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| 19:47 Uhr

Bildungsstandort Weißwasser
Kinder nehmen neuen Hort in Besitz

Voller Freude marschieren die Kinder in ihr nagelneues Hortgebäude. Der Baustart erfolgte am 13. April 2017, genau 16 Monate später ist Einweihung.
Voller Freude marschieren die Kinder in ihr nagelneues Hortgebäude. Der Baustart erfolgte am 13. April 2017, genau 16 Monate später ist Einweihung. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Weißwasser. Weißwasseraner Bauprojekt bringt viele Überraschungen zutage. Die Stadt hat mehr als zwei Millionen Euro investiert. Von Torsten Richter-Zippack

Die Freude bei den Kindern der Geschwister-Scholl-Grundschule ist am Montag grenzenlos. Endlich können sie ihren neuen Hort unmittelbar hinter der Schule in Besitz nehmen. Und die Steppkes strahlen. Es gibt insgesamt 42 Räume auf zwei Etagen, ein helles, freundliches Ambiente, markante rote Türrahmen, buchenbraune Türen sowie graue, weiße und gelbe Tapeten. Der Massivbau aus Beton besticht mit seiner sonnenfarbenen Außenhülle. Das daneben befindliche, altehrwürdige Schulgebäude ist über einen Verbinder schnell erreicht. Der Übergang ist kaum merkbar. Darüber hinaus gibt es im Hort eine hölzerne Schiebetür. Wird diese aufgezogen, entsteht eine Art Saal, ideal für größere Veranstaltungen. Außerdem entstanden ein neuer Hof, ein Bolzplatz, eine Rasenfläche sowie ein Spielplatz. Die Arbeiten an den Außenanlagen sollen demnächst vollendet werden. Derzeit wird gerade der Eingangsbereich gepflastert.

Platz für 100 Kinder bietet das neue Hortgebäude, das die Stadt Weißwasser hat errichten lassen. Derzeit, so sagt Hortleiterin Selina Augustin, werden 61 Kinder betreut mit steigender Tendenz. In ganz Weißwasser gibt es derzeit nach Angaben von Angelika Schenk aus dem Rathaus 313 Hortkinder. In der Geschwister-Scholl-Grundschule lernen jetzt 84 Steppkes.  Bis zur Hortvollendung waren die Kinder auf die Kita Sonnenschein und die Regenbogen-Kita aufgeteilt. Mit der Eröffnung des Hortes an der Geschwister-Scholl-Schule entfallen nun diese Wege.

Es handelt sich um einen kompletten Neubau. Anstelle des Hortes befand sich ein altes Nebengebäude der Schule mit diversen Sanitäranlagen. Das wurde abgerissen, um Platz zu schaffen. Die eigentlichen Bauarbeiten brachten indes mehrere Überraschungen zutage, wie sich Kornelia Jenßen vom gleichnamigen Bauplanungsbüro aus Weißwasser erinnert: „Zunächst präsentierte sich der Bauuntergrund wie ein Mosaik. Mal Sand, mal Kies, mal Kohle. Wir haben deutlich gemerkt, dass wir uns im Scheitel des Muskauer Faltenbogens befinden.“ Hinzu gesellte sich das radioaktive Edelgas Radon. „Es kommt hier natürlich vor“, erklärt Bauplaner Detlef Teich aus Boxberg, der gemeinsam mit Kornelia Jenßen das Hortprojekt gestemmt hat. „Damit hat im Vorfeld niemand gerechnet.“ Allerdings sei alles entsprechend abgedichtet worden, sodass für Menschen keinerlei gesundheitliche Gefahren bestehen, stellt Jenßen klar. Für die gebürtige Weißwasseranerin ist der Hortneubau auch ein Herzensprojekt. „Schließlich bin ich hier selbst zur Schule gegangen.“

Mit sage und schreibe 14 Nachbarn haben sich die Planer im Vorfeld abgestimmt. In diesem Zuge wurde ein neuer Weg vom Hort zur nahen Uhland-Straße gebaut. „Damit entsteht eine kurze und sichere Verbindung für die Kinder zur Sporthalle der Bruno-Bürgel-Oberschule.“ Ein besonderes Kunststück war, den Hort auf der schmalen Fläche hinter der Geschwister-Scholl-Schule zu errichten. Die vielen Lkw mussten mit einer lediglich viereinhalb Meter breiten Einfahrt vorliebnehmen, und das von der dichtbefahrenen Bundesstraße 156. Dort kam es öfter mal zu Stockungen, dennoch hätten die meisten Kraftfahrer das Warten geduldig ertragen, hat Kornelia Jenßen beobachtet.

Die Stadt Weißwasser investiert in den Hortneubau insgesamt rund 2,2 Millionen Euro, geplant waren 2,1 Millionen. „Seit dem Jahr 2015, als das Projekt startete, haben sich viele Preise verändert“, begründet Oberbürgermeister Torsten Pötzsch die Steigerung. Die Stadt profitiert dabei von einem Förderbescheid über 862 000 Euro.

Derzeit läuft in Weißwasser ein weiteres großes Kita-Bauprojekt. Am Oberlausitzer Sportpark entsteht ebenfalls ein Neubau, dort für 134 Kinder. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 4,1 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Oktober geplant.

Feierlicher Banddurchschnitt für den neuen Hort mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, Hortleiterin Selina Augustin und Planer Detlef Teich (v.r.).
Feierlicher Banddurchschnitt für den neuen Hort mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch, Hortleiterin Selina Augustin und Planer Detlef Teich (v.r.). FOTO: Torsten Richter-Zippack