Nachdem in Sachsen die Kitas wieder geöffnet sind, zieht Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) ein erstes Fazit. „Was unsere Erzieher in den vergangenen Wochen geleistet haben, ist aller Ehren wert“, sagt er, „und dafür möchte ich mich bedanken.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass sich die Mitarbeiter auch am Wochenende treffen, um Organisatorisches vorzubereiten.

Kinder in Weißwasser werden von mehr Kita-Erziehern betreut

Mit der Umsetzung der Hygienevorschriften aber müssen auch mehr Erzieher die Kinder in Weißwassers Kitas betreuen. „Insgesamt ergibt sich ein Mehrbedarf von acht Vollzeitstellen“, sagt Torsten Pötzsch. Das wiederum werde langfristig auch Auswirkungen auf den Haushalt haben.
Grundsätzlich gilt in Sachsen, dass die Kosten der Kinderbetreuung von der Kommune, den Eltern und dem Freistaat finanziert werden. Das Land beteiligt sich an den Kosten durch Zahlung eines Zuschusses, der bei 3033 Euro je Kind und Jahr liegt. Die Gemeinde trägt die Personal- und Sachkosten der Kita, soweit nicht das Land oder die Eltern dafür aufkommen. Der Elternbeitrag wird vom jeweiligen Stadt- und Gemeinderat beschlossen und liegt in der Regel zwischen 15 bis 23 Prozent der Personal- und Sachkosten.

Cottbus

Wegen des Coronavirus aber waren Kitas geschlossen. Landkreise, Städte und Gemeinden sowie die Staatsregierung hatten beschlossen, bis 17. April zunächst keine Elternbeiträge zu erheben. Auch dann nicht, wenn eine Notbetreuung genutzt werden konnte. Für Eltern, die derzeit keine Betreuungsangebote in Kitas oder Horten nutzen können, fielen bis 24. Mai auch keine Beiträge an, informiert die Staatsregierung.
Nach der Öffnung der Kitas allerdings mussten die Einrichtungen Hygienekonzepte umsetzen, etwa Kinder in der Kita oder im Hort in kleinen Gruppen getrennt voneinander betreuen. Das hat zur Folge, dass mehr Personal eingesetzt werden muss.

Rietschen hat eine Kita-Erzieherin mehr und Hilfe von Studenten

„Wir haben bei uns zunächst die Erzieher mit Minus-Stunden eingesetzt, die bislang nicht arbeiten konnten“, erklärt Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos). Damit habe man eine Zeit gut arbeiten können. „Allerdings haben wir aktuell eine Neueinstellung vorgenommen und zwei Studenten in der Einrichtung, um die Betreuung sicherzustellen“, berichtet er.

Boxberg verkürzt die Öffnungszeiten der Kitas

Auch Boxberg steht vor diesem Problem und hat deshalb die Öffnungszeiten der drei kommunalen Kitas in Boxberg, Uhyst und Reichwalde seit wenigen Tagen von 7 bis 16 Uhr verkürzt. Geschuldet ist das dem Spagat zwischen Betreuungsschlüssel und Corona-Allgemeinverfügung. Konnten früher zwei Erzieherinnen den Frühhort mit Kindern aus verschiedenen Gruppen übernehmen, können es jetzt bis zu fünf sein. Denn die Kita-Gruppen müssen stabil bleiben, eine Vermischung der Kinder ist derzeit nicht zulässig.
„Wir haben die Stunden der 30 Erzieherinnen erhöht, aber es hat trotzdem nicht gereicht“, so Hauptamtsleiter Arian Leffs. Auch wenn die Eltern froh waren über den eingeschränkten Regelbetrieb, hat die Verkürzung der Öffnungszeit für Nachfragen gesorgt. „Wir haben den Eltern das erklärt und die haben einen Weg gefunden, sich gekümmert“, so Leffs.