Das wohl größte Bauvorhaben der Gemeinde Rietschen in diesem Jahr ist die Sanierung des Kinos. Das Begängnis auf Baustelle ist nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel wieder größer geworden. Und das nicht nur dank moderater Temperaturen. Allerdings könnte die Sanierung wesentlich schneller voranschreiten. Davon jedenfalls ist Gemeinderat Robert Meier (WiR) überzeugt. „Wir haben eigentlich einen ganzen Monat verschenkt“, sagt er während der jüngsten Ausschusssitzung, „und ich denke, jetzt sind die Preise schon wieder teurer.“

Tatsächlich hatte der Gemeinderat auf Vorschlag von Torsten Lorenscheit noch in der vergangenen Legislaturperiode festgelegt, dass der Ausschuss die Ausschreibungsunterlagen für die einzelnen Arbeiten prüfen soll. Das führt nun dazu, dass die Mitglieder des Technischen Ausschusses mit einem ganzen Stapel an Unterlagen zur Sitzung erschienen sind.

„Im Kern geht es jetzt um die Ausschreibung für die Elektroarbeiten, den Trockenbau, die Treppen sowie das Wärmeverbundsystem“, erklärt Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos). Ohne eine intensive Prüfung hat der Ausschuss verfügt, dass die Ausschreibungen so getätigt werden, wie sie die Gemeindeverwaltung vorgeschlagen hat.

„Ich weiß nicht, ob das Verfahren so sinnvoll ist“, sagt Robert Meier. Selbst er als Architekt könne mit manchen Detailbeschreibungen nicht wirklich viel anfangen. „Es ist ohnehin ein Irrglaube, dass die Sanierung eines Bestandsgebäudes durchgeplant werden kann und sich an den Kosten nichts mehr ändern wird“, sagt er. Das nämlich war seinerzeit der Hintergrund für die Idee, dem Ausschuss die Unterlagen vor der Veröffentlichung vorzulegen.

Durch zähe Debatten im Vorfeld der Sanierung nämlich hatte sich herausgestellt, dass die Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes doch erheblich teurer wird als geplant. Und das immerhin ist schon jetzt mehr als drei Jahre her. Insofern dürften die Kosten wegen steigender Baupreise vermutlich noch weiter gestiegen sein.

„Um das Verfahren zu beschleunigen sollten wir die ursprüngliche Regelung aufheben und die Verwaltung die Ausschreibung machen lassen“, argumentiert Meier. Denn letztlich bedeutet jede Verzögerung auch eine mögliche Kostensteigerung im Gesamtbudget. „Das werden wir bei der nächsten Ratssitzung auf die Tagesordnung setzen“, verspricht der Bürgermeister.

Bislang sind die Sanierungskosten auf 1,03 Millionen Euro veranschlagt. Zuvor hatte das Planungsbüro Ussath 2017 errechnet, dass die Kosten vermutlich bei 1,3 Millionen Euro liegen würden. Nach einem Ratssbeschluss wurde das Vorhaben verschlangt und sich auf die jetzige Kostenveranschlagung verständigt.