwei Spielern. Bis 16 Uhr können Anhänger des Eishockey-Zweitligisten ihre Fragen rund um die Füchse stellen.