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| 14:12 Uhr

Nachwuchs
Kitas sind fest verwurzelt in ihren Heimatorten

Mit Leiterin Andrea Schutza (M.) und den Erzieherinnen Laura Ladusch (l.) und Sylvi Schultze bereiten sich die Kinder aus der Kita „Storchennest“ auf den Halbendorfer Ostereiermarkt vor. Mit einem kleinen Programm wollen die Mädchen und Jungen die Besucher erfreuen.
Mit Leiterin Andrea Schutza (M.) und den Erzieherinnen Laura Ladusch (l.) und Sylvi Schultze bereiten sich die Kinder aus der Kita „Storchennest“ auf den Halbendorfer Ostereiermarkt vor. Mit einem kleinen Programm wollen die Mädchen und Jungen die Besucher erfreuen. FOTO: Joachim Rehle
Groß Düben. Welche Gemeinde leistet sich in jedem ihrer Ortsteile eine Kita? Groß Düben gehört zu den Ausnahmen. Beide Einrichtungen sind bei jungen Familien gut nachgefragt. Von Gabi Nitsche

Junge Familien in Halbendorf und Groß Düben können sich glücklich schätzen. Sie können ihren Nachwuchs in ihrem Heimatort in liebevolle Hände geben. Denn es gibt in beiden Dörfern mit insgesamt rund 1080 Einwohnern eine eigene Kita.

Vor gut 18 Jahren entschlossen beide Orte, ihre Selbstständigkeit aufzugeben und sich als eine Gemeinde zusammenzutun. Die Kindergärten sorgten schon damals für Lebensqualität, und dabei blieb es. Es liegt erst wenige Jahre zurück, dass beide Kitas saniert und einen Anbau erhielten. In diese Vorhaben investierte die Gemeinde rund eine Million Euro und nutzte auch Fördertöpfe. Bei Problemen versuchen Bürgermeister Helmut Krautz (SPD) und der Gemeinderat kurzfristig zu helfen. Zum Beispiel, was einige Mängel angeht an Spielplatzgeräten in Groß Düben. Wenn die Sicherheitsüberprüfung Ende März erfolgt, sollten diese abgestellt sein, fordert Leiterin Sigrid Baatz. Der Gemeindechef sicherte das zu. Er weiß den Einsatz der Mitarbeiter in beiden Kitas sehr zu schätzen, betont er immer wieder.

Bis Anfang 2017 lag die Verantwortung für beide Kitas bei Sigrid Baatz. „Mir war das einfach zu viel geworden, deswegen hatte ich schon 2016 den Bürgermeister und Gemeinderat gebeten, in jeder Kita eine Leiterin einzusetzen“, berichtet die Groß Dübenerin und betont bei der Rechenschaftslegung gegenüber den Räten: „Andrea Schutza macht das sehr gut. Das war die richtige Entscheidung.“ Wobei sich Helmut Krautz mit dieser etwas schwer tat, wie er vor zwei Jahren einräumte, sei es doch auch eine Kostenfrage gewesen. Doch nicht nur Sigrid Baatz hatte die Forderung nach einer geteilten Leitung aufgemacht, sondern auch das Landesjugendamt. Und von diesem sind Kommunen abhängig, von der Behörde gibt es die erforderliche Betriebserlaubnis für die Kitas oder nicht.

Die Auslastung weist sowohl im „Spatzennest“ Groß Düben als auch im „Storchennest“ Halbendorf derzeit noch Reserven aus. Sigrid Baatz verweist auf weitere Anmeldungen für 2018 im Krippen-, Kita- und Hortbereich und schlussfolgert: „Ich könnte im Hort niemanden mehr aufnehmen. Wenn einige Kita-Kinder in die Schule kommen, dann werden diese ja bei uns Hort-Kinder.“ In Halbendorf dreht sich alles um den Nachwuchs vom Krippen- bis Vorschulalter.

Die Gemeinde beschäftigt in Groß Düben sechs pädagogische Kräfte und in Halbendorf gibt es fünf Kollegen. In jedem Jahr wird der personelle Bedarf neu ermittelt, richtet sich die Zahl der Mitarbeiter doch nach der Kinderzahl. Das schreibt der Gesetzgeber so vor. Sigrid Baatz berichtet von Krankheitsausfällen 2017 und auch schon 2018, deren Ausgleich nicht so einfach sei.

Landesweit ist der sächsische Bildungsplan Grundlage für die pädagische Arbeit in einer Kita. Darauf bauen die Konzepte auf, die Jahr für Jahr aktualisiert werden. In beiden Orten verbringen die Kleinen in altersgemischten Gruppen den Tag. „Damit fördern wir die Selbstständigkeit der Kinder“, so Andrea Schutza.

Was sich bewährt hat, das sind die Krabbeltage für die „Neuen“, so die beiden Leiterinnen. Die Eltern nutzen das Angebot gern, denn das mache die Eingewöhnung ihres Nachwuchses einfacher.

Die Kitas sind in ihren Heimatdörfern fest verwurzelt. „Wir beteiligen uns an Vereinsfesten und erhalten Unterstützung von den Vereinen. Wir gehen zu Geburtstagen und trällern unsere Lieder sehr zur Freude der älteren Menschen“, weiß Sigrid Baatz. Mit den Kindern wird auch fleißig ein Programm einstudiert, weil sie beim Ostereiermarkt in Schleife auftreten.

In Halbendorf ist das ähnlich. Es ist jedes Mal auch eine große Freude, wenn die Kita-Kinder bei der Rentnerweihnachtsfeier oder beim Ostermarkt singen und tanzen. Wie eng der Kontakt auch hier zu den Vereinen ist, dafür gibt es viele Beweise wie diesen: „Der Heimatverein hat uns mit neuen sorbischen Kindertrachten ausgestattet, die von einer Halbendorfer Schneiderin genäht wurden. Die Kinder zeigen diese dann beim Umzug im Rahmen des Dudelsackfestivals Mitte Juni in Schleife“, freut sich Andrea Schutza über dieses Geschenk.

Beiden Teams ist die Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wichtig. „Sie unterstützen uns und sind uns eine große Hilfe“, so die gebürtige Halbendorferin. Wichtig sei ebenso die Kooperation mit der Grundschule Schleife, wo ja die meisten Kinder eingeschult werden, und mit dem Lesekreis Görlitz.

Neben ständiger Fortbildung spiele in Halbendorf künftig die Teambildung eine große Rolle, gehen doch zwei langjährige Erzieherinnen in den Ruhestand und neue Kollegen folgen. Wenn Andrea Schutza betont: „Wir sind sehr zufrieden mit unserer technischen Kraft und dem Gemeindearbeiter“, dann hat sie damit ihrer Kollegin aus Groß Düben aus dem Herzen gesprochen.

Praktikantin Jeanina Schönl will mit den Kindern den Frühling in die Kita „Spatzennest“ holen. In gebastelten Körbchen soll Ostergras wachsen.
Praktikantin Jeanina Schönl will mit den Kindern den Frühling in die Kita „Spatzennest“ holen. In gebastelten Körbchen soll Ostergras wachsen. FOTO: Joachim Rehle