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Kino steht vor Betreiberwechsel

Die Betreibung des Kinos in Rietschen geht ab dem 1. Januar von der Betreiber-GbR von Helmut Fechner und Ingolf Schulz an den Verein Kino-Café Rietschen über. Das teilen die Vereinsvorsitzende Simone Schmidt und Bürgermeister Ralf Brehmer mit. Die RUNDSCHAU sprach mit Simone Schmidt über Gründe und künftige Pläne. Christian Köhler

Frau Schmidt, warum wird der Verein "Kino Café Rietschen" am 1. Januar die Betreibung des Kinos übernehmen?
Die Idee der Übernahme ist nicht neu. Im Oktober 2015 hatte Helmut Fechner seinen Rückzug aus dem aktiven Kinobetrieb für 2016 anlässlich seines 75. Geburtstages angekündigt. Parallel dazu diskutierten wir im Verein schon länger, beim Kinobetrieb eine größere Verantwortung zu übernehmen, denn dem Verein wurden die Immobilie und die neue digitale Technik zur Verfügung gestellt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine privatwirtschaftliche Betreibung finanziell schwierig ist.

Und der jetzige Betreiber Helmut Fechner? Was wird aus ihm?
Beide Betreiber, sowohl Helmut Fechner als auch Ingolf Schulz, sind Vereinsmitglieder und können auch zukünftig aktiv im Kinobetrieb mitwirken. Darüber wurde bereits gesprochen. Im Mai und Juni dieses Jahres gab es Absprachen mit Helmut Fechner, was die Übernahme der Betreibung betraf. Eine entsprechende Vereinbarung haben dann beide Seiten unterzeichnet. Auf Wunsch der GbR einigten wir uns auf den Wechsel zum 31. Dezember in diesem Jahr. Jetzt ging es nur noch um die Formalie, die bisherige Vereinbarung zwischen GbR und Verein fristgemäß zu kündigen.

Was sind denn die Vorteile davon, dass nun der Verein die "Regie" im Kinobetrieb übernehmen wird?
Einem Verein stehen einfach viel mehr Möglichkeiten offen, Fördermittel und Sponsorengelder zu akquirieren.

Wie kam es überhaupt zur Gründung des Vereins?
Die Gründung des Vereins war notwendig. Nur so war es möglich, die neue Technik anzuschaffen und somit das Kino weiterhin zu erhalten. Ohne den Verein hätte das Kino bereits Ende 2013 schließen müssen. Wir haben mit Einzug der neuen Digitaltechnik von Anfang an deren Installation begleitet und sichern seitdem vom ersten Tag an den Kinospielbetrieb ab.

Inwiefern hatte sich der Verein darüber hinaus am Kinobetrieb beteiligt?
Neben den eigentlichen Filmvorführungen konnten wir zum Beispiel mit Vattenfall-Vereinsgeldern den neuen Vorhang anschaffen. Zudem haben der Verein und seine Mitglieder mehrere Arbeitseinsätze im Kino durchgeführt. Ferner haben wir die Internetpräsenz und die Auftritte in sozialen Medien übernommen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Kinos in Rietschen?
Ich wünsche mir, dass der Umfang von fünf Spieltagen pro Woche aufrechterhalten bleibt. Außerdem hoffe ich, dass wir die Besucherzahlen stabilisieren und bestenfalls ausbauen können. Wir haben mit dem Kino in Rietschen so ein tolles Alleinstellungsmerkmal in der Lausitz. Und ich wünsche mir, dass es uns gelingt, dass es weiterhin über unsere Gemeinde hinaus als eine gute Adresse für Filmliebhaber bleibt und Besucher aus nah und fern anlockt.

Wird sich etwas nach der Übernahme ändern?
Wir wollen künftig verstärkt auf spezielle Filmangebote für Kinder und Jugendliche setzen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen wollen wir dabei ausbauen. Außerdem werden wir mit der Gemeinde über die anstehende Sanierung und deren Zeitpunkt, Umfang und Dauer noch im Detail sprechen müssen. Allerdings wird es schon Anfang des Jahres einige notwendige Renovierungsarbeiten geben, die wir durchführen werden.