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| 22:36 Uhr

Traktortreffen an der Neiße
Klein Priebuser erwarten Treckerrekord

 Hier ziehen alle Bewohner an einem Strang: Nur so ist es möglich, dass hier am kommenden Wochenende eines der größten Traktoren-Treffen in Ost-Deutschland stattfindet.
Hier ziehen alle Bewohner an einem Strang: Nur so ist es möglich, dass hier am kommenden Wochenende eines der größten Traktoren-Treffen in Ost-Deutschland stattfindet. FOTO: Joachim Rehle
Klein Priebus. Am Wochenende findet das achte Traktorentreffen an der Neiße statt. Neben den Motoren stehen diesmal die Bienen im Fokus. Von Torsten Richter-Zippack

Eine magische Grenze könnte im Juni in Klein Priebus fallen. Und zwar die 200-Teilnehmer-Marke. Denn doppelt so viele Traktoristen als Einwohner hat es beim großen Traktorentreffen noch nie gegeben. „Es ist durchaus vorstellbar, dass wir während der achten Auflage über 200 Teilnehmer begrüßen können“, sagt Mitorganisator Stefan Hofmann vom Traktorverein Klein-Priebus. Beim siebten Treffen vor zwei Jahren waren 189 Teilnehmer angereist. Selbst aus Frankfurt (Main) und aus den Masuren hatten sich Freaks auf die weite Reise begeben.

Die Faszination Traktortreffen in Klein Priebus erklärt sich Hofmann unter anderem mit der landschaftlich idyllischen Lage des Ausstellungsgeländes an der Neiße. Darüber hinaus spiele die familiäre Atmosphäre eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und was ganz Besonderes ist schließlich die traditionelle Treckerausfahrt ins benachbarte polnische Priebus (Przewóz). Dort können die historischen Gefährte auf dem Marktplatz bewundert werden, bevor es anschließend zurück nach Klein Priebus geht.

An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Dann verwandeln sich die Klein Priebuser Neiße-Wiesen unweit der Wehranlage in ein riesiges Traktoren- und Oldtimer-Camp. Klar, dass dabei die Motoren im Vordergrund stehen. Aber: „Diesmal legen wir besonderen Wert auf den Naturschutz“, kündigt Stefan Hofmann an. So werde es einen Infopunkt zum Thema Bienen geben. „Wir wollen unsere Gäste für dieses Thema sensibilisieren“, sagt der Protagonist. Das anhaltende Insektensterben lasse eben auch den härtesten Trecker-Fan nicht kalt.

Darüber hinaus ist eine Schauvorführung in der Wiesenpflege vorgesehen. „Wir haben extra eine rund einen Hektar große Fläche bestellt. Dort wollen wir die Historie der Bearbeitung zeigen, also von der Sense bis zu modernster Technik einschließlich Heuwende-Maschinen“, erklärt Stefan Hofmann. Auch dabei komme der Naturschutz nicht zu kurz. „Wir mähen diese Fläche zu unserem Traktortreffen in diesem Jahr zum ersten Mal“, sagt Hofmann. Normalerweise wäre die Mahd längst erfolgt. Doch so haben zahlreiche Pflanzen- und Tierarten die Möglichkeit, sich vollständig zu entwickeln.

Auch für Familien haben sich die Veranstalter eine Menge einfallen lassen. Neben einem Streichelzoo mit Laufenten, Galloway-Jungrindern und Pferden werde es eine riesige Strohburg geben. Die größte Attraktion dürfte aber das beliebte Wiesensurfen sein. Das bedeutet, dass an einen Traktor eine Matte angekoppelt wird, auf der die Jüngsten dann mitfahren können. „Den Eltern rate ich, alte Sachen mitzubringen“, so Stefan Hofmann.

Bereits im Januar haben beim Traktorverein Klein-Priebus die Vorbereitungen für die mit Abstand größte, durch einen Verein in der Gemeinde Krauschwitz organisierte Veranstaltung begonnen. „Wir treffen uns dann in immer kürzeren Abständen“, weiß Hofmann. Schließlich müsse eine ganze Menge Logistik bewältigt werden. Nachdem während der siebten Auflage 2017 die Frühstücksbrötchen für die Teilnehmer aufgrund ihrer hohen Zahl knapp wurden, ist nun vorgesorgt. „Hungern muss niemand“, stellt Stefan Hofmann klar.

Und überhaupt: Im Vorfeld könne nie gesagt werden, wie viele Traktor- und Oldtimer-Fans letztlich nach Klein Priebus anrollen. „Die Voranmeldungsquote bewegt sich bei zehn Prozent“, sagt Hofmann. Jeder, der einen funktionsfähigen Traktor hat, könne sich auf den Weg ins Neiße-Dorf begeben. „Wir finden immer noch ein Plätzchen“, heißt es aus dem gastgebenden Verein.

Ein Plätzchen für ihr Auto dürften auch die rund 2000 erwarteten Gäste finden. Schließlich habe der Traktorverein mehrere Parkflächen im Dorf organisiert.

Insgesamt, so schätzt Stefan Hofmann, legen zwischen 100 und 150 Leute bei der Vorbereitung des Traktorentreffens Hand an. Für diese Ehrenamtlichen werde es erstmals im unmittelbaren Anschluss an die Schaffe eine Dankeschön-Veranstaltung geben. Natürlich verbunden mit der Bitte, auch bei der neunten Auflage im Juni 2021 wieder tüchtig anzupacken.