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Klein-Jamnoerin macht seit drei Jahren Käse – und verdient auch noch Geld damit

Klein Jamno.. In Klein Jamno wird von Astrid Herrmann eine Ziegenkäserei betrieben. Was für die 41-Jährige einmal als Hobby mit zwei Tieren begann, ist heute zu einer Vollzeitbeschäftigung mit einem reichhaltigen Angebot geworden. Konstantin Wußmann

Dem aufmerksamen Besucher fällt in Klein Jamno sofort das Schild mit der Aufschrift "Ziegenkäserei" ins Auge. Diese befindet sich seit drei Jahren auf einem Hof, welcher einen gravierenden Unterschied zu dem der Nachbarn aufweist: in einem Stall mit Gehege befinden sich 15 weiße deutsche Edelziegen. Diese liefern täglich die Milch, welche Astrid Herrmann zu allerlei Produkten verarbeitet. Ihr Tagesablauf ist gut durchgeplant. "Früh um 6 Uhr werden die Ziegen das erste Mal gemolken und anschließend gefüttert", erläutert Herrmann. Danach geht die Arbeit in der Käseküche weiter, wo Quark, Frischkäse, Joghurt, Weichkä se und Schnittkäse in Eigenproduktion hergestellt werden. Wenn der Käse in der Küche reift, bringt Astrid Herrmann die Herde auf die Weide und um 17.30 Uhr muss das zweite Mal gemolken werden.
"Die Idee, den Käse auch zu verkaufen, war eher ein Selbstläufer", erklärt sie. "Im letzten Jahr habe ich schon mit dem Käsen begonnen und ab und zu auch etwas an die Bekannten verteilt. Die fanden alles sehr lecker und so habe ich mich entschlossen, die Produkte auch zu verkaufen", erklärt Herrmann. Neben den Gelegenheitsbesuchern hat sie auch schon einige Stammkunden. "Es spricht sich langsam herum, dass ich Käse aus Ziegenmilch herstelle."
Warum die Idee einer Käserei eher aus der Not heraus geboren wurde, lässt sich leicht erklären. "Zuletzt war ich als Sozialpädagogin tätig, danach eine Zeitlang arbeitssuchend und dann habe ich mich entschlossen eine Ich-AG zu gründen", so die Klein Jamnoerin.
Mit ihrer Käserei hat Herrmann alle Hände voll zu tun, doch auch die Familie hilft mit, wenn es um das Ausmisten des Stalles geht. Erholung gibt es für die Inhaberin eigentlich gar nicht. "Nur wenn die Ziegen ihre Lämmer austragen, wird die Arbeit etwas weniger. Dann benötigen die Neugeborenen die gesamte Milch und die Produktion ruht von Anfang November bis Ende Februar", erläutert Herrmann.
Doch auch sie hat sich eine Obergrenze gesetzt. "Wenn ich zehn milchgebende Ziegen habe, ist es genug, sonst wird der Arbeitsaufwand zu groß."
Die lange Trockenheit stellt auch die Inhaberin der Käserei vor Probleme. "Die Tiere finden nur noch wenig Nahrung auf der Weide, so dass wir bereits die Winterreserven in den Stall legen mussten. "Die Herstellung des Käses ist mit sehr viel Arbeit verbunden, doch wenn man bei der Geburt der Lämmer dabei ist, vergisst man die anstrengende Zeit in der Käserei", sagt Astrid Herrmann.